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Umsatz +133 %! Sogar der reichste Mann Europas will diesen Konzern im Portfolio

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Foto: Getty Images

Der Modekonzern Hugo Boss (WKN: A1PHFF) legte für das zweite Quartal 2021 auf den ersten Blick ordentliche Zahlen vor. Der Konzernumsatz stieg währungsbereinigt um 133 % auf 629 Mio. Euro. Das EBIT lag bei 42 Mio. Euro nach einem Minus von 250 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.

Das Management traut sich auf Basis dieser Zahlen erstmals eine Prognose für 2021 zu und geht davon aus, den Umsatz im Geschäftsjahr um 30 bis 35 % steigern zu können. Das EBIT von Hugo Boss soll 125 bis 175 Mio. Euro erreichen. Im vergangenen Jahr fiel während der Corona-Krise ein Verlust von 236 Mio. Euro an.

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Hast du 2020 bereits in den Modekonzern investiert?

Dann herzlichen Glückwunsch zu diesem guten Riecher! In den letzten zwölf Monaten kletterte der Aktienkurs um mehr als 115 % und steht heute bei 50,50 Euro (Stand: 2. August 2021). Womöglich ist bald aber auch der richtige Zeitpunkt für einen Ausstieg gekommen.

Schon seit einiger Zeit ranken sich Übernahmegerüchte um den Konzern. Als heißer Kandidat galt bis vor Kurzem der Sportmodehersteller Frasers (WKN: A0MK5S). Die Briten stiegen erst im vergangenen Jahr bei Hugo Boss ein und bauten den Anteil anschließend bis auf mehr als 15 % aus. Zwar wies das Frasers-Management entsprechende Spekulationen inzwischen zurück. Berichten zufolge gibt es aber noch weitere potenzielle Käufer.

Dabei fallen auch immer wieder die Namen der beiden Luxusgüterkonzerne LVMH (WKN: 853292), geführt von Europas reichstem Mann Bernard Arnault, und Kering (WKN: 851223). Einige große Investoren sollen ebenfalls schon Interesse an dem Modehändler bekundet haben. In die Karten spielt bei solchen Übernahmegerüchten natürlich auch die weiter niedrige Marktkapitalisierung von Hugo Boss, die bei knapp 3,5 Mrd. Euro liegt.

Ist Hugo Boss ein langfristig starkes Investment?

Auffällig sind zudem die vielen Insiderkäufe, die in diesem Jahr gemeldet wurden. Zuletzt legte sich Aufsichtsratsmitglied Antonio Simina 2.000 Anteilsscheine ins Depot. Im ersten Halbjahr kauften Insider damit insgesamt über 139.000 Aktien im Wert von mehr als 6 Mio. Euro.

Aus meiner Sicht ist Hugo Boss aber nicht viel mehr als eine Zock-Aktie. Die angekündigte Trendwende nach Corona lässt hoffen, aber als langfristiges Investment kommt das Unternehmen nicht infrage.

Warum? Mir sind die fundamentalen Daten des Konzerns letztlich viel zu schwach. Insbesondere die Bilanz ist äußerst wacklig. Die Schulden sind beinahe halb so hoch wie das Eigenkapital. Der Verschuldungsgrad stieg in den vergangenen fünf Jahren von zunächst 16 auf heute 46 %. Da schrillen bei mir die Alarmglocken.

Mit Hugo Boss lernst du, Geschäftsberichte zu lesen

Ja, das Management spricht von steigenden Umsätzen und einem wachsenden EBIT nach der Corona-Pandemie. Das hört sich erst einmal gut an. Doch was haben wir Anleger davon? Fast nichts. Für uns zählen am Ende der Nettogewinn und der freie Cashflow. Und wie sieht es hier bei Hugo Boss aus? Mau. Seit Juni 2020 operiert das Unternehmen in der roten Zone. Das wieder anziehende EBIT signalisiert zwar, dass Hugo Boss die Talsohle womöglich bald verlassen könnte. Doch wirklich euphorisch bin ich nicht.

Auch der Deutsche Handelsverband (HDE) ist skeptisch. Mit Blick auf das zweite Halbjahr erklärte der Verband vor wenigen Tagen, die Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Erholung seien „nicht schlecht“. Im Bekleidungshandel seien aber die Umsatzerwartungen noch eingetrübt.

Weder fundamental noch perspektivisch reißt mich Hugo Boss vom Hocker. Es gibt aktuell deutlich interessantere Aktien.

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Henning Lindhoff besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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