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Aktie verbilligt: Wasserstoff-Geheimtipp kauft in Deutschland und Dänemark zu

die automobile Zukunft
Foto: Getty Images

Fast täglich lesen wir im Wasserstoff-Segment von strategischen Partnerschaften und Übernahmen. Die Branchenkonsolidierung ist in vollem Gange, jeder will sich aussichtsreich für die Zukunft positionieren. Denn alle wissen, dass nur die Stärksten am Ende zu den großen Gewinnern gehören werden. Den anderen wird es genauso gehen wie den unzähligen Solar-Unternehmen, die längst vergessen sind.

Advent Technologies (WKN: A2QNZQ) rechnet sich gute Chancen aus, eine wesentliche Rolle bei der Gestaltung der Wasserstoffwirtschaft zu spielen. Dafür muss das Unternehmen aber noch Gewicht zulegen. Um diese Entwicklung zu beschleunigen, übernimmt Advent nun zwei Standorte in Europa. Hier ist, warum Wasserstoff-Fans dieses noch wenig bekannte Unternehmen im Auge behalten sollten.

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Advent Technologies baut seine Position in Europa aus

Advent Technologies ist ein Spezialist für Komponenten, insbesondere Elektrode-Membran-Einheiten, für Hochtemperatur-PEM-Brennstoffzellen (HT-PEM) und organische Flussbatterien. In zahlreichen Forschungsprojekten über die letzten Jahre ist es dem Unternehmen gelungen, diese Technologie zur Marktreife zu entwickeln.

Die Vorteile sind vielfältig. Neben ausgezeichneten Leistungswerten und vergleichsweise günstigen Herstellungskosten ist vor allem hervorzuheben, dass HT-PEM auch mit besser handhabbaren Flüssigkraftstoffen wie Methanol gut umgehen können. Die Anwendungsfelder reichen von Drohnen bis zu Schwerlastern und dezentralen Kraftwerken.

Das Management eines amerikanischen Akquisitionsvehikels (SPAC) war davon im Oktober 2020 so sehr überzeugt, dass es eine Fusion mit Advent vereinbarte. Seit Februar 2021 wird die Advent-Aktie regulär gehandelt. Gut ausgestattet mit Kapital folgte schon bald darauf der Zukauf des bisherigen Partners Ultracell, ein Spezialist für portable Brennstoffzellen für den militärischen Einsatz.

Nun folgt der nächste Streich: Mit den Eigentümern der Fischer Group aus Achern im Ortenaukreis, einem Edelstahlverarbeiter, hat Advent vereinbart, deren langjährige dänische Tochter SerEnergy und den am Hauptstandort angesiedelten Geschäftsbereich „fischer eco solutions“ zu übernehmen.

Was sich Advent Technologies von SerEnergy verspricht

Wer das Geschehen im Brennstoffzellen-Umfeld verfolgt, der erinnert sich vielleicht daran, dass SerEnergy eine Zeit lang der Partner von Gumpert Aiways Automobile war. Dabei ging es um das Methanol-Brennstoffzellensystem für den Elektro-Sportwagen RG Nathalie, der seit Kurzem in Kleinserie gebaut wird.

Fischer hat aber offenbar einen Rückzieher gemacht und wollte den traditionellen Familienbetrieb nicht für ein Wasserstoffabenteuer riskieren. Das automobile Know-how der dänischen Tochter ging in der Folge in Blue World Technologies auf.

Entsprechend bekommt Advent mit der Übernahme von SerEnergy lediglich Technologie für stationäre Anwendungen (Offgrid, Backup). Doch auch das ist für Advent interessant. Da SerEnergy bereits gut im Markt etabliert ist, ist mit einem steigenden Umsatzbeitrag zu rechnen. Mit seinen 75 spezialisierten und zum Teil hochqualifizierten Mitarbeitern sowie den Fertigungsanlagen kann das Unternehmen auch die Expansionspläne beschleunigen.

Außerdem ist das Management davon überzeugt, dass die Zusammenführung der Technologien zu einer erheblichen Verbesserung der Kostenposition führen wird. Ich würde daher damit rechnen, dass schon bald Produkte mit besserer Leistung aggressiv vermarktet werden.

Der Deal erscheint folglich aus Sicht von Advent günstig: Lediglich 15 Mio. Euro Barmittel muss das Unternehmen aufwenden. Zusätzlich fließen der Fischer-Familie allerdings 37 Mio. Euro in Aktien zu, was zu den Kursen der vorhergehenden Tage etwa 4,5 Millionen Aktien entspricht. Diese Verwässerung gefällt nicht jedem. Aber ich denke, das ist verkraftbar angesichts der Chancen, die sich durch die zusätzliche Plattform ergeben.

Was Wasserstoff-Investoren dabei bedenken sollten

Advent Technologies war noch vor einem Jahr nur wenigen Branchen-Insidern ein Begriff. Doch die Amerikaner verfügen über eine Technologie, die sie nun so schnell wie möglich skalieren möchten. Anstatt darauf zu warten, dass Industriepartner Elektrode-Membran-Einheiten in größerem Umfang bestellen, nimmt das Management den Vorstoß in konkrete Anwendungsfelder selbst in die Hand.

Ich denke, das ist der richtige Weg. Denn nur wenn es gelingt, frühzeitig Größenvorteile zu erzielen, wird die erhoffte Technologieführerschaft auch in einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis münden. SerEnergys direkter Konkurrent SFC Energy (WKN: 756857) wird sich nun warm anziehen müssen. Er könnte aber andererseits auch davon profitieren, dass der Mitbewerber dabei hilft, das Konzept der Methanol-Brennstoffzelle mit Nachdruck voranzutreiben.

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Ralf Anders besitzt Aktien von Advent Technologies. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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