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Den Zinseszinseffekt nicht zu verstehen ist teuer!

Exponentieller Chart Dividende
Foto: Getty Images

Der Zinseszinseffekt ist der Mechanismus, der bei einer langfristig ausgelegten Investmentstrategie den eigentlichen Unterschied macht. Über viele Jahre und Jahrzehnte führt er dazu, dass sich nicht nur unser Einsatz konsequent verzinst. Nein, sondern auch die Renditen, die man als Investor bereits eingefahren hat, was den Effekt noch verstärkt.

Im Endeffekt handelt es sich beim Zinseszinseffekt daher um ein exponentielles Wachstum. Ein Wachstum, das vielen Investoren und Sparern leider schwerfällt zu begreifen. Wir neigen dazu, eher linear zu denken. Ganz einfach, weil wir gedanklich so strukturiert sind.

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Den Zinseszinseffekt nicht zu verstehen, kann allerdings besonders teuer werden. Sogar Warren Buffett hat darauf hingewiesen, wie wichtig der Effekt ist. Lass ihn uns daher im Folgenden einmal etwas ausführlicher thematisieren.

Der Zinseszinseffekt: Warren Buffett und andere Dinge

Wie gesagt: Warren Buffett hat sich in seinen vielen Worten der Weisheit sogar einmal zum Zinseszinseffekt geäußert. Das Orakel von Omaha sagte einst:

Der Zinseszins ist das achte Weltwunder. Wer ihn versteht, der verdient daran, alle anderen bezahlen dafür.

Auch wenn der Starinvestor mit seiner Beschreibung als achtes Weltwunder vielleicht ein wenig über das Ziel hinausgeschossen ist: Seine Betonung besitzt trotzdem eine gewisse Relevanz. Im Endeffekt ist der Zinseszinseffekt nämlich durch das exponentielle Wachstum das, was ihn so besonders werden lässt. Es gibt eben nicht nur rein linear eine Rendite auf das Vermögen. Nein, sondern einen Verzinsungseffekt, der konsequent die neuen Renditen mit einschließt.

Leider funktioniert das auch in die andere Richtung, was Warren Buffett ebenfalls anführt: Wer Schulden hat und Zinsen bezahlt, der bezahlt doppelt teuer dafür. Konkret verzinst sich hier nämlich nicht nur deine Schuld linear. Nein, sondern auch die Zinsen sind konsequent von einer Verzinsung betroffen. Das exponentielle Wachstum begünstigt dich in diesem Falle nicht. Nein, sondern deinen Gläubiger, der wiederum ordentlich an dir verdient.

Es gibt daher zwei Wege, wie dich das Nichtverstehen des Zinseszinseffekts teuer zu stehen kommen kann. Zunächst einmal, indem du bei deinem eigenen Vermögensaufbau nicht möglichst langfristig auf diesen Effekt setzt. Zum anderen, indem du bei Schulden zulässt, dass dich dieser Effekt trifft. Das sind die zwei wichtigen ersten Erkenntnisse für den Moment.

Rechnen wir ein wenig herum

Wie bedeutend der Zinseszinseffekt ist, das zeigen womöglich am besten einige Rechenbeispiele. Gehen wir einfach mal davon aus, dass man als Investor 10.000 Euro in einen ETF investiert und über 30 Jahre eine Rendite von durchschnittlich 8 % p. a. erhält. Ziemlich einfach können wir ermitteln, dass der Zuwachs im ersten Jahr bei 800 Euro auf 10.800 Euro liegt. Ab hier beginnt dann quasi die Magie.

Im nächsten Jahr erhält man als Investor nämlich bereits rein rechnerisch eine Rendite von 864 Euro, wobei der Zinseszinseffekt zu einem stärkeren Wachstum geführt hat. Nicht nur das Vermögen ist schließlich verzinst, nein, sondern auch der erste Teil der Rendite, den man investiert lässt.

Über 30 Jahre schaukelt sich das weiter hoch, sodass man am Ende auf ein Vermögen von knapp über 100.000 Euro kommt. Bemerkenswert an dieser Stelle: Im letzten Jahr erhält man rein rechnerisch über 7.400 Euro dazu, was gemessen am initialen Einsatz einer Rendite von 74 % gleicht.

Auch das kann zeigen: Der Zinseszinseffekt ist ein mächtiges Instrument für Investoren, wobei wir exponentielles Wachstum kaum begreifen können. Wichtig ist jedoch, auf der richtigen Seite dieses Mechanismus zu stehen. Ansonsten könnte es teuer werden.

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