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Möbel-Aktien: Ist Steinhoff wirklich so viel wert wie die Home24-Aktie?

Käufer auf Rolltreppe
Foto: Getty Images

Möbel-Aktien im Vergleich:
– Vor wenigen Tagen wurden die international agierenden Home24 und Steinhoff mit exakt 500 Mio. Euro bewertet.
– Home24 ist ein aufstrebendes E-Commerce-Unternehmen, während Steinhoff vor allem im Präsenzhandel aktiv ist.
– Steinhoff dreht trotz Schrumpfkur noch ein viel größeres Rad. Die Finanzen sprechen jedoch für Home24.

Zwei sehr unterschiedlich Möbel-Aktien mit Parallelen

Steinhoff International (WKN: A14XB9) und Home24 (WKN: A14KEB) sind zwei Möbel-Aktien, die den Markt jeweils auf ihre Art aufgemischt haben. Steinhoff versuchte sich darin, ein internationales Imperium aufzubauen und als Konsolidierer Größenvorteile zu schöpfen. Home24 startete als digital getriebener Onlinehändler mit großen internationalen Ambitionen.

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Doch als der Kurs von Home24 im März 2020 unter die Marke von 3 Euro rutschte nach einem Emissionskurs von 23 Euro (Juni 2018) –, haben viele den Möbelhändler abgeschrieben. Möbel funktionieren nicht online, die will man doch vor dem Kauf live erleben, meinten Kritiker. Dann kam die Pandemie und alle Welt stürzte sich auf Onlineangebote. Home24 sieht sich nun wieder in der Erfolgsspur.

Gleichzeitig hatten auch viele Steinhoff abgeschrieben. Nach dem großen Bilanzskandal habe der Konzern keine Zukunft mehr. In diesem Fall half auch Corona nichts. Vielmehr stellte die Pandemie einen weiteren Nackenschlag dar. Seit dem Voranschreiten der globalen Impfkampagne glauben einige Anleger nun allerdings, Licht am Ende des Tunnels zu erkennen. Zuletzt wurde auch die Steinhoff-Aktie wieder zu höheren Kursen um 12 Cent gehandelt.

Damit lagen Home24 und Steinhoff im August zeitweise nahezu gleichauf bei rund 500 Mio. Euro. Was also haben die beiden Möbel-Aktien ihren Anlegern zu bieten?

Home24 und Steinhoff im Zahlenvergleich

Home24 meldete einen Umsatz von 325 Mio. Euro für das erste Halbjahr. Bei Steinhoff hingegen waren es im Halbjahresbericht zum 31. März stolze 4,5 Mrd. Euro. Bedeutet das also, dass Steinhoff 14-mal so groß ist? Nicht ganz, denn das sind konsolidierte Werte. Zum Beispiel beträgt die Beteiligung am großen Umsatzbringer Pepkor (WKN: A2JPBS) nur noch 68 %. Zwischenzeitlich ist auch Pepco (WKN: A3CQ3M) an die Warschauer Börse gegangen, sodass der Anteil auf knapp 79 % gesunken ist.

Andererseits könnte man noch die 1,7 Mrd. Euro von Mattress Firm hinzurechnen, die Steinhoff etwa zur Hälfte gehört und nicht konsolidiert wird. Und bei Home24 wären noch 49 % von Mobly herauszurechnen, die im Februar in Sao Paulo an die Börse gebracht wurden. Im Ergebnis lässt sich feststellen, dass Steinhoff auf jeden Fall mehr als zehnmal mehr Umsatz macht.

Ein ähnliches Bild zeigt sich zunächst beim operativen Ergebnis. Steinhoff weist dort 271 Mio. Euro nach sechs Monaten aus, während bei Home24 ein Verlust von 11,9 Mio. Euro anfiel. Ist die Holding also auch bei der Rentabilität klar im Vorteil? Immerhin konzentriert sie sich heute fast ausschließlich auf profitable Geschäfte mit Entwicklungspotenzialen.

Allerdings muss auch bei dieser Möbel-Aktie ein Teil den Minderheitsaktionären zugerechnet werden. Und schaut man weiter runten in der Gewinn- und Verlustrechnung, dann dreht sich das Bild. Finanzierungskosten von 0,6 Mrd. Euro drücken das Nettoergebnis erneut tief ins Minus, auf -0,4 Mrd. Euro. Bei Home24 liegt der Wert bei handlichen -13 Mio. Euro.

Der Grund ist klar: Home24 ist praktisch schuldenfrei, während Steinhoff trotz der vielen Verkäufe noch immer auf einem Schuldenberg im Bereich von 12 Mrd. Euro sitzt.

Der Ausblick spricht für Home24

Aufgehäufte Verluste von über 14 Mrd. Euro stehen zum 31. März in der Bilanz und ein negatives Eigenkapital von 4 Mrd. Euro. Home24 auf der anderen Seite weist knapp 0,2 Mrd. Euro Eigenkapital aus. Das Management verfolgt eine klare Wachstumsstrategie und um den Fortbestand macht sich heute wohl niemand mehr Sorgen.

Das sieht bei Steinhoff anders aus. Im Moment ist deren Management vor allem damit beschäftigt, Kläger und Gläubiger unter einen Hut zu bringen. Ein über 1 Mrd. Euro schweres Vergleichsangebot soll den Weg nach vorn frei machen. Rücklagen dafür stehen bereits in der Bilanz, sodass sich die zusätzlichen Belastungen im Rahmen bewegen dürften, wenn es dem Management gelingt, eine Einigung zu erzielen.

Aber dann müssen immer noch die 4 Mrd. Euro irgendwie hereinkommen, um die Bilanz auszugleichen. Einen Teil davon steuerten zuletzt die erfolgreichen Töchter bei. Pepkor hat seit dem 31. März noch mal ein Drittel zugelegt und der Pepco-Börsengang sorgte nicht nur für eine Finanzspritze, sondern auch für einen schönen Buchgewinn.

Die Lage sieht besser aus als vor einem Jahr, aber meine Zweifel bleiben groß. Steinhoff wird noch weitere Beteiligungen verkaufen und wahrscheinlich auch irgendwann eine Eigenkapitalerhöhung vornehmen müssen. Was dann für die aktuellen Aktionäre noch bleibt vom einstigen Imperium, ist ungewiss. Home24 hingegen könnte schon 2023 die Umsatzmarke von 1 Mrd. Euro übertreffen, bei steigenden Margen. Für mich ist daher klar, auf welche Möbel-Aktie ich mein Geld setzen würde.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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