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Sind deine Investitionen für den Ruhestand zu diversifiziert?

Passives Nebeneinkommen mit Aktien
Foto: Getty Images

Diversifizierung ist wohl das wichtigste Konzept im Finanzwesen. Ray Dalio, der Gründer des Hedgefonds-Giganten Bridgewater Associates, bezeichnet sie als „den heiligen Gral des Investierens“. Harry Markowitz, der Pionier der modernen Portfoliotheorie, feiert die Diversifizierung als „das einzige kostenlose Mittagessen in der Finanzwelt“ – die einzige Möglichkeit für Investoren, das Portfoliorisiko zu verringern, ohne auf Rendite zu verzichten.

Die Bedeutung der Diversifizierung liegt auf der Hand, aber ihre Nachteile sind weit weniger greifbar – und leicht zu übersehen. Ist sie wirklich ein kostenloses Mittagessen? Ist es möglich, zu viel des Guten zu haben – und zu diversifiziert zu sein? Musst du wirklich den gesamten Markt besitzen? Lass es uns herausfinden.

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„Diworsification“ – zu diversifiziert sein

Leider stellt sich heraus, dass es möglich sein kann, zu viele Investitionen in deinem Portfolio zu haben.

im Buch „One Up on Wall Street“ aus dem Jahr 1989 äußert sich der legendäre Investor und Chef des Fidelity Magellan Fund, Peter Lynch, verächtlich über die Überdiversifizierung. Er nennt es „Diworsification“ – und stellt fest, dass ab einem bestimmten Punkt zusätzliche Investitionen in einem Portfolio zu schlechteren Ergebnissen führen können.

Das liegt daran, dass die Diversifizierung nicht vor dem Gesetz der abnehmenden Grenzerträge gefeit ist – der Erkenntnis, dass der Diversifizierungsnutzen einer Investition mit jedem zusätzlichen Beitrag abnimmt.

Wenn du zum Beispiel ein Portfolio mit vier Aktien um eine weitere Aktie erweiterst, trägt die 50. oder 100. Aktie im Grunde nichts mehr zur Diversifizierung bei oder schadet dem Portfolio sogar, da der maximale Nutzen der Diversifizierung bereits erreicht wurde.

Eine übermäßige Diversifizierung ist jedoch nicht unbedingt schädlich für die Leistung des Portfolios. Auch wenn es suboptimal sein kann, zu viele Namen in ein Portfolio aufzunehmen, ist ein übermäßig diversifiziertes Portfolio immer noch besser als ein unterdiversifiziertes: Während bei ersterem die Gefahr besteht, dass die Performance nicht stimmt, droht bei letzterem der Ruin.

Wenn du also sowohl eine Über- als auch eine Unterdiversifizierung vermeiden willst, wo ist dann der Sweet Spot? Wie viele Positionen sind optimal?

Wie viele Investitionen sind genug?

Normalerweise brauchst du zwischen 10 und 30 Aktien in einem Portfolio, um richtig diversifiziert zu sein, aber die genaue Zahl ist umstritten.

Value-Investoren wie Benjamin Graham hielten 15-30 Aktien für ausreichend, während Fisher und Lorie (1970) 32 zufällig ausgewählte, gleich gewichtete Aktien für eine gute Wahl hielten.

Kritiker wie Surz und Price (2000) argumentieren jedoch, dass es bei der richtigen Diversifizierung nicht nur auf die Anzahl der Aktien in einem Portfolio ankommt, sondern auch darauf, wie eng und beständig das Portfolio die Entwicklung des breiten Marktes abbildet, und stellen fest, dass selbst 60 Aktien nicht ausreichen, um das Tracking-Risiko zu diversifizieren. Andere Kritiker, wie Bernstein (2000), gehen sogar noch weiter und behaupten, dass „die einzige Möglichkeit, die Risiken des Aktienbesitzes wirklich zu minimieren, darin besteht, den gesamten Markt zu besitzen“.

Letzten Endes gibt es keinen wirklichen Konsens über die perfekte Anzahl von Aktien in einem Portfolio, und was für den einen Anleger ein gut diversifiziertes Portfolio ist, kann für den anderen zu riskant sein. Wie in vielen anderen Bereichen des Investierens ist die „optimale“ Anzahl von Investitionen diejenige, die deine persönlichen Risiko- und Renditeziele am besten erfüllt.

Solltest du also den gesamten Markt besitzen?

Wenn du sichergehen willst, dass du einen Teil jedes börsennotierten Unternehmens besitzt – vom nächsten Apple (WKN:865985) über Netflix (WKN:552484) bis hin zu jeder sterbenden Firma und einer eventuellen Nullnummer – dann ist es vielleicht eine gute Idee, einen Gesamtmarktfonds wie den von Vanguard (WKN:676773) zu kaufen, um den gesamten Markt abzudecken.

Es gibt aber auch pragmatische Gründe dafür, weniger Aktien zu besitzen. Wenn du nur 15 Positionen hältst, kannst du es dir leisten, die Jahresabschlüsse, Telefonkonferenzen und Geschäftsberichte jedes Unternehmens in deinem Portfolio zu lesen – was unmöglich ist, wenn du auch nur 150 Unternehmen besitzt, geschweige denn die 505 Bestandteile des S&P 500 oder die über 3.000 börsennotierten Unternehmen in den USA.

Und ehrlich gesagt sind S&P 500-Indexfonds ohnehin nicht besonders gut diversifiziert. Da der S&P 500 ein kapitalisierungsgewichteter Index ist, werden die Unternehmen mit einer größeren Marktkapitalisierung stärker gewichtet. Daher machen die fünf größten Positionen im S&P 500 fast 21 % des Index aus, und die zehn größten Komponenten machen fast ein Drittel des Index aus.

Wenn du eine größere Diversifizierung anstrebst, ist die Position eines gleichgewichteten Indexfonds – oder die einer begrenzten Auswahl von handverlesenen Unternehmen – vielleicht die bessere Wahl. Solange du dein Geld klug und umsichtig investierst, kannst du von einem gut finanzierten Ruhestand profitieren.

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Dieser Artikel gibt die Meinung des Verfassers wieder, die von der "offiziellen" Empfehlungsposition eines Premium-Beratungsdienstes von The Motley Fool abweichen kann. Eine Investitionsthese zu hinterfragen - sogar unsere eigene - hilft uns allen, kritisch über Investitionen nachzudenken und Entscheidungen zu treffen, die uns helfen, klüger, glücklicher und reicher zu werden.

Dieser Artikel wurde von Ryan Sze auf Englisch verfasst und am 23.11.2021 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Apple, Netflix und dem Vanguard Total Stock Market ETF. The Motley Fool empfiehlt die folgenden Optionen: long März 2023 $120 Calls auf Apple und short März 2023 $130 Calls auf Apple.

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