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Teamviewer – die deutsche Technologie-Aktie mit Burggraben?

Lenovo TeamViewer
Foto: Getty Images

Die Aktie von Teamviewer (WKN: A2YN90) hat nicht den besten Lauf hinter sich. Der Schwerpunkt des deutschen Unternehmens liegt mit Software für Fernzugriff und Fernwartung im Zentrum des aktuellen Trends zu mehr Digitalisierung. Trotzdem hat sich der Aktienkurs seit dem Allzeithoch im vergangenen Juli fast halbiert. Zuletzt hat die Unternehmensleitung die Märkte nämlich mit einem recht schwachen Wachstum und teuren Sportsponsoringverträgen verschreckt.

Für das aktuelle Geschäftsjahr wird bei der aktuellen Unternehmensbewertung eine Free-Cashflow-Rendite von ca. 3 % erwartet. Nicht schlecht dafür, dass das Unternehmen auch in den nächsten Jahren mit zweistelligen Wachstumsraten wachsen soll und schon heute mit operativen Margen weit über 30 % äußerst profitabel ist.

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Wie stark ist der Burggraben von Teamviewer?

Die zentrale Frage bei der Bewertung muss daher in meinen Augen lauten, wie ausgeprägt der Burggraben des Unternehmens ist. Sind die Lösungen besser als die der Konkurrenz? Ist das der Fall, werden sich auch die Ausgaben als Trikotsponsor von Manchester United rentieren. Heute werden die Lösungen von Teamviewer bestimmt öfter bei Entscheidungen von potenziellen Kunden nicht in Erwägung gezogen, da diese gar nichts von Teamviewer wissen. Das kann sich durch die Bekanntheit des Fußballteams oder des Formel-1-Rennstalls von Mercedes ändern.

Für Videokonferenzen gibt es inzwischen zahlreiche Anbieter. Aber das Angebot von Teamviewer geht weit darüber hinaus und konzentriert sich vor allem auf Anwendungsfälle im Bereich Industrie 4.0. Mit der Software ist die Fernsteuerung von Robotern und Maschinen möglich. Dadurch wird ein höherer Grad von Automatisierung ohne die physische Anwesenheit von Personal möglich. Sollte es dann doch zu Problemen kommen, können entfernt sitzende Experten mit den Augmented-Reality-Anwendungen von Teamviewer Personal vor Ort in Echtzeit unterstützen. Sie können die Anweisungen einzeichnen und der Hilfesuchende erhält die Einblendungen auf sein Smartphone.

Die Nachfrage wird wachsen

Ich glaube fest daran, dass sich die Automatisierung und Digitalisierung in den nächsten Jahren weiter beschleunigen wird. Teamviewer bietet hier bereits äußerst innovative Lösungsansätze. Viele Unternehmen werden sich mit solch innovativen Lösungen heute noch gar nicht beschäftigen. Mit dem Angebot von Teamviewer können Unternehmen allerdings sehr viel produktiver werden, ohne kostspielige Investitionen tätigen zu müssen. Viele Prozesse fußen dann auf der Software von Teamviewer, was es schwer macht, auf den Anbieter dann wieder zu verzichten.

Die Industrie 4.0 ist noch jung und der Markt noch nicht verteilt. Teamviewer könnte allerdings ein Unternehmen werden, das sich große Teile dieses Marktes sichern kann. Da das Unternehmen mit seinem Stammgeschäft profitabel ist, halte ich die Risiken für überschaubar. Auf der anderen Seite gibt es erhebliches Potenzial, wenn die internationale Expansion gelingt und die neuen Anwendungsfälle von den Kunden angenommen werden.

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Florian Hainzl besitzt Aktien von Teamviewer. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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