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Ist Pfizer jetzt ein Kauf?

Investor denkt nach Strafzinsen
Foto: Getty Images

Wichtige Punkte vorab:

  • Pfizer hat bei der COVID-19-Pandemie Kompetenz bewiesen.
  • Das Unternehmen will nun auf diesem Erfolg aufbauen und sich auf Innovationen konzentrieren.
  • Es wird mehr Erfolg in klinischen Studien brauchen, wenn es sich neu positionieren will.

Die meisten Schlagzeilen zu Pfizer (WKN: 852009) drehten sich in den letzten zwei Jahren um den Impfstoff gegen COVID-19. Das macht Sinn. Wir befanden uns mitten in einer Pandemie. Aber das Bild klärt sich nun (ein wenig) im Hinblick darauf, was dies für das Unternehmen finanziell bedeutet.

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Der künftige Wert der Aktie wird wahrscheinlich eher auf den anderen Medikamenten und der Pipeline beruhen. Und genau darauf konzentriert sich das Management. Schauen wir uns an, ob es nach COVID-19 genug gibt, um die Aktie im Moment zu einem guten Wert zu machen.

Die weltweite Gesundheitskrise

Derzeit verbindet jeder Pfizer mit Comirnaty, dem COVID-19-Impfstoff, den das Unternehmen mit Partner BioNTech entwickelt hat. Das Management schätzt nun, dass das Unternehmen allein mit diesem Medikament in diesem Jahr 33,5 Mrd. US-Dollar einnehmen wird. Das ist ein großer Gewinn für die Aktionäre.

Vielleicht noch beeindruckender ist, wie das Unternehmen seine Kompetenz bei der Durchführung von Studien, der Herstellung, der Logistik und den Zulassungsverfahren unter Beweis gestellt hat. Die wissenschaftlichen Entdeckungen sorgen für Schlagzeilen, aber es ist eine bemerkenswerte Leistung, ein Medikament vom Labor an Milliarden von Menschen zu bringen. Pfizer-CEO Albert Bourla weiß das. Er will allerdings auch auf der attraktiven Seite der Arzneimittelforschung stehen.

Das Unternehmen wird sich verändern

Seit Bourlas erster Telefonkonferenz als CEO von Pfizer hat er seine Strategie mit drei Worten umrissen: „Innovation für Wachstum.“ Er setzte sie um, indem er das patentfreie und generische Geschäft in Viatris ausgliederte und GlaxoSmithKline das Consumer-Health-Geschäft in einem Joint Venture übernehmen ließ. Die Strategie ist nie ins Wanken geraten.

Wie das Unternehmen mitteilt, ist das erste Ergebnis dieses Ansatzes die Entwicklung eines Impfstoffs in weniger als einem Jahr, um die Pandemie einzudämmen. Allerdings gab es in den letzten Jahren einige peinliche Misserfolge bei klinischen Versuchen. Und wenn sich das Unternehmen für sein Wachstum auf Innovationen verlassen will, muss es mehr Erfolge erzielen, wenn es von der Wall Street nicht nur als langsam wachsender Blue Chip behandelt werden soll.

Die Aktie ist billig, wenn das Management liefert

Angesichts des überwältigenden finanziellen Gewinns, der dem Impfstoff zuzuschreiben ist, und der Tatsache, dass Impfungen zu einem politischen Thema werden, ist die Unsicherheit in den nächsten Jahren groß. Um herauszufinden, ob es sich lohnt, die Aktie zu kaufen, werde ich künftige Gewinne auf die Gegenwart abzinsen und sie mit anderen großen Pharmaunternehmen vergleichen. Das ist natürlich nur eine Schätzung. Aber es könnte einen gewissen Einblick geben.

Glücklicherweise hat Pfizer in seiner Prognose für 2021 Comirnaty getrennt, so dass wir das Kerngeschäft und den Impfstoff separat betrachten können. Die Zahlen setzen sich wie folgt zusammen.

2021 Guidance Total Kerngeschäft* Comirnaty
Umsatz 79 Mrd. US-Dollar 46 Mrd. US-Dollar 33,5 Mrd. US-Dollar
Einnahmen pro Aktie 4,00 US-Dollar 2,60 US-Dollar 1,40

Quelle: Pfizer, *zur Mitte der Guidance

Das Management hat sich zu einem jährlichen Umsatzwachstum von 6 % verpflichtet, wobei Comirnaty nicht mitgerechnet wird. Es hat auch gesagt, dass dies zu einem zweistelligen Wachstum unterm Strich führen wird. Rein rechnerisch würde das den fairen Wert der Aktie auch ohne den Impfstoff auf über 70 US-Dollar bringen. Derzeit wird die Aktie zu etwa 46 US-Dollar gehandelt.

Rechnet man Comirnaty hinzu, könnte der faire Wert bei 75 US-Dollar pro Aktie liegen. Das würde bedeuten, dass die Aktie derzeit stark unterbewertet ist.

Hier besteht eindeutig eine Diskrepanz. Der durchschnittliche Analyst, der die Aktie beobachtet, erwartet, dass die Erträge im nächsten Jahr um mehr als 10 % sinken werden. Das könnte passieren. Das Unternehmen hat eine ganze Reihe von Verträgen unterzeichnet, um Impfstoffe bis 2022 zu einem nicht gewinnorientierten Preis an Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommensniveau zu liefern. Selbst dann würde Pfizer zum 11-Fachen der Gewinne des nächsten Jahres gehandelt werden. Das wäre immer noch ein günstigeres Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) als bei Merck, Eli Lilly oder Novartis, drei anderen großen Arzneimittelhersteller.

Via YCharts

Das Fazit

Letztendlich wird Pfizer beweisen müssen, dass es das Versprechen eines Umsatzwachstums, das sich auf den Gewinn auswirkt, einhalten kann. Im Moment erschwert der Erfolg des Impfstoffs jede Analyse der Zukunft. Wenn das Unternehmen jedoch seine Ziele erreicht, dürften die Aktionäre reichlich belohnt werden. Derzeit scheint die Aktie aus gleich mehreren Perspektiven günstig zu sein.

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Jason Hawthorne besitzt Aktien von BioNtech. The Motley Fool empfiehlt Glaxo Smith Kline und Viatris. Dieser Artikel erschien am 2.9.2021 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

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