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Warum die Novonix-Aktie am Freitag um 30 % abgestürzt ist

Schokierter Mann vor rotem Chart
Foto: Getty Images

Die Aktie des Batteriematerialien-Spezialisten Novonix (WKN: A2DUU7) brach am Freitag, den 3. Dezember 2021, an ihrer australischen Heimatbörse ASX um fast ein Drittel ein. Im Frankfurter Handel gab der Aktienkurs ähnlich stark nach. Zuvor hatte die Novonix-Aktie in den letzten Monaten einen extrem guten Lauf hingelegt. Trotz des Einbruchs am Freitag liegt sie auf Jahressicht mit starken 562 % im Plus. (Stand aller Angaben: 3. Dezember 2021)

Der starke Einbruch der Novonix-Aktie könnte drei Gründe haben, die wir im Folgenden genauer beleuchten wollen.

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Elektroauto-Aktien liefen schon am Donnerstag schlecht

Novonix stellt synthetisches Graphit her, das in Batteriezellen verwendet wird. In den nächsten Jahren möchte das Unternehmen die Produktion deutlich hochfahren, parallel zu den Elektroauto-Plänen der Autohersteller. Novonix’ Geschäft steht und fällt mit seinen potenziellen Abnehmern. Daher ist die Novonix-Aktie auch mit ebendiesen Aktien eng verknüpft.

Am Donnerstag fielen Elektroauto-Aktien wie Tesla (WKN: A1CX3T), Lucid (WKN: A3CVXG) und Rivian (WKN: A3C47B) teils um mehrere Prozent. Die schwache Sektorperformance könnte einen Teil des Crashs der Novonix-Aktie erklären. Denn aufgrund der Zeitverschiebung konnten die australischen Anleger erst am Freitag auf diese Marktbewegung reagieren.

Tesla bemüht sich um eine Zollbefreiung für Graphit aus China

Eine weitere schlechte Nachricht für die Novonix-Aktie war ein Antrag Teslas an die US-Regierung, die Importzölle auf Graphit aus China für eine verlängerte Zeit auszusetzen. Der Großteil der weltweiten Graphitproduktion findet in China statt. Novonix ist eines von mehreren westlichen Unternehmen, die versuchen, den Schwerpunkt des Marktes etwas in Richtung Nordamerika zu verschieben.

Tesla sagte, man sei auf die chinesischen Zulieferer angewiesen, um Graphit in der benötigten Menge zu beziehen. Der Aktienmarkt könnte das in zweierlei Hinsicht als schlechte News für die Novonix-Aktie werten. Einerseits scheint Novonix derzeit nicht auf Teslas Radar zu sein. Und andererseits bedeutet eine Verlängerung der Zollbefreiung natürlich erhöhten Wettbewerb für das Unternehmen.

Meine persönliche Einschätzung ist, dass das keine langfristigen Belastungsfaktoren für die Novonix-Aktie sein sollten. Derzeit ist Novonix’ Produktion viel zu klein, als dass sie für Tesla interessant wäre. Erst in den kommenden Jahren will das Unternehmen die Volumina erhöhen, von 10.000 Tonnen in 2023 auf 40.000 Tonnen in 2025 und 150.000 Tonnen in 2030. Zu diesem Zeitpunkt dürfte Novonix als Zulieferer für so ziemlich jeden Autohersteller interessant werden, da die USA gerne unabhängiger von China werden möchten.

Ist die Novonix-Aktie in einer „grünen Blase“?

Auch ein Artikel in der Australian Financial Review belastete die Novonix-Aktie am Freitag. Autor Tom Richardson schrieb, Novonix und andere mit der Elektromobilität verwobene Titel seien in den letzten zwölf Monaten aufgrund großer Versprechungen und der optimistischen Erwartungen der Marktteilnehmer gut gelaufen. Doch dieses Momentum könne sich jederzeit umkehren.

In der Tat liegt die Marktkapitalisierung der Novonix-Aktie derzeit bei 2,8 Mrd. US-Dollar, was bei einem Quartalsumsatz von etwas über einer Million US-Dollar natürlich extrem hoch ist. Allerdings dürfen wir die bereits erwähnten hohen Produktionssteigerungen nicht außer Acht lassen. Bleibt der Preis für synthetisches Graphit bis 2030 auf seinem heutigen Niveau von rund 20.000 US-Dollar pro Tonne, könnte das Unternehmen in 2030 einen Umsatz von 3 Mrd. US-Dollar erzielen.

Die Bewertungen im Elektroauto-Sektor sind heiß. Doch ich denke, dass die aktuellen Wachstumsprognosen für Elektroautos eher zu niedrig als zu hoch sind. Daher erwarte ich nicht, dass hier in naher Zukunft eine „grüne Blase“ platzen und die Novonix-Aktie weiter in Mitleidenschaft ziehen könnte.

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Christoph Gössel besitzt Aktien von Novonix und Tesla. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Tesla.

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