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Ocugen-Aktie: Lohnt der Einstieg beim Valneva-Konkurrenten?

Biotech
Quelle: Getty Images

Während die großen Impfkampagnen in vielen Ländern schon weit vorangeschritten sind und Milliardengewinne in die Kassen der mRNA-Unternehmen gespült haben, haben neue Markteinsteiger die Hoffnung noch nicht aufgegeben, ebenfalls ein Stück vom Kuchen abzubekommen. Spieler wie Novavax (WKN: A2PKMZ) und Valneva (WKN: A0MVJZ) stehen in den Startlöchern, um direkt nach der Zulassung loslegen zu können. Bei Ocugen (WKN: A2PSZH) liegt der Fall etwas anders.

Das ist Ocugen

Wie der Name andeutet, liegt der eigentliche Schwerpunkt des Unternehmens im Augenbereich. In der aktuellen Wirkstoff-Pipeline befinden sich diverse Gentherapien und Biologika für Augenerkrankungen. Alle sind noch in der präklinischen Phase. Noch im Juni 2020 musste Ocugen eine aussichtsreiche Phase-3-Studie abbrechen. Die Therapie mit dem Code-Namen OCU300, die zur Behandlung der okularen Graft-versus-Host-Reaktion gedacht war, erbrachte nicht die gewünschten Erfolge.

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Anschließend drohte dem Unternehmen zum Jahresende 2020 das Geld auszugehen und die Aktie wurde zum Pennystock. Das Management war gezwungen, auf andere Weise für Aufbruchstimmung zu sorgen. Im Oktober 2020 streckte das Unternehmen die Fühler nach Indien aus. Mit Kemwell Biopharma unterzeichnete Ocugen eine Vereinbarung zur Herstellung des Arzneimittelkandidaten OCU200 für künftige klinische Studien.

Nur zwei Monate später gelang der große Coup: der bedeutende indische Impfstoffhersteller Bharat Biotech unterzeichnete eine Partnerschaft mit Ocugen, um die Zulassung in Nordamerika zu erlangen. Seither ist der Aktienkurs explodiert. Das wiederum rief Shortseller auf den Plan. Die Anzahl der leerverkauften Ocugen-Aktien hat sich über die letzten zwölf Monate mehr als verzehnfacht. Laut Marketwatch liegt der Short-Bestand heute bei über 29 %.

Kein Wunder also, dass die Aktie immer wieder wild ausschlägt. Beim Kurs von rund 10 US-Dollar bewegt sich die Marktkapitalisierung bei über 2,5 Mrd. US-Dollar. Da es bei den Augentherapien nur sehr langsam vorangeht, dürften schätzungsweise mindestens 90 % der Bewertung auf die Impfstoffhoffnung entfallen.

Sind die Hoffnungen berechtigt?

Für Ocugen spricht, dass der Bharat-Impfstoff COVAXIN im Gegensatz zu denjenigen von Novavax und Valneva bereits massenproduziert wird. Zig Millionen Dosen wurden in Indien verabreicht und in ausgewählte Länder exportiert. Der aus inaktiviertem SARS-CoV-2-Antigen hergestellte Impfstoff ist aufwendiger zu produzieren als andere Typen. Dafür glaubt das Management, dass er prinzipbedingt über diverse Vorteile verfüge.

Auch bei Menschen, die der noch jungen mRNA-Technologie misstrauen, dürfte der in Impfstoffen gegen andere Krankheiten milliardenfach bewährte Ansatz besser ankommen. Staaten, die die Impfquote maximieren möchten, setzen daher auf ein diversifiziertes Impfangebot. Diese Argumente erkennt offenbar auch die Weltgesundheitsorganisation an, die vor wenigen Tagen ihr Okay für COVAXIN gegeben hat.

Sollte Ocugen nun also zunächst in Kanada und später auch in den USA die Zulassung erhalten, dann sind Aufträge wahrscheinlich, wenn auch in ungewissem Umfang. Ob das reicht, um eine Milliardenbewertung zu rechtfertigen?

So, wie es für mich ausschaut, ist Ocugen vor allem koordinierend aktiv. Es organisiert die Zulassung, sucht Kontrakthersteller und Marketingpartner. Sie alle wollen bezahlt werden und Bharat Biotech als Lizenzgeber will natürlich auch mitverdienen. Von daher würde ich nicht mit einer Marge rechnen, die mit dem vergleichbar ist, was BioNTech (WKN: A2PSR2) je Dosis verdient.

Mein Fazit: Finger weg von der Ocugen-Aktie

Natürlich ist es spannend, das Auf und Ab des Charts von Ocugen zu beobachten. Wenn es dann wieder hochschießt und man nicht dabei ist, dann ist das irgendwie ärgerlich. Aber man sollte im Hinterkopf behalten, dass die Leerverkäufer im Grunde recht haben könnten. Selbst wenn Ocugen einige Aufträge bekommt, liegt noch ein langer Weg vor dem Unternehmen, um daraus ein nachhaltiges Geschäft aufzubauen. Die bisherigen Erfolge bei den Augenmitteln stimmen nicht gerade optimistisch.

Wahrscheinlich notiert die Aktie deutlich tiefer, sobald sich der Staub legt und klarer wird, wie groß (oder klein) das Ertragspotenzial für Ocugen wirklich ist. Kommt es so, dann wird der letzte Trade gegen die Leerverkäufer ein großes Verlustgeschäft.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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