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Gazprom-Aktie: 3 Entwicklungen, von denen sie gerade profitiert

Pipelines mit Sonnenuntergang
Foto: Getty Images

Gazprom (WKN: 903276)-Aktien sind in den vergangenen zwölf Monaten um mehr als 74 % gestiegen (03.09.2021). Längerfristig liegt sie allerdings immer noch weit hinter dem breiten Markt (DAX). Ähnlich wie bei vielen chinesischen Unternehmen sind auch bei Gazprom in Deutschland nur ADR-Zertifikate handelbar. Wer die Stammaktie besitzen möchte, muss in Moskau kaufen.

1. Erdgaspreisentwicklung lässt Gazprom-Gewinne steigen

Aktuell profitiert Gazprom hauptsächlich von jenen Faktoren, die den Kurs nach 2008 negativ beeinflusst haben. So ist der Erdgaspreis in den vergangenen zwölf Monaten mit 78,5 % fast ähnlich stark wie der Aktienkurs gestiegen (03.09.2021). Er wird auch für die zukünftige Kursentwicklung sehr entscheidend sein. Erdgas gilt als Übergangslösung in der Energiewende. Doch langfristig, könnte es durch Wasserstoff ersetzt werden.

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Gazprom meldete zuletzt seine Halbjahreszahlen 2021. Sie fielen sehr erfreulich aus. So stieg der Umsatz um 49,9 % auf 4.351.968 Mio. Russische Rubel (etwa 50,3 Mrd. Euro). Im Gesamtjahr 2021 und in Rubel gerechnet könnte so ein neuer Rekordumsatz erreicht werden. Der Gewinn vollzog gegenüber dem Vorjahreszeitraum einen Sprung von 45.460 auf 995.521 Mio. Russische Rubel (etwa 11,5 Mrd. Euro). Im Vorjahr (2020) fiel das Ergebnis aufgrund der Wirtschaftskrise und der damit verbundenen geringeren Nachfrage sehr niedrig aus.

Im ersten Halbjahr 2021 konnte Gazprom seinen Gasabsatz um 18,0 % auf 272,3 bcm steigern. Auch in allen Nebenbereichen konnte der Konzern wieder zulegen. So stiegen die Erdölerlöse um 85,4 % auf 393.058 Mio. Russische Rubel, der Verkauf der Raffinerieprodukte um 45,3 % auf 1.192.765 Mio. Russische Rubel, die Strom und Wärmeenergie-Umsätze um 18,6 % auf 299.185 Mio. Russische Rubel, der Gastransport-Umsatz um 2,6 % auf 112.173 Mio. Russische Rubel und die Erlöse aus übrigen Geschäften um 9,9 % auf 134.230 Mio. Russische Rubel.

2. Gazprom profitiert von China

Gazprom exportiert mehr und mehr Gas nach China. Sogar die Abrechnungen werden jetzt über die Tochter Gazprom Neft in Yuan statt US-Dollar vorgenommen. Im August 2021 wurde das vierte Mal in diesem Jahr ein neuer Absatzrekord aufgestellt. Derzeit steigt die Erdgasproduktion des Konzerns immer noch weiter an.

3. Nord Stream 2 nimmt bald Betrieb auf

Zudem konnte die Nord-Stream-2-Pipeline fertiggestellt werden. Sie besteht aus zwei Strängen, wird noch in diesem Jahr den Betrieb aufnehmen und besitzt eine Gesamtkapazität von jährlich 55 Mrd. Kubikmetern. Durch sie allein könnten bis Ende des Jahres 2021 5,6 Mrd. Kubikmeter Erdgas strömen. Ihr Bau war aufgrund der höheren direkten Abhängigkeit von Russland umstritten. Für Deutschland und Europa wird sie hingegen zu niedrigen Erdgaskosten führen.

Die weitere Entwicklung der Gazprom-Aktie hängt sehr stark vom Erdgaspreis ab. Da er fluktuiert, sind zwischenzeitlich auch sehr starke Anstiege möglich.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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