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Elon Musk warnt vor SpaceX-Insolvenz: Was wirklich dahintersteckt

SpaceX Falcon 9 nach der Landung
Big Falcon Rocket. Quelle: Flickr SpaceX (public domain)

Die Meldung kam sehr überraschend: In einer geleakten E-Mail warnte Elon Musk vor einer möglichen Pleite seines Raumfahrtunternehmens SpaceX. Ganz konkret drohe die Insolvenz, wenn das Unternehmen drängende Probleme mit dem selbst entwickelten Triebwerk „Raptor“ nicht zügig in den Griff bekomme.

Diese Vorhersage von Elon Musk klingt bedrohlich – doch in Wahrheit verbirgt sich dahinter eine ganz andere Botschaft. Eine Botschaft, die auch für Aktionäre von Elon Musks anderem Unternehmen Tesla (WKN: A1CX3T) extrem wichtig ist.

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SpaceX-Insolvenz: Wie kommt Elon Musk darauf?

Wenn derzeit eine SpaceX-Rakete startet, dann ist es fast immer die Falcon 9. Diese Rakete ist wunderbar geeignet, um Satelliten und Astronauten in einen niedrigen Erdorbit zu befördern, wo beispielsweise die Internationale Raumstation ihre Bahnen zieht. Doch SpaceX und Elon Musk haben größere Ziele: Er will schnellstmöglich einen Außenposten der Menschheit auf dem Mars errichten und, um den nötigen Cashflow dafür zu generieren, mit der Konstellation Starlink schnelles Satelliteninternet anbieten. Dafür muss eine wesentlich größere und vollständig wiederverwendbare Rakete her. Daher entwickelt SpaceX seit einigen Jahren das Starship und das neue, dazugehörige Raptor-Triebwerk.

Doch die Entwicklung des Raptor-Triebwerks stockt. In der geleakten E-Mail schrieb Elon Musk: „Leider ist die Raptor-Produktionskrise wesentlich schlimmer, als es noch vor ein paar Wochen schien.“ Es handle sich um ein wahres Desaster. Ohne Raptor-Triebwerke könne man das Starship nicht fliegen und die Starlink-Satellitenkonstellation nicht fertig stellen. Derzeit sind gerade einmal rund 1.500 der insgesamt genehmigten 12.000 Satelliten in Betrieb.

Elon Musk beendete seine E-Mail an die SpaceX-Belegschaft mit dem Paukenschlag, der es in die Titelzeilen schaffte: „Wir laufen ernsthaft Gefahr, pleitezugehen, wenn wir nächstes Jahr nicht mindestens alle zwei Wochen ein Starship starten.“

Was wirklich dahintersteckt und was es für Tesla bedeutet

Die Wahrscheinlichkeit, dass SpaceX wirklich das Geld ausgeht, ist extrem gering. Das Unternehmen erzielte erst im Oktober bei einer Kapitalerhöhung eine Bewertung jenseits der 100 Mrd. US-Dollar und könnte wohl jederzeit wieder Geld von Investoren einsammeln. Außerdem steht natürlich jederzeit der ausgesprochen zahlungskräftige Elon Musk bereit, um seinem Baby eine Kapitalspritze zu geben. Nur eine extreme Rezession könnte SpaceX wirklich in die Insolvenz treiben, wie Elon Musk später selbst in einem Tweet klarstellte. Letztes Mal habe es General Motors und Chrysler getroffen.

Die geleakte E-Mail und der anschließende Tweet sind daher vielmehr als Einblick in das Mindset von Elon Musk zu sehen. Er nutzt den Alarmismus, um seine Belegschaft zu Höchstleistungen zu motivieren, sodass SpaceX seine ambitionierten Ziele erreichen kann und nicht von Konkurrenten überholt wird. Passend dazu schloss Elon Musk seinen Tweet mit einem Zitat des Intel-Mitgründers Andrew Grove: „Nur die Paranoiden überleben.“

Nicht viel anders geht es bei Tesla zu. Der Konzern will in 2030 20 Mio. Autos produzieren und damit etwa so viel wie die aktuellen Weltspitzen Volkswagen und Toyota zusammen. Gleichzeitig planen auch alle anderen Autohersteller Elektroauto-Offensiven. Tesla wird seine Ziele nur erreichen können, wenn jeder Mitarbeiter jeden Tag das Risiko des Scheiterns vor Augen hat. Elon Musk selbst schlug mit einem Kommentar in der Tesla-Analystenkonferenz zum zweiten Quartal in die gleiche Kerbe: „Oft wird die Saat der Niederlage am Tag des Sieges gesät. Wir streben an, dass das bei Tesla nicht der Fall ist.“

Aktionäre der Tesla-Aktie sollten Elon Musks Brandbrief über die Raptor-Krise bei SpaceX daher weniger als Dokument des Missmanagements verstehen. Vielmehr stellt der CEO beider Unternehmen sicher, dass die Belegschaft jeden Tag ihre Spitzenleistung abruft, um auch in Zukunft Großes bewirken zu können.

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Christoph Gössel besitzt Aktien von Tesla. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Intel, Tesla und Volkswagen AG. The Motley Fool empfiehlt die folgenden Optionen: Long January 2023 $57,50 Calls auf Intel und Short January 2023 $57,50 Puts auf Intel.

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