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Shop Apotheke +349 %! Doch geht es jetzt bergab für die Aktie?

Shop Apotheke curevac
Bild: Getty Images

Die Aktie von Shop Apotheke (WKN: A2AR94) hat in ihrer bisherigen Geschichte kaum Kursverluste hinnehmen müssen. Seit Börsengang im September 2016 kletterte das Papier um 349 %. Heute notiert es bei 139,30 Euro (Stand: 7. Juli 2021).

Auch die europaweiten Lockdowns zur Eindämmung der Corona-Pandemie spielten dem Onlinehändler in die Karten. Der erste echte Knick kam erst, als Konkurrent Zur Rose (WKN: A0Q6J0) vor wenigen Wochen überraschend schlechte Geschäftszahlen präsentierte. Die gesamte Branche der Online-Apotheken stand plötzlich auf der Verkaufsliste. Auch die Shop-Apotheke-Aktie fiel deutlich im Preis.

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Ich frage mich, wie es um Shop Apotheke wirklich bestellt ist. Wird der Kurs mittelfristig wieder steigen? Das Management um CEO Stefan Feltus ist optimistisch und nimmt an, die Milliardengrenze beim Umsatz noch im laufenden Geschäftsjahr erreichen zu können.

Wichtig ist, ob Shop Apotheke seinen Marktanteil ausbauen kann

Hierzulande konnte das Unternehmen im vergangenen Geschäftsjahr rund 220 Mio. Euro umsetzen. Und dabei liegt der Anteil der Onlinehändler am gesamten deutschen Medikamentenmarkt erst bei rund 1,5 %.

Ich denke, das Potenzial ist noch groß. Und insbesondere mit dem neuen E-Rezept in Deutschland werden die Umsatzmöglichkeiten noch deutlich steigen.

Shop Apotheke verfolgt eine deutlich andere Strategie als Zur Rose

Der Konkurrent aus der Schweiz will in naher Zukunft eine breite Palette an Dienstleistungen über den reinen Medikamentenverkauf hinaus anbieten. Unter anderem hat er Teleclinic gekauft. Dieser Software-Anbieter ermöglicht, dass Arzt und Patient per Videokonferenz miteinander sprechen können.

Shop Apotheke geht anders vor. Akquisitionen stehen hier nicht auf der Agenda. Das Management möchte Gesundheitsdienste nicht selbst anbieten. Viel eher will es entsprechende Services über Kooperationen ermöglichen.

Das Management hinterlässt einen gemischten Eindruck

Ich finde es immer wichtig zu beobachten, woher die Führungskräfte kommen, welchen fachlichen Hintergrund sie vorweisen und welche Perspektiven sie verfolgen. Insbesondere Shop-Apotheke-CEO Stefan Feltus fällt in diesen Punkten angenehm auf.

Er hat Erfahrung gesammelt beim israelischen Pharma-Unternehmen Teva Pharmaceuticals (WKN: 883035) und er ist sehr vorsichtig in Sachen Übernahmen. Allzu schnell kann sich ein Management verzetteln und die Kernpunkte des Geschäftsmodells aus dem Blick verlieren.

Vor allem der Kundenkontakt kann darunter leiden, wenn Manager lieber ein großes Imperium bauen wollen, als das eigentliche Produkt nach vorne zu bringen. So weit die qualitative Einschätzung.

Heikel wird es, wenn ich mir die quantitative Leistung des Managements ansehe

Ja, die Umsätze sind schön gewachsen in den letzten Jahren. Doch das allein ist kein ausreichender Leistungsnachweis für die Führungsebene. Wenn ich wissen möchte, wie gut das Management arbeitet, schaue ich vor allem darauf, wie effektiv es mit dem zur Verfügung stehenden Kapital umgeht. Die Frage lautet:

Wie viel frisches Geld erwirtschaftet das Management durch effektiven Kapitaleinsatz?

Die Kennzahl, auf die wir schauen, um diese Frage zu beantworten, lautet Return on Invested Capital, kurz ROIC. Und hier sieht es leider mau aus.

Shop Apotheke schafft es nicht, aus investiertem Kapital neue Gewinne zu erwirtschaften

Im Durchschnitt der letzten drei Geschäftsjahre liegt der ROIC von Shop Apotheke bei -6,7 %. Kleines Trostpflaster: Im Durchschnitt der letzten beiden Jahre ist diese Kennzahl um 52 % pro Jahr gestiegen. Aber solange jeder investierte Euro zu Verlusten und nicht zu Gewinnen führt, wird Kapital vernichtet. Ich halte mich deshalb in den kommenden Monaten noch fern von diesem Unternehmen.

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Henning Lindhoff besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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