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Big Business mit Ladesäulen: Dieser DAX-Titel räumt ganz groß ab!

Ingenieur mit Prozessor-Chip
Foto: Getty Images

In den letzten zwölf Monaten hatte die Aktie von Infineon (WKN: 623100) ordentlichen Aufwind. Sie kletterte um 56 %. Die Wachstumsaussichten für den Chiphersteller bleiben exzellent. Infineon erzielt mehr als die Hälfte seines Umsatzes mit Chips für die Stromversorgung, den sogenannten Leistungshalbleitern. Und damit kann das Unternehmen zukünftig vor allem in zwei Segmenten hohes Wachstum erzielen.

Es stellt sich nur die Frage, ob die Aktie auch bei aktuell 33,35 Euro (Stand: 7. Juni 2021) noch ein Investment wert ist.

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Megatrend Elektromobilität ist ein Wachstumstreiber

Insbesondere der Bau der Stromtankstellen bietet für Infineon ein lukratives Geschäft. Denn jede einzelne Ladesäule benötigt Halbleiter im Wert von rund 2.400 Euro. Selbst in den schwächsten Ladepunkten mit nur 20 Kilowatt Leistung stecken Chips für bis zu 74 Euro.

Besonders attraktiv für Infineon sind Stromtankstellen, die ihre Energie selbst erzeugen. Denn diese benötigen zusätzliche Leistungshalbleiter für ihre Solarpanele.

Aufträge kommen hier auch aus den USA. US-Präsident Joe Biden hat vor wenigen Tagen angekündigt, 500.000 Ladestationen aufzubauen und dafür 15 Mrd. US-Dollar in die Hand zu nehmen. In Deutschland will Verkehrsminister Andreas Scheuer ein flächendeckendes Netz an Schnellladesäulen in den nächsten zwei Jahren errichten.

Gleichzeitig verdient Infineon bei der Herstellung eines Elektroautos. Der Wert der hier verbauten Chips ist rund doppelt so hoch wie bei einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor.

Infineon wächst mit dem Datenverkehr

In der Pandemie ist der Stromhunger der Rechenzentren besonders hoch. Für Infineon steckt hier eine große Chance.

Mit seinen energieeffizienten Chips hilft der DAX-Konzern den Betreibern der Rechenzentren, die Betriebskosten deutlich zu senken. Schließlich kann ein solches gut und gerne so viel Strom wie eine Kleinstadt verbrauchen. Rechenzentren verbrauchen allein 2 % des Stroms in der EU, Tendenz steigend. Da ist jeder Chip mit höherer Energieeffizienz herzlich willkommen.

Zu Infineons Kunden gehören daher fast alle großen Namen der IT-Branche: Alibaba (WKN: A2PVFU), Amazon (WKN: 906866), Baidu (WKN: A0F5DE) und Google (WKN: A14Y6F).

Klimaziele spielen Infineon in die Karten

Biden hatte im April versprochen, die Emissionen der USA beim Treibhausgas CO2 bis 2030 im Vergleich zu 2005 zu halbieren. Und auch die Bundesregierung hat sich ehrgeizige Klimaziele gesetzt. 2030 soll demnach 65 % weniger CO2 ausgestoßen werden im Vergleich zu 1990.

Doch solche Vorgaben werden nur erreicht, wenn die Industrie mitzieht. Für Infineon können die Umweltziele natürlich gar nicht ambitioniert genug sein. Die Leistungshalbleiter der neuesten Generation sorgen beispielsweise dafür, dass die Rechner nicht mehr so heiß werden. Damit sinken auch die Kosten der Betreiber für das Kühlen der Anlagen.

Infineon muss profitabler werden

Leistungshalbleiter zur Stromversorgung sind das Kerngeschäft von Infineon. Die Münchener erzielen damit mehr als die Hälfte ihrer Erlöse. Neue, dynamische Geschäftsfelder wie die Stromtankstellen sind enorm wichtig für den Konzern. Schließlich hat CEO Reinhard Ploss den Aktionären ein starkes Wachstum versprochen. Der Umsatz soll jährlich um 9 % steigen. Die operative Marge soll auf 19 % klettern.

Die Wachstumsstory ist intakt

Für die kommenden beiden Geschäftsjahre rechne ich mit einem Gewinnwachstum deutlich oberhalb des Branchendurchschnitts. Auch die EBIT-Marge zieht an. Allein der Free Cashflow wird hinterherhinken.

Optimistisch bin ich, da das Management in den letzten Jahren sein Kapital sehr clever eingesetzt hat. Der durchschnittliche Return on Invest der letzten drei Jahre liegt bei 11,4 % pro anno.

Auch die Bilanz ist ordentlich. Das Umlaufvermögen übersteigt die kurzfristigen Verbindlichkeiten um 93 %. Die Schulden entsprechen nur 60 % des Eigenkapitals.

Die Aktie von Infineon ist zurzeit deutlich überbewertet. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei 111, das Kurs-Cashflow-Verhältnis bei 17. Mit Blick auf die wahrscheinlich auch in Zukunft eher schwachen Cashflows denke ich über einen Einstieg erst dann nach, wenn der Kurs deutlich unter 30 Euro fallen sollte.

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Henning Lindhoff besitzt keine der erwähnten Aktien. Suzanne Frey arbeitet als Führungskraft bei Alphabet und sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. John Mackey, CEO von Amazon-Tochter Whole Foods Market, sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alibaba Group holding, Alphabet (A- & C-Aktien), Amazon und Baidu und empfiehlt die folgenden Optionen: Long January 2022 $1920 Call auf Amazon und Short January 2022 $1940 Call auf Amazon.

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