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Heidelberg Cement: Die neue Clean-Tec-Aktie?

Thyssenkrupp
Foto: Getty Images

Heidelberg Cement (WKN: 604700) ist im DAX ein eher unbekanntes Unternehmen. Vor ca. 140 Jahren zur Zementfabrik umgebaut, macht es heute knapp die Hälfte seines Umsatzes mit Zement. Zweifelsohne eine der größten Erfindungen der Menschheit. Ohne ihn wäre der Bau von Brücken und Hochhäusern unmöglich. Ein zukunftsfestes Geschäft also, bedenkt man die aktuelle Unersetzbarkeit des Baustoffs.

Der Faktor Nachhaltigkeit

Wirft man jedoch einen Blick auf die Nachhaltigkeit der Industrie, so können einem schnell Zweifel kommen. Die Zementindustrie ist eine der emissionsreichsten Industrien der Welt. Insgesamt ist sie für circa 8 % der weltweiten Emissionen verantwortlich.

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Heidelberg Cement mischt als deutscher Marktführer hierbei in vorderster Reihe mit. Von daher wird es auf dem Weg zur Erfüllung der Klimaziele von Paris nur zwei Möglichkeiten geben. Entweder der Beton wird klimaneutral oder der Grundstoff für den Hausbau wird sich grundlegend ändern.

„Beyond 2020“

Aus diesem Grund hat Heidelberg Cement die Strategie „Beyond 2020“ vorgelegt. Mithilfe dieser wurden unter anderem verschärfte Klimaziele festgelegt. Das Emissionsziel von 2030 wird auf 2025 vorgezogen, um so spätestens 2050 klimaneutralen Zement verkaufen zu können. Als Beginn des Umbaus will das Unternehmen in Schweden sein Werk auf der Insel Gotland so umbauen lassen, dass dort ab 2030 jährlich bis zu 1,8 Mio. Tonnen Kohlendioxid abgeschieden werden können. Das entspricht 100 % der Gesamtemissionen des Werkes.

Auch wenn dies erst mal gute Nachrichten sind, so dürften sie bei den Gesamtemissionen nicht sehr stark ins Gewicht fallen. Der Konzern hat im Jahr 2019 brutto insgesamt 72,5 Mio. Tonnen Kohlendioxid verursacht. Um nicht den Eindruck von Greenwashing zu erzeugen, müssen deshalb auch global die restlichen 102 Zementwerke in schnellen und unbürokratischen Prozessen klimaneutral umgebaut werden.

Dass dies den Gewinn und somit die Dividende mittelfristig schmälern kann, muss folglich jedem Anleger klar sein. Auch wenn beim Umbau in Schweden der mehrheitliche Teil der Kosten von der Regierung übernommen wird, so kann man diese Subventionen nicht als globalen Standard ansehen.

Umstrukturierung des Managements

Der Vorstand von Heidelberg Cement wurde in den letzten zwei Jahren neu strukturiert. Dabei wurden der Posten des Vorstandsvorsitzenden (CEO) und des Finanzvorstands (CFO) neu vergeben. Der neue Vorstandsvorsitzende Dominik von Achten und der neue CFO René Aldach treten dabei in große Fußstapfen.

Bernd Scheifele, der ehemalige CEO des Konzerns, prägte knapp 15 Jahre die Führung des Unternehmens. Lorenz Näger, der ehemalige CFO, war sogar 17 Jahre lang der Finanzvorstand des Unternehmens. Mir persönlich imponieren Unternehmen mit Vorständen, die nicht alle paar Jahre ausgewechselt werden; zeigen sie doch eine gewisse Kontinuität und Beständigkeit in ihrer Arbeit.

Diese machte sich vor allem auch in der Coronakrise bemerkbar, in der der Firma durch von Achten ein rigoroser Sparkurs verordnet wurde. Insgesamt wurden durch diesen 1,3 Mrd. Euro eingespart. Das Ergebnis des laufenden Geschäftsbetriebs vor Abschreibungen legte 2020 damit sogar um 3,5 % auf 3,7 Mrd. zu. Somit bleibt es abzuwarten, wie der Vorstand in den nächsten Jahren auf die kommenden Herausforderungen reagiert.

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Malte Nobereit besitzt Aktien von Heidelberg Cement. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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