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Teamviewer-Aktie: Warum sie um 24,85 % eingebrochen ist

Foto: Getty Images

Teamviewer (WKN: A2YN90)-Aktien sind heute auf Xetra um 24,85 % auf 17,86 Euro gefallen (06.10.2021). Damit liegen sie nun unter dem Ausgabepreis vom September 2019. Bis zum Juli 2020 profitierte der Anbieter von Videokonferenz- und Fernwartungssoftware von den besonderen Pandemieumständen, doch dann begann mit zwei großen Werbeverträgen die bis heute andauernde Talfahrt.

Teamviewer bleibt hinter den Erwartungen zurück

Mit der Bekanntgabe seiner vorläufigen Ergebnisse für das dritte Quartal 2021 setzt Ernüchterung ein. Zwar konnte der Umsatz um 9,2 % auf 128 Mio. Euro gesteigert werden, aber damit verfehlte das Unternehmen seine eigenen Erwartungen deutlich.

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Teamviewer stellt zudem seine fakturierten Umsätze (Billings) in den Vordergrund, bei denen zukünftig in Rechnung gestellte Einnahmen mitberücksichtigt werden. Dieses Volumen wuchs um 18 % auf etwa 126 Mio. Euro. Das Unternehmen hatte jedoch zuvor für die zweite Jahreshälfte 2021 ein Wachstum von mindestens 20 % in Aussicht gestellt. Diese Erwartungen wurden verfehlt.

Es teilt zudem kein Nettoergebnis, sondern lediglich seine bereinigte EBITDA-Marge mit. Unternehmen greifen sehr häufig auf die EBITDA zurück, wenn sie kein tatsächliches Nettoergebnis mitteilen möchten.

Teamviewer erzielte im dritten Quartal 2021 eine EBITDA-Marge von 34 %, nennt jedoch keine Vorjahresvergleichsgröße. Für die ersten drei Quartale 2021 liegt sie bei 48 %, was darauf hindeutet, dass der Gewinn im dritten Quartal stärker gesunken sein könnte.

Teamviewer spricht in seiner Präsentation von einem stärkeren Wettbewerb im unteren Preissegment, höheren Investitionen und Mehraufwendungen für die Kundengewinnung. Alle Faktoren wirken sich negativ auf den Gewinn aus.

Die Net Retention Rate stieg von 88 % im zweiten auf 100 % im dritten Quartal 2021. Das Großkundengeschäft wuchs, blieb aber ebenfalls hinter den Wachstumserwartungen zurück. Die Kündigungsquote verbesserte sich im dritten Quartal 2021 auf 14,6 %.

Deutlich reduzierte Aussichten  

Hauptgrund für den Kursrutsch sind die im dritten Quartal 2021 verfehlten Erwartungen und der nun gesenkte Ausblick. So geht Teamviewer im Gesamtjahr 2021 von Umsätzen in Höhe von 495 bis 505 Mio. Euro aus. Zuvor lag die Spanne bei 525 bis 540 Mio. Euro. Damit könnte das Unternehmen im Gesamtjahr 2021 seinen Umsatz im schlechtesten Fall nur noch um 8,6 % und im besten Fall um 10,8 % steigern.

Da der Markt vorher mit Wachstumsraten von 20 % rechnete, sinkt in den Augen vieler Investoren der Unternehmenswert. Teamviewer reduziert aber auch seine Ergebnisaussichten. Nun wird eine bereinigte EBITDA-Marge von 44 bis 46 %, statt bisher 49 bis 51 %, erwartet. Auch hier nennt das Unternehmen keine Nettogewinngröße, was meist kein gutes Zeichen ist.

Der Softwareanbieter nimmt zudem seine langfristigen Wachstumserwartungen zurück. So geht er nun für 2022 und darüber hinaus von einem Billings-Wachstum im oberen Zehnerprozentbereich aus, statt bisher mindestens 25 %. Die Gewinnmargen sollen sich jetzt langfristig nur noch erholen und nicht mehr steigen.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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