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Die neuesten Quartalszahlen von BYD zeigen einmal mehr: Die BYD-Aktie ist massiv überbewertet

Seifenblase
Foto: Getty Images

Der chinesische Elektroautohersteller BYD (WKN: A0M4W9) konnte den Markt mit seinen aktuellen Quartalszahlen nicht überzeugen. Nachdem die BYD-Aktie im Vorfeld des Berichts auf ein Allzeithoch bei fast 325 Hongkong-Dollar gestiegen war, fiel sie in den Folgetagen um 9 %. Dabei belastete zusätzlich zum schwachen Quartalsbericht auch noch eine geplante Kapitalerhöhung die Stimmung, mit der das Unternehmen 1,8 Mrd. US-Dollar einnehmen möchte.

Auch ich bin von BYDs Quartalszahlen wenig beeindruckt und halte die Aktie für überbewertet. Aus den folgenden drei Gründen werde ich die BYD-Aktie auch zukünftig nicht kaufen.

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Die Rentabilität von BYD sinkt gegen den Trend

Im Moment leidet so ziemlich jeder Autohersteller unter dem weltweiten Mangel an Chips und anderen Bauteilen. Das dämpft die Erholung des Absatzes nach der Covid-Krise und treibt die Kosten in die Höhe. Deutsche Autohersteller haben auf diesen Trend reagiert, indem sie die knappen Halbleiter für höherpreisige Modelle verwendet haben. Das trieb die Gewinnmargen in die Höhe.

Bei BYD jedoch ging der Gewinn in den ersten neun Monaten gegenüber dem Vorjahr um fast 30 % zurück. Die operative Marge lag bei gerade einmal 2,7 %, und auch die Produktivität des Konzerns, gemessen am Verhältnis vom Umsatz zur Bilanzsumme, ist nur durchschnittlich. Weiterhin fehlt mir die Fantasie, wie das Unternehmen seine Profitabilität und Produktivität nachhaltig verbessern will.

Da muss man sich schon fragen, warum die BYD-Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von weit über 200 bewertet wird, während andere Auto-Aktien einstellige KGVs haben. (Stand: 1. November 2021)

Der Konzern ist mir zu sehr diversifiziert

Abgesehen von einer Automobilsparte (die auch bei Weitem nicht nur die Produktion von Elektroautos beinhaltet) besitzt BYD eine fast ebenso große Handy-Sparte, die Dienstleistungen rund um die Entwicklung und Herstellung von Mobiltelefonkomponenten anbietet. Synergien mit dem Auto-Geschäft sehe ich hier wenige. Aufgrund der dünnen Berichterstattung des chinesischen Konzerns fällt es schwer, sich ein Bild über die Entwicklung dieses Geschäfts zu machen. Daher ist es für mich ein unkalkulierbares Risiko, in das ich sicher nicht investieren möchte.

Mit dem geplanten Spin-off von BYD Semiconductor erhalten Anleger zumindest die Möglichkeit, entweder in den verbleibenden BYD-Konzern oder in die mit Infineon konkurrierende Halbleitersparte zu investieren. Dennoch bleibe ich bei der BYD-Aktie weiter an der Seitenlinie, solange sich an der Konzernstruktur und am Reporting nicht grundlegend etwas ändert.

BYDs Wette auf Plug-in-Hybride

Eine gute Nachricht ist, dass sich der Produktmix der Chinesen deutlich mehr in Richtung E-Mobilität zu verschieben scheint. Vermutlich ist das auch ein Grund für die Rekordjagd bei der BYD-Aktie.

Bis Ende August verkaufte das Unternehmen fast 266.500 Fahrzeuge mit Elektromotor und verdreifachte damit fast den Vorjahreswert, während die Verbrenner-Verkaufszahlen um 22 % auf etwas über 106.000 Stück fielen. Doch die starke Steigerung bei den „New Energy Vehicles“ (NEVs) hat einen Haken. Ein Großteil der Steigerung ging auf Plug-in-Hybride zurück, deren Verkaufszahl sich im laufenden Jahr auf 112.000 versechsfachte.

Ich persönlich halte Plug-in-Hybride für eine auslaufende Übergangstechnologie, die weder grün noch ingenieurstechnisch sinnvoll ist. Der leichte Rückgang im Verbrenner-Geschäft gepaart mit dem rasanten Anstieg der Plug-in-Hybride führt dazu, dass das Unternehmen im Jahr 2021 tatsächlich mehr Autos mit Verbrennungsmotor verkaufte als 2020.

Einmal mehr kann ich mich nur wundern, weshalb BYD für diese Leistung ein derart hohes KGV zugesprochen bekommt. Solange sich an alldem nichts ändert, werde ich mir die BYD-Aktie nicht ins Depot legen.

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Christoph Gössel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von BYD.

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