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Vorbild Amazon? Das kannst Du von der Delivery Hero-Aktie erwarten!

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Foto: Delivery Hero

Delivery Hero (WKN: A2E4K4) legte am 28. April seine Zahlen für das Geschäftsjahr 2020 und das erste Quartal 2021 vor. Operativ hat der Essenslieferant seit seiner Gründung vor zehn Jahren noch keinen Gewinn erzielt. Stattdessen kämpft er vor allem in den Schwellenländern um Marktanteile.

Und das Management um Gründer und CEO Niklas Östberg gibt sich kämpferisch: Der Umsatz soll im Gesamtjahr 2021 auf bis zu 6,6 Mrd. Euro steigen. Im vergangenen Jahr lag er noch bei 2,8 Mrd. Euro.

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„Mr. Market“ ist entzückt. Der Aktienkurs sprang nach der frohen Botschaft kurzzeitig um 12 % auf 141 Euro. Aktuell notiert der Anteilsschein bei 136 Euro (Stand: 30. April 2021). Ist es nun Zeit, auf den Zug aufzuspringen?

Delivery Hero plant weiter mit hohen Investitionen

Beispielsweise will das Unternehmen in den Ausbau der eigenen Fahrerflotte und in die schnelle Lieferung von Supermarktartikeln rund 550 Mio. Euro investieren.

Von elementarer Bedeutung ist das Investitionstempo. Der Markt ist heiß umkämpft. Die Markteintrittsbarrieren sind niedrig. Jederzeit droht Konkurrenz durch finanziell potente Player aus verwandten Branchen.

Mit Zukäufen in Südkorea und Lateinamerika trat Delivery Hero zuletzt vor allem als Konsolidierer auf.

Hoffnungen liegen auf der Lieferung von Supermarktartikeln

Hier wittert CEO Östberg besonders lukrative Chancen. Doch auch hier wächst die Konkurrenz beständig. Risikokapital fließt in Strömen, beispielsweise auch in Deutschland an die Anbieter Gorillas und Flink, oder in den USA an Gopuff.

Delivery Hero baut diesen Geschäftszweig vor allem in Asien aus. Dabei wird der Konzern vom reinen Lieferanten zum Retailer – und könnte zukünftig Margen wie ein Händler generieren.

Wachstumsdruck hält Delivery Hero in der Verlustzone

Das hohe Wachstumstempo treibt den Verlust. Unterm Strich stand 2020 ein Minus von 1,4 Mrd. Euro. Und 2019 hatte Delivery Hero nur deshalb einen Gewinn in Höhe von 230 Mio. Euro melden können, da er sein Deutschland-Geschäft gewinnbringend verkauft hatte.

Für das Geschäftsjahr 2021 zielt der Konzern auf eine operative Marge vor Abschreibungen von 1,5 bis 2 % Bestellvolumen. Im vergangenen Jahr lag diese Kennzahl bei -2,7 %.

Niklas Östberg hat „skin in the game“

Aus Sicht der Aktionäre sind die wertvollen Aktienoptionen, die der CEO besitzt, ein wertvolles Pfand: Auch aufgrund dieser Optionen ist Östberg motiviert, den Aktienkurs oben zu halten und weiter zu steigern.

Und diese Sicherheitsmaßnahme ist auch wichtig. Schließlich ist Delivery Hero eine Wette auf die Zukunft. Auf Dividenden werden Anleger in naher Zukunft vergeblich warten müssen.

Vorbild ist hier natürlich der Gigant Amazon (WKN: 906866). Nach vielen verlustreichen Aufbaujahren hat der Onlinehändler eine stabile Gewinnmaschine aufgebaut und seinen Gründer Jeff Bezos zum reichsten Menschen der Welt gemacht.

Womöglich will Östberg beweisen, dass eine solche Story auch aus Deutschland heraus gelingen kann.

Die Post-COVID-Risiken sind hoch

Der Stay-at-Home-Faktor ist meines Erachtens in dieser Branche langfristig relativ schwach. COVID-19 gibt dem Konzern nur kurz Rückenwind. Das Verhalten der Bevölkerung hat sich in der Krise nicht so fundamental geändert, dass das Geschäftsmodell langfristig profitabel aufgesetzt werden kann. Nach der Pandemie wird es zumindest teilweise Rücksetzer geben, da die Menschen wieder rauswollen und auswärts essen werden anstatt zu bestellen.

Zudem sind die Dienste von Delivery Hero trivial und langfristig keine echten Problemlöser. Der Mehrwert, online zu bestellen anstatt über das Telefon, ist aus meiner Sicht gering. Der einzige Mehrwert für den Kunden besteht darin, dass er eine größere Auswahl zwischen den einzelnen Restaurants hat. Dem steht aber auch die Neigung entgegen, ein einmal favorisiertes Restaurant regelmäßig zu nutzen.

Das Geschäftsmodell ist leicht zu kopieren von finanziell gut ausgestatteten Wettbewerbern. Zudem steigt die gesellschaftliche Sensibilität gegenüber Tech-Monopolen weltweit. Der politische Druck zur Regulierung wird steigen. Mindestlöhne und Arbeitsschutzmaßnahmen sind akute Gefahren für das Geschäftsmodell von Delivery Hero.

Die Delivery Hero-Aktie lasse ich mir nicht in mein Depot liefern

Das Rennen an die Spitze und der starke Fokus auf Wachstum haben ihren Reiz, bieten aber auch sehr viel Risiko. Demgegenüber ist mir die potenzielle Rendite zu gering.

Das Management beweist zwar enorme Umsetzungsstärke, doch ich zweifle an der langfristigen Konkurrenzfähigkeit, wenn erst einmal einer der ganz großen Player in den Markt einsteigen sollte.

Zudem ist schwer einzuschätzen, wie viel Potenzial dieser Markt überhaupt bietet. Wird das Pendel nach Corona wieder zurückschwingen? Werden die Menschen wieder lieber in den Restaurants essen und das schöne Ambiente genießen, als sich in Plastik verpackte Mahlzeiten nach Hause liefern zu lassen? Ich denke, dem wird so sein. Schließlich ist die User Experience eines schönen Restaurants kaum zu toppen.

Unterm Strich besitzt Delivery Hero keinen Burggraben-Effekt, der mich von der Aktie überzeugen könnte.

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Henning Lindhoff besitzt keine der erwähnten Aktien. John Mackey, CEO von Amazon-Tochter Whole Foods Market, sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon und empfiehlt die folgenden Optionen: Short January 2022 $1940 Call auf Amazon und Long January 2022 $1920 Call auf Amazon.

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