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Volkswagen: Herbert Diess könnte als CEO vor dem Aus stehen – das wäre fatal für die VW-Aktie

VW Volkswagen Stammwerk in Wolfsburg
Foto: Getty Images

Es brodelt bei Volkswagen (WKN: 766403): Der vom Kapitalmarkt für seinen strammen Elektro-Kurs geschätzte CEO Herbert Diess steht immer mehr in der Kritik. Das geht auch an der VW-Aktie nicht spurlos vorüber. Während die Papiere der Konkurrenz in den letzten drei Monaten zweistellig an Wert gewannen, fiel der Aktienkurs der Wolfsburger.

Egal wie die aktuellen Querelen ausgehen: Sie werfen kein gutes Licht auf Volkswagen und seine Fähigkeit zum Wandel. Das Verbrennergeschäft, das lange Zeit als Pluspunkt im Wettbewerb mit der jungen Elektroautokonkurrenz galt, wirkt immer mehr wie ein lästiger Klotz am Bein. Das könnte für die VW-Aktie ein echter Belastungsfaktor werden.

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Was ist los bei der VW-Aktie?

Der aktuelle Disput, der die VW-Aktie belastet, begann auf einer Aufsichtsratssitzung Ende September. Herbert Diess hatte gesagt, bis zu 30.000 Arbeitsplätze seien in Deutschland durch den Wandel zur Elektromobilität gefährdet. Mit dieser schonungslosen Analyse hat Diess leider nicht Unrecht. Elektroautos bieten nun mal größere Potenziale zur automatisierten Fertigung. Das Wolfsburger Stammwerk ist noch zusätzlich gefährdet, da es erst 2026 in die Elektro-Transformation gehen soll. Wer weiß, was bis dahin alles passiert.

Der mächtige Volkswagen-Betriebsrat stellte sich sogleich auf die gegenüberliegende Seite. Der Umbau zur Elektromobilität müsse stattfinden, aber bitte sozialverträglich. Weiterhin kritisierte die Betriebsratsvorsitzende die Kommunikationsweise von Diess sowie das schleppend laufende operative Geschäft, beispielsweise hinsichtlich des Absatzes in China und der Halbleiterbeschaffung.

Wann gibt es eine Entscheidung über Herbert Diess?

Die Fronten sind verhärtet und der Betriebsrat griff zum schweren Geschütz: Er sprach Herbert Diess das Misstrauen aus. Das könnte bedeuten, dass Investoren der VW-Aktie schon bald einen neuen CEO begrüßen dürfen.

Diess kann von Teilen des Aufsichtsrats und vom Kapitalmarkt auf Rückendeckung hoffen. Doch letzten Endes werden diese Gruppen wenig mitzureden haben. Stattdessen soll ein Vermittlungsausschuss zur Entspannung der Lage beitragen. Dieser wiederum ist nur unzureichend mit Verbündeten des CEO besetzt – von den vier Personen gilt nur einer als Vertrauter von Diess. Bis zur nächsten Aufsichtsratssitzung Anfang Dezember soll eine Entscheidung her, wie es in diesem Konflikt weitergeht.

Die Querelen sind symptomatisch für das große Problem der VW-Aktie

Sollte Diess gehen müssen, wäre das ein herber Schlag für Volkswagen und die VW-Aktie. Der CEO gilt nicht nur als intelligent und arbeitswillig, sondern erkennt wie kein anderer CEO eines etablierten Autoherstellers den aktuellen Handlungsbedarf. Er bringt die Bereitschaft mit, die notwendigen Veränderungen anzupacken, damit die Wolfsburger auch 2025, 2030 und darüber hinaus wettbewerbsfähig sind.

In einem anderen Szenario könnten Diess und die Arbeitnehmerseite sich einigen. Doch seine Macht könnte damit schon ein zweites Mal beschnitten werden. Der VW-Boss wäre in Zukunft weniger handlungsfähig, und weitere Konflikte in Zukunft wären vorprogrammiert. Es stellt sich immer mehr heraus, dass das alte Verbrennergeschäft kein Wettbewerbsvorteil im Kampf mit den Neueinsteigern im Markt ist, sondern vielmehr ein Bremsklotz für die notwendige Transformation des Konzerns – und damit auch ein Bremsklotz für die VW-Aktie.

Derzeit lassen VW-Insider nach Handelsblatt-Informationen verlauten, das Unternehmen sei blockiert. Dabei kann sich der Konzern in der aktuellen Zeit eigentlich keinen einzigen Tag der Entscheidungsfreiheit leisten. Wichtige Investitionen müssen jetzt beschlossen werden. Dabei scheint sich Volkswagen zunehmend selbst im Weg zu stehen, was am Ende auch die VW-Aktie trifft.

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Christoph Gössel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Volkswagen AG.

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