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Gazprom-Aktie: Wie der Konzern das Nord-Stream-2-Problem lösen möchte

Pipelines mit Sonnenuntergang
Foto: Getty Images

Gazprom (WKN: 903276)-Aktien profitieren derzeit vom Erdgasanstieg und dem erhöhten Rohstoffbedarf nach der Krise im Vorjahr (2020). Doch wie lange die Wertpapiere noch weiter steigen, ist unsicher. So werden bereits jetzt eine Reihe an Maßnahmen ergriffen, um den Erdöl- und Gaspreisanstieg zu dämpfen.

Die USA fahren beispielsweise ihre Anleihenkäufe zurück und 2022 folgen wahrscheinlich sogar Zinserhöhungen. Zudem könnte ein größeres Angebot zu einem Öl- und Gaspreisrückgang führen. Zumindest kurzfristig sind deshalb bereits jetzt Rückgänge zu beobachten.

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Gazprom und seine umstrittene Nord-Stream-2-Pipeline

Aktuell steht die Nord Stream 2-Pipeline wieder im Zentrum der Diskussion. Länder wie Polen, USA und die Ukraine sprachen sich von Beginn an gegen sie aus, weil sie höhere Einnahmen für den russischen Staatskonzern Gazprom und damit eine weitere Aufrüstung Russlands befürchten. Zudem gehen den Durchleitungsländern so wichtige Einnahmen verloren. Doch nun wurde sie auf Wunsch Deutschlands doch fertiggestellt und wird auch sehr wahrscheinlich bald ihren Betrieb aufnehmen.

Bis dahin könnten allerdings noch einige Monate vergehen. So hat die Bundesnetzagentur zunächst ihr Zertifizierungsverfahren unterbrochen. Sie verlangt, dass die Betreibergesellschaft nach deutschem Gesellschaftsrecht organisiert ist. Gazprom hat sie jedoch in der Schweiz angesiedelt.

Um das Problem zu lösen, wird Gazprom wahrscheinlich in Deutschland eine Gesellschaft gründen, auch wenn die Übertragung der Vermögenswerte längere Zeit in Anspruch nehmen könnte. Der Staatskonzern muss zudem einen weiteren Vorstand und Aufsichtsrat bestellen. Erst dann wird der Zertifizierungsprozess wieder aufgenommen. Berichten zufolge wird das neue Unternehmen unter der in der Schweiz ansässigen Nord Stream 2 AG eingegliedert und den deutschen Ostseepipelineabschnitt betreiben.

Gazprom will so ebenfalls die EU-Vorschriften erfüllen, die eine Trennung zwischen Erdgasproduzenten- und Transportgesellschaft fordern. Zudem schreiben sie für die Transportgesellschaft einen Sitz in der Europäischen Union vor. Doch diese Vorschriften stellen für Gazprom keine große Hürde dar und so wird Nord Stream 2 wahrscheinlich 2022 seinen Betrieb aufnehmen.

USA beschließen weitere Sanktionen

Unterdessen haben die USA weitere Nord-Stream-2-Sanktionen verhängt, die wahrscheinlich kaum einen Einfluss auf die Inbetriebnahme haben. Sie richten sich gegen das mit Russland in Verbindung stehende Unternehmen Transadria und dessen Merlin-Schiff. Inzwischen wurden acht Einrichtungen oder Personen und 17 Schiffe mit Sanktionen belegt.

Gleichzeitig half die USA Deutschland im Sommer 2021 dabei, die Ukraine zu befriedigen und gestand ein, Nord Stream 2 nicht verhindern zu können. Der Plan sieht vor, die Ukraine beim Aufbau der erneuerbaren Energien und der grünen Wasserstoffproduktion zu unterstützen.

Aber auch dies geschieht nicht ganz uneigennützig, sondern mit dem Gedanken, so später günstig erneuerbare Energien und grünen Wasserstoff aus der Ukraine nach Deutschland importieren zu können. Die Ukraine sieht sich trotzdem weiterhin gegenüber Russland geschwächt.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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