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Value-Aktie BMW mit KGV 5,3: Kauf oder nicht?

Foto: BMW

Günstige Aktien können die Grundlage für eine zukünftig gute Rendite sein, sofern es sich um wahre Value-Aktien handelt, die irgendwann in ihrem Wert steigen.

Aus fundamentaler Sicht wird unter Value-Anlegern oftmals das Kurs-Gewinn-Verhältnis als ein erstes Kriterium zur Beurteilung der Attraktivität einer Aktie herangezogen. Ist es niedrig, so könnte eine möglicherweise günstig bewertete Aktie vorliegen.

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Value-Aktien aus dem DAX

Mit Blick auf Aktien aus dem DAX sticht der bayerische Automobilhersteller BMW (WKN: 519000) mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 5,3 hervor (Stand: 6.12.21, Reuters). 

Gemessen an der letzten Dividende von 1,90 Euro und dem aktuellen Aktienkurs von 87,50 Euro je Stammaktie (Stand: 3.12.21) errechnet sich zwar nur eine Dividendenrendite von etwas über 2 %.

Sollte jedoch wieder an die hohen Dividendenzahlungen aus den Jahren 2016 bis 2018 von 3,50 bis 4,00 Euro je Stammaktie angeknüpft werden, so könnten schnell Renditen von über 4 % möglich sein.

Schauen wir mal, ob es sich bei der BMW Aktie um eine mögliche Value-Aktie oder doch eher um einen Value-Trap handelt.

Die letzten Quartalszahlen

Hier lohnt es sich, zuerst einen Blick auf die letzten Quartalszahlen des Münchner Premium-Automobilherstellers zu werfen. Und diese sahen auf den ersten Blick gar nicht mal schlecht aus: In den ersten neun Monaten konnte BMW fast zwei Millionen Autos ausliefern, was einem Absatzplus von 18 % gegenüber dem Vorjahr entsprach. Besonders stark entwickelte sich die Kernmarke BMW, die den Absatz um 19,3 % steigerte. 

Ein ähnlich positives Bild zeigt auch die Umsatzentwicklung des Konzerns. Hier wurden die Umsatzerlöse in den ersten neun Monaten 2021 um 19,2 % auf 82,8 Mrd. Euro gesteigert. Automobile machen mit 70,4 Mrd. Euro immer noch den größten Anteil des Konzernumsatzes aus.

Phänomenal entwickelte sich das Ergebnis in den ersten neun Monaten. So wurde beim operativen Ergebnis (EBIT) ein Wert von fast elf Milliarden Euro ausgewiesen.

Besonders beeindruckend ist, dass trotz des vorherrschenden Chipmangels an den Märkten, der auch bei vielen Automobilherstellern zur einer Drosselung oder zeitweisen Stilllegung der Produktion führte, ein starkes Ergebnis erreicht wurde.

Die anhaltend positiven Preiseffekte bei Neu- und Gebrauchtwagen sowie ein ebenfalls vorteilhafter Produktmix konnten bestehende Absatzrückgänge im dritten Quartal überkompensieren.

Aufgrund des Chipmangels konzentriert man sich auf höherwertige Produktkategorien. Darüber hinaus verzichtet man auf großzügige Rabatte beim Neuwagenverkauf. Somit zeigt sich primär, dass der große Automobilhersteller den Chipmangel geschickt für sich nutzt.

Prognoseerhöhung

Zudem gab es Ende September eine Prognoseerhöhung für das Geschäftsjahr 2021. Demnach hat BMW seine erwartete EBIT-Marge im Automobilsegment von 7 bis 9 % auf 9,5 bis 10,5 % erhöht. Allein aus dem Automobilsegment soll ein Free Cashflow von rund 6,5 Mrd. Euro generiert werden.

Bei einer Marktkapitalisierung von gerade einmal 57 Mrd. Euro (Stand: 06.12.21) liegt definitiv eine objektiv günstige Bewertung vor. Für eine solche gibt es jedoch gute Gründe. Schließlich ist der Großteil der Umsätze noch auf den Verbrenner zurückzuführen – und dem werden nur noch wenige Zukunftsaussichten zugeschrieben.

BMW muss hier massiv seine Produktion umstellen, um zukünftig im Rennen der Elektromobilität nicht den Anschluss an Größen wie Tesla zu verlieren. Die hohen Investitionen könnten möglicherweise einige Investoren abschrecken.

Damit könnte die Frage, ob die BMW-Aktie eher eine Value-Aktie oder ein Value-Trap ist, vor allem eine Frage an den zukünftigen Erfolg der eigenen Elektroautomobile sein.

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Frank Seehawer besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von BMW.

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