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VW-Aktie: Die E-Fuels-Träume von Porsche sind ein gefährliches Millionengrab

Foto: Getty Images

Der zu Volkswagen (WKN: 766403) gehörende Autohersteller Porsche ist noch nicht ganz im Jahr 2022 angekommen. Das könnten sich Investoren der VW-Aktie jedenfalls denken, wenn sie die Diskussionen rund um den Kult-Sportwagen 911 verfolgen.

Ein elektrischer 911er kommt für die Zuffenhausener überhaupt nicht infrage, und auch die bereits existierenden Exemplare müssen weiterfahren können. Daher investiert Porsche nun in E-Fuels – eine Technologie, die sich völlig zu Recht nicht gegen die Batterie und den Elektromotor durchsetzen konnte. Zu teuer, zu ineffizient, zu dreckig. Mehr dazu in den folgenden Absätzen.

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Obwohl der 911 im Volkswagen-Gesamtkonzern nur einen unwesentlichen Umsatzanteil ausmacht, können Investoren der VW-Aktie aus dieser Geschichte eine wichtige Lektion ziehen.

Porsche 911 mit E-Fuels? Eine furchtbare Idee …

40 Mio. Euro gibt Porsche aus, um in Chile eine Pilotanlage für die Produktion von E-Fuels hochzuziehen. Was kann an einem 40-Millionen-Investment so verkehrt sein, als dass Investoren der VW-Aktie sich darüber sorgen müssten?

Zur Herstellung von E-Fuels muss CO2 aus der Luft gefiltert und mit Wasserstoff verbunden werden. Das kostet jede Menge Energie. Für die Produktion des grünen Wasserstoffs aus Wasser geht noch mehr erneuerbarer Strom drauf. Zudem sind Verbrennungsmotoren mit einem Wirkungsgrad von bestenfalls 40 % chronisch ineffizient. Beim Elektroauto werden weit mehr als 90 % des geladenen Stroms in Bewegung umgesetzt.

Porsches E-Fuels-Ambitionen sind eine reine Verschwendung von grünem Strom – und das zu einer Zeit, wo wir ohnehin jede Kilowattstunde zwei Mal umdrehen müssen.

Zugleich ist der Umweltnutzen begrenzt: Einer Untersuchung der Nichtregierungsorganisation Transport & Environment (T&E) zufolge pustet ein E-Fuels-Fahrzeug gleich viele Stickoxide und teils sogar mehr klimaschädliches Methan in die Luft als ein konventioneller Verbrenner.

Was wir über Volkswagen und die VW-Aktie lernen können

Langfristig könnte Porsche bis zu 500 Mio. Euro in die E-Fuels-Anlage in Chile investieren – alles nur, damit ein kleiner Bestand an 911ern weiter mit Sprit betankt werden kann.

Das verrät uns viel darüber, welchen Rattenschwanz an Problemen ein Altgeschäft so mit sich bringen kann. Oft wurde das profitable Verbrenner-Business von Volkswagen, Daimler und anderen Autoherstellern als finanzieller Vorteil im Strukturwandel angeführt. Mittlerweile zeigt sich, dass die Sache nicht so einfach ist. In vielerlei Hinsicht ist es besser, wenn man mit einem leeren Blatt Papier beginnen kann. Vergleiche die Aktienkurse von Nio und Tesla mit der VW-Aktie oder jedem anderen etablierten Autohersteller und du siehst, was ich meine.

Die E-Fuels-Story von Porsche ist Ausdruck der Tatsache, dass der Konflikt „Verbrenner gegen Elektromotor“ in jeder Automobil-Konzernzentrale der Welt mehrmals am Tag ausgetragen wird. Das verhindert, dass Unternehmen wie Volkswagen sich voll und ganz auf den bevorstehenden Wandel konzentrieren können. Dessen sollten sich Investoren der VW-Aktie bewusst sein.

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Christoph Gössel besitzt Aktien von Tesla. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von NIO Inc., Tesla und Volkswagen AG.

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