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Die Nel-Aktie sieht nach 50 % Minus in 2021 wieder billig aus – jetzt kaufen?

Erneuerbare Energien Wasserstoff Nel Hydrogen
Foto: Getty Images

Wasserstoff-Aktien wie die Nel-Aktie (WKN: A0B733) hatten bisher kein gutes Jahr. Der Aktienkurs des norwegischen Wasserstoffspezialisten hat sich im Jahresverlauf halbiert und steckt mittelfristig weiter in einem Abwärtstrend fest.

Nach dem heftigen Kursanstieg in 2020 war mir die Nel-Aktie zu heiß geworden. Winken hier mittlerweile wieder Kursgewinne?

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Die Bewertung der Nel-Aktie ist deutlich gefallen

Für ein Investment in die Nel-Aktie spräche eindeutig die deutlich gesunkene Bewertung des Wasserstoffspezialisten. Klar, mit einer Marktkapitalisierung von 21 Mrd. Norwegischen Kronen (rund 2,1 Mrd. Euro) ist die Nel-Aktie lange kein Geheimtipp mehr (Stand: 24. September 2021). Aber man kann sich nun zumindest wieder ausmalen, wie das Unternehmen in diese Bewertung hineinwachsen könnte.

Das erklärte Ziel von Nel ist es, die die Produktionskosten von grünem Wasserstoff auf 1,50 US-Dollar zu drücken. Das wäre ein extrem wettbewerbsfähiger Preis. Nel baut zum Erreichen dieses Ziels auf Partnerschaften mit etablierten Unternehmen wie Howden und Aker sowie auf die erste „Wasserstoff-Gigafactory“. Die in Herøya stehende, hochautomatisierte Fabrik soll in Kürze mit dem Produktionshochlauf starten. Sobald die Produktion hochgefahren ist, dürfte sich die Kostenstruktur der Norweger deutlich verbessern. Das wird dem Unternehmen beim Erreichen der Profitabilität Mitte der Dekade helfen.

Was für und was gegen die Nel-Aktie spricht

Nachfrageseitig dürfte es nicht zu Engpässen kommen: Die internationale Energieagentur erwartet, dass bis 2050 eine Wasserstoffproduktionsleistung von 3,6 Terawatt installiert werden muss, um die Welt bis zu diesem Zeitpunkt klimaneutral zu machen. Aktuell steht ein Zwölftausendstel (!) davon. Das ist ein phänomenales Wachstum und die Nel-Aktie ist mittendrin.

Doch reicht das, um die norwegische Wasserstoffaktie zu einem Kaufkandidaten zu machen?

Das jährliche Marktvolumen in 2050 könnte etwa 300 Gigawatt betragen. Nimm einen 15 %-Marktanteil, einen gegenüber heute deutlich niedrigeren Elektrolyseurpreis von 150 Euro je Kilowatt und eine 8 %-Nettomarge an und Nel könnte 2050 einen Jahresgewinn von rund 540 Mio. Euro schreiben. Schlagen wir für das Tankstellengeschäft ein Drittel drauf. Bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 15 wäre die Nel-Aktie mit 10,8 Mrd. Euro bewertet. Das wäre gegenüber dem heutigen Stand eine Verfünffachung.

Das klingt zunächst nicht verkehrt. Doch es handelt sich hier um einen Zeitraum von fast 30 Jahren. Die Jahresrendite wäre geringer als die des DAX seit 1990. Dabei ist die Nel-Aktie wesentlich riskanter als der DAX. Das Potenzial der Wasserstoffwirtschaft ist schwer zu quantifizieren. Zudem ist völlig unklar, ob sich die Elektrolyse und Nel als Anbieter durchsetzen können werden.

Foolishes Fazit

Die hohen Ambitionen und langfristigen Ziele von Nel gefallen mir. Doch damit bin ich offenbar nicht der Einzige. Trotz der herben Kursverluste, die Anleger im laufenden Jahr erleben mussten, ist mir die Nel-Aktie weiterhin zu teuer. Die erwartete Rendite ist zu gering.

Damit sich das ändert, muss entweder das Zukunftsbild deutlich klarer werden oder die Nel-Aktie muss weiter fallen.

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Christoph Gössel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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