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Facebook-Aktie: 2 Gründe, warum ein Investment nicht infrage kommt

Tech-Aktien
Foto: Getty Images
  • Facebook (A1JWVX) steht zurzeit massiv in der Kritik.
  • Die Vorwürfe der Whistleblowerin Frances Haugen sind aber nicht alles.
  • Die Klage zweier institutioneller Investoren deutet an, dass Facebook das Geld seiner Aktionäre missbraucht.

In den vergangenen drei Monaten lief es nicht so gut für die Facebook-Aktie. Unter dem Strich steht ein Minus von 4,3 %. Das Papier notiert heute bei 287,15 Euro (Stand: 6. Oktober 2021).

Ich persönlich fand die Facebook-Aktie noch nie sonderlich interessant. Das Geschäftsmodell sehe ich seit Jahren kritisch. Sicherlich lässt sich mit der Aufmerksamkeit der Menschen im Netz viel Geld verdienen. Aber wenn ich mein Geld in ein Unternehmen stecken soll, muss ich voll und ganz hinter dem Geschäftsmodell stehen können. Als Aktionär bin ich Miteigentümer des Unternehmens. Ich muss seine Geschäftspraktiken auch nach außen vertreten können. Das ist auch eine Frage der Moral.

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Facebook hat kein gesundes Geschäftsmodell

Ein starkes Unternehmen verdient Geld, indem es der Gemeinschaft wertvolle Dienste leistet. Während der Corona-Pandemie haben sich beispielsweise einige Pharmaunternehmen verdient gemacht. Auch im Bereich des alltäglichen Lebens stolpern wir immer wieder über Firmen, die uns und unseren Mitmenschen das Leben erleichtern. Facebook aber ist weit davon entfernt, finde ich.

Du hast sicherlich von den aktuellen Leaks aus dem Konzern gelesen. Die ehemalige Mitarbeiterin Frances Haugen erhebt schwere Vorwürfe:

  • Facebook-CEO Mark Zuckerberg kontrolliere alle wichtigen Entscheidungen.
  • Soziale Verantwortung stehe hinter den Gewinnen zurück.
  • Das Unternehmen versuche, Kinder von seinen Plattformen abhängig zu machen.

„Facebook hat es nicht verdient, dass wir ihm blindes Vertrauen entgegenbringen“, sagte sie vor dem Unterausschuss des US-Senats. Ich denke, Haugen weiß, wovon sie spricht. Vor ihrem Job bei Facebook arbeitete sie bei der Google-Abteilung von Alphabet (WKN: A14Y6H), bei Pinterest (WKN: A2PGMG) und anderen Unternehmen für soziale Netzwerke. Ihr berufliches Spezialgebiet ist das Entwickeln von Algorithmen, die bestimmen, welche Inhalte welchen Nutzern angezeigt werden.

„Facebook missbraucht das Geld seiner Aktionäre“

Der Vorwurf ist hart. Und er kommt nicht von mir, sondern von großen institutionellen Investoren des Unternehmens: Zwei Versorgungswerke reichten im Juli dieses Jahres Klage gegen CEO Mark Zuckerberg und Facebook selbst ein.

Ihr Vorwurf: Facebook verschenkte mehr als 4 Mrd. US-Dollar, um den Chef zu retten.

Der konkrete Fall: Facebook zahlte im Jahr 2019 wegen Cambridge Analytica 5 Mrd. US-Dollar Strafe an die Federal Trade Commission (FTC), die Wettbewerbs- und Verbraucherschutzbehörde der Vereinigten Staaten.

Ganz schön viel Geld – viel zu viel, sagen die beiden Kläger. Denn eigentlich hätte Facebook nur maximal 300 Mio. US-Dollar zahlen müssen.

Warum zahlte Facebook freiwillig mehr Geld?

Zum Arrangement mit der FTC gehörte auch, dass Mark Zuckerberg nicht persönlich vorgeladen wird. Auch muss er seine Unterlagen nicht offenlegen und er persönlich wird nicht angeklagt. Facebook verschenkte also 4,7 Mrd. US-Dollar, um Zuckerberg vor weiteren juristischen Folgen des Cambridge-Analytica-Skandals zu bewahren.

Das ist nicht nur moralisch verwerflich. Das würde auch bedeuten, dass Facebook das Geld seiner Aktionäre missbraucht. Ein Urteil über die Klage steht noch aus.

Die Aktie ist für mich keine Investment-Option

Ein sauberes Geschäftsmodell, das echte Werte schafft und gleichzeitig für konstante Cashflows sorgt, bedeutet die halbe Miete. Ja, Zuckerberg und sein Team verdienen viel Geld. Das siehst du auch in dem folgenden Diagramm. Hier zeige ich dir die jeweils über zwölf Monate rollierenden Umsätze und Gewinne seit Dezember 2014.

Facebook

Aber das Geschäftsmodell behagt mir nicht. Als Miteigentümer von Facebook würde ich mich nicht wohlfühlen. Andere Aktien, wie diese hier, geben mir ein besseres Gefühl und ebenfalls ansehnliche Gewinne.

Ein integres Management aus klugen Köpfen ist ebenfalls ein wichtiger Teil des Fundaments. Und auch hier sehe ich Schwächen bei Facebook. Wenn das Geld der Aktionäre dazu genutzt wird, den CEO aus juristischen Streitigkeiten herauszuboxen, halte ich mich fern.

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Henning Lindhoff besitzt keine der erwähnten Aktien. Suzanne Frey arbeitet als Führungskraft bei Alphabet und sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. Randi Zuckerberg, eine frühere Leiterin der Marktentwicklung und Sprecherin von Facebook sowie Schwester von CEO Mark Zuckerberg, sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alphabet (A- & C-Aktien). Facebook und Pinterest. 

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