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Heidelberger Druck-Aktie: Docufy-Verkauf, Bewertung und historische Betrachtung

Deutsche Börse Bulle und Bär
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Heidelberger Druck (WKN: 731400)-Aktien sind innerhalb der vergangenen zwölf Monate schon um mehr als 290 % gestiegen (31.08.2021). Das Unternehmen hat sich von den Folgen der Coronakrise erholt. So stieg der Auftragseingang im ersten Geschäftsquartal 2021/2022 von 346 auf 652 Mio. Euro. Der Umsatz verbesserte sich von 330 auf 441 Mio. Euro. Heidelberger Druck profitiert von seiner Digitalisierungsstrategie und seinem neuen stark wachsenden Wallbox-Geschäft.

Heidelberger Druck verkauft Docufy

Nun setzt das Unternehmen mit dem Verkauf seiner Softwaretochter Docufy einen weiteren strategischen Schritt. Käufer ist die Berliner Beteiligungsgesellschaft Elvaston Capital Management. Heidelberger Druck erwartet aus dem Verkauf einen Gewinn von 20 Mio. Euro, der sich positiv auf die Jahresbilanz auswirken wird.

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So hob Heidelberger Druck im Gleichzug die Erwartungen für seine EBITDA-Marge für das Geschäftsjahr 2021/2022 von 6,0 bis 7,0 % auf 7,0 bis 7,5 % an. Aktienkurse orientieren sich neben der Bewertung häufig an der Gewinnentwicklung, sodass Heidelberger-Druck-Wertpapiere heute (31.08.2021) in Frankfurt um 1,94 % zulegten.

„Wir verschlanken weiter konsequent unsere Strukturen und fokussieren das Portfolio auf die Kern-Wachstumsfelder. Dies schafft weitere finanzielle Freiräume für Heidelberger. Zusammen mit der guten Auftragslage können wir die Prognose für das laufende Jahr trotz erhöhter Materialkosten anheben“, so der Finanzvorstand Marcus A. Wassenberg.

Heidelberger Druck legt seinen Fokus weiter auf das cloudbasierte Kerngeschäft. Insbesondere in entsprechende Software und Plattformen für die Druckindustrie soll zukünftig investiert werden. Sie versprechen eine höhere Gewinnmarge. Das Unternehmen wird somit den erzielten Docufy-Erlös nutzen, um diesen Bereich weiter auszubauen. Docufy soll sich hingegen unter Elvaston weiterentwickeln. Dazu zählen der Angebotsausbau, neue Partnerschaften und die Geschäftsinternationalisierung.

Bewertung und historische Betrachtung

Trotz der erzielten Fortschritte und des hoffnungsvollen Ladelösungsgeschäfts (Wallboxen) scheint der Kurs aktuell schon der fundamentalen Entwicklung enteilt zu sein. In den vergangenen zehn Jahren ist Heidelberger Druck weiter geschrumpft. In fünf von zehn Jahren wurde ein Verlust erwirtschaftet. Die Eigenkapitalquote lag zur Jahresmitte 2021 nur bei 3,8 %. Den langfristigen Verbindlichkeiten von 1.224 Mio. Euro standen nur flüssige Mittel von 173 Mio. Euro gegenüber.

Und auch im ersten Geschäftsquartal 2020/2021 kam Heidelberger Druck nur auf einen Verlust von -14 Mio. Euro.

Kurzfristig könnte sich das Geschäft aufgrund der steigenden Aufträge weiter verbessern. Doch ob dem Unternehmen nach sehr vielen Jahren der Krise nun die Wende gelingt, muss sich noch zeigen.

Heidelberger Druck war im Zuge des Niedergangs der gedruckten Medien etwa ab dem Jahr 2000 in Schwierigkeiten geraten. Druckmaschinen wurden plötzlich immer weniger nachgefragt. Viele Werke wurden seitdem verkauft, Tausende Mitarbeiter abgebaut und die Kosten gesenkt. Dennoch ist bis heute keine Ergebniswende gelungen.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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