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HolidayCheck-Aktie nach Coronajahr: Kaufen oder nicht?

Bild: HolidayCheck

Die Aktie von HolidayCheck (WKN: 549532) entwickelt sich gegenwärtig positiver als gedacht. Obwohl der E-Travel-Akteur operativ aufgrund von Corona ein katastrophales Geschäftsjahr 2020 hinter sich hat, notiert die HolidayCheck-Aktie momentan nur knapp unter dem Wert, die sie hatte, bevor die Corona-Baisse im März 2020 sie auf Talfahrt schickte.

Das ist beeindruckend, wenn man die aktuelle Situation im Tourismus betrachtet. Es gibt sehr viele Reisewarnungen und -beschränkungen und auch wenn bestimmte Reiseziele bereist werden können, ist die Zurückhaltung, zu reisen, dennoch groß. Meiner Meinung nach ist der gestiegene Kurs der HolidayCheck-Aktie also mit positiven Zukunftsaussichten zu begründen. Ebenso spielt in meinen Augen eine Rolle, wie der Spezialist für Online-Reisevertrieb für die Zeit nach Corona aufgestellt ist.

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Nachfolgend möchte ich auf die jüngsten Ergebnisse zum Geschäftsjahr 2020 eingehen. Dabei gehe ich auf die Zukunftsaussichten für das Unternehmen ein und ziehe eine persönliche Bilanz, ob es jetzt Sinn macht, die Aktie von HolidayCheck zu kaufen, oder nicht.

HolidayCheck-Aktie: Quartalszahlen im Überblick

Werfen wir zunächst einen nüchternen Blick auf die Finanzergebnisse von HolidayCheck, die zugegebenermaßen wirklich nicht schön ausfallen.

  • Der Umsatz verringerte sich im Jahresvergleich um 89,1 % auf 14,5 Mio. Euro (Vorjahr: 133 Mio. Euro).
  • Die Bruttomarge betrug nur 7,3 Mio. Euro nach 131,2 Mio. Euro im Vorjahr (minus 94,4 %).
  • Das EBIT (Ergebnis vor Steuern und Zinsen) verringerte sich um minus 45,5 Mio. Euro nach minus 2 Mio. Euro im Vorjahr.
  • Das Konzernergebnis inkl. dem Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen betrug minus 72,5 Mio. Euro nach minus 4,6 Mio. Euro im Vorjahr.
  • Das verwässerte Ergebnis je Aktie inkl. dem Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen belief sich auf minus 1,26 Euro nach minus 0,08 Euro je Anteilsschein im Vorjahr.

Das sind ohne Frage brachiale Rückgänge, die jedoch ganz klar einzig und allein auf die Coronakrise zurückzuführen sind. Dabei spielen zwei wesentliche Faktoren eine Rolle. Zum einen können im aktuellen Marktumfeld kaum Umsätze mit neu gebuchten Reisen erzielt werden, da Reisebeschränkungen und Unsicherheiten kaum Nachfrage zulassen. Zum anderen wurden sehr viele Buchungen von Reiseveranstaltern kostenfrei storniert, wodurch HolidayCheck als Reisevermittler die Provisionen zurückzahlen musste.

Kostenseitig wurden Einsparungen vorgenommen, um das Übel etwas zu minimieren. Die Marketingaufwendungen wurden stark reduziert, sowie der Personalaufwand. Letzteres konnte bedauerlicherweise nicht geschehen, ohne Teile vom Personal zu entlassen. Ebenso wurde das Kreuzfahrtangebot beendet und eine niederländische Gesellschaft veräußert. Damit ist HolidayCheck nun schlanker aufgestellt und kann sich auf das eigene Kernangebot konzentrieren: die Pauschalreisen.

Auch wenn das Zahlenwerk einen herben Beigeschmack hinterlässt, bin ich überzeugt: Die HolidayCheck-Aktie ist für die Zukunft gut aufgestellt.

Gut aufgestellt für die Zukunft

Durch eine kürzlich durchgeführte Kapitalerhöhung, die sehr gut von den bestehenden Aktionären mitgetragen wurde, konnte das Unternehmen die Bilanz aufpolieren. Rund 53,7 Mio. Euro Schulden stehen etwa 80,4 Mio. Euro Eigenkapital gegenüber. Die Cashreserven belaufen sich auf circa 33,7 Mio. Euro. Finanziell steht HolidayCheck also zunächst gut da und kann eine längere Durststrecke überstehen. Lediglich das Verhältnis von circa 42 % von Schulden zur Marktkapitalisierung (Stand: 01.04.2021) wirkt auf mich bedenklich, aber das ist eben eine Tatsache, die unmittelbar mit den aktuellen Umständen zusammenhängt.

Die aktuelle Buchungsflaute nutzt das Unternehmen in der Zwischenzeit, um urlauberfreundliche Produkte auf den Markt zu bringen. Konkret ist damit der eigene Reiseveranstalter HC Reisen gemeint, mit dem das Unternehmen den „HolidayCheck Flex“-Tarif auf den Markt gebracht hat. Auf dieses disruptive Produkt für die Reisebranche habe ich bereits im Januar hingewiesen. Im Aktionärsbrief findet sich diesbezüglich eine besonders interessante Passage, die beweist, wie weit voraus HolidayCheck der Konkurrenz ist (und das umfasst auch Branchengrößen wie TUI):

Wir nutzen das niedrige Buchungsvolumen auch, um ausgiebig neue Produkte und Dienstleistungen zu testen. Bestes Beispiel ist die Einführung von ‚HolidayCheck Flex‘. Mit diesem flexiblen Tarif für Pauschalreisen setzte unser Reiseveranstalter HolidayCheck Reisen vollkommen neue Maßstäbe. Pauschalreisen ohne Anzahlung und mit Stornierungsmöglichkeit bis sechs Tage vor Reiseantritt gab es so noch nie. Kein Wunder, dass zahlreiche Reiseveranstalter unser urlauberfreundliches Modell mehr oder weniger kopierten und mit eigenen, flexiblen Pauschalreiseangeboten nachzogen. Uns freut das, da es für Urlauber in unsicheren Zeiten mehr Sicherheit bei der Buchung der Urlaubsreise bedeutet. Im Konkurrenzvergleich bietet HolidayCheck Flex übrigens nach wie vor die besten Stornierungskonditionen für Urlauber! Dies gelingt uns durch unsere Technologieführerschaft und ein stark ausgeprägtes Kostenbewusstsein.

Fazit zur HolidayCheck-Aktie

Das ist in meinen Augen ein hervorragendes Zeichen dafür, wie HolidayCheck als E-Travel-Akteur die Reisebranche positiv beeinflusst. Kurzfristig hat das Unternehmen operativ einige Probleme, da Corona nach wie vor ein Problem darstellt. Mittel- und langfristig dürfte auch Corona ein Ende finden, wodurch Reisen wieder boomen. HolidayCheck ist sehr gut aufgestellt, um überproportional von dieser Erholung zu profitieren und Marktanteile zu gewinnen.

HolidayCheck wird vermutlich auch 2021 nicht wieder profitabel sein. Das könnte sich meiner Meinung jedoch ab 2023 deutlich ändern. Aufgrund des Umsatzeinbruches sieht die HolidayCheck-Aktie mit einem KUV (Kurs-Umsatz-Verhältnis) von 8,8 auch nicht günstig aus. Geht man jedoch ab 2023 von Umsätzen auf dem Niveau von 2019 aus, sieht das KUV auf Basis der aktuellen Marktkapitalisierung deutlich besser aus.

Für langfristige Investoren, die einen Anlagehorizont von mindestens fünf Jahren haben, bietet die Aktie von HolidayCheck meiner Meinung nach gegenwärtig eine Chance auf lukrative Renditen.

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Caio Reimertshofer besitzt Aktien von HolidayCheck. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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