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SPAC-Aktien mit bald 10 Milliarden Dollar Umsatz für 1.000 % Rendite

Foto: Getty Images

Flugtaxi-Entwickler Archer Aviation, Kleinbus- und Kastenwagenhersteller Arrival Group (WKN: A2QSAV) und Elektroautobauer Fisker (WKN: A2P9A3) haben eines gemeinsam: Sie wollen schneller — zum Teil viel schneller — als Google die Umsatzmarke von 10 Milliarden Dollar erreichen. Ist das möglich? Und was springt für uns Anleger dabei heraus? Hier ist mein Versuch, eine Antwort zu den Chancen und Risiken zu geben, die sich daraus ergeben.

10 Milliarden Dollar, das ist sportlich

Schauen wir uns zunächst Beiersdorf (WKN: 520000) an, der Konzern, der mit Nivea, Tesa und Labello einige der weltweit bekanntesten Marken sein Eigentum nennt und aus kaum einem Haushalt wegzudenken ist. Unter Anlegern ist Beiersdorf dafür bekannt, zuverlässig eine kleine konstante Dividende auszuschütten. Die einbehaltenen Gewinne setzt das Management seit Jahrzehnten einigermaßen erfolgreich für Investitionen in das Wachstum ein.

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Nach der Corona-Delle soll der Umsatz von zuletzt rund 7 Mrd. Euro (8,3 Mrd. US-Dollar) nun wieder zurück in die Wachstumsspur kommen. Wenn es gut läuft, könnte der 1882 gegründete Konzern 2023 endlich die Marke von 10 Mrd. US-Dollar überwinden. Das wäre dann 141 Jahre nach der Gründung.

Google hat das in gerade einmal acht Jahren seit der Generierung der ersten Umsätze geschafft und hält damit den Rekord. Das deutsche IT-Aushängeschild SAP (WKN: 716460) benötigte für diese Leistung 32 Jahre. Es ist folglich außerordentlich ambitioniert, das Ziel zu verfolgen, innerhalb weniger Jahre auf diese Marke zu kommen.

Das Ziel lautet 10 Milliarden Dollar – und zwar bald!

Genau das haben jedoch diverse junge Unternehmen vor. Gerade bei den aktuell so beliebten SPAC-Deals, wo börsennotierte Akquisitionsvehikel eine Abkürzung an die Börse anbieten, überschlagen sich die Ankündigungen. Dort treffen technisch versierte Unternehmen mit großen Visionen auf erfahrene Management-Kapazitäten und reichlich Kapital.

Unternehmen wie Archer Aviation (Atlas Crest Investment (WKN: A2QFUQ)), Arrival Group und Fisker wollen die Gunst der Stunde nutzen, um voll durchzustarten. Dabei halten sie sich nicht lange damit auf, eine Marke aufzubauen und nach und nach einzelne Regionen zu erobern. Vielmehr werden von Anfang an Pläne geschmiedet, wie das Konzept so früh wie möglich parallel weltweit ausgerollt werden kann.

Bei Archer soll 2024 die Zertifizierung vorliegen und dann direkt die Serienfertigung starten, um erste Flugtaxi-Netzwerke zu bestücken. Schon 2027 will das Unternehmen „global skaliert“ sein. Für 2030 sieht die Umsatzprojektion nicht nur 10 Mrd. Dollar, sondern sogar über 12 vor, sechs Jahre nach den ersten Erträgen.

Die Arrival Group wiederum setzt auf Mikrofabriken, die weltweit in der Nähe der Kunden errichtet werden können. Im Gegensatz zu den in der Automobilindustrie üblichen komplexen Fertigungslinien sollen die Investitionskosten um ein Vielfaches niedriger liegen. Das gesamte Fahrzeugdesign wird auf diese innovative Art der Fertigung ausgerichtet, einschließlich der Verwendung von selbstentwickelten leicht verarbeitbaren Verbundwerkstoffen.

Das bedeutet, dass Arrival viele Fabriken auf einmal hochziehen kann, ohne sich zu übernehmen. Der Elektrobus soll noch dieses Jahr starten und im dritten Quartal 2022 die Produktion der elektrischen Kastenwagen ihren vollen Betrieb aufnehmen. Schon 2024 sind dank des bereits gut gefüllten Auftragsbuchs Umsätze von über 14 Mrd. US-Dollar geplant.

In beiden Fällen geht es darum, ein (vermeintlich) überlegenes Produkt in den Markt einzuführen und dann sofort in großen Flotten zum Einsatz zu bringen. Damit kann es gelingen, dass die Umsätze geradezu durch die Decke gehen.

Was Anleger davon haben

Die Begeisterung der Wall Street für 10 Milliarden Dollar schwere Wachstumsstorys schwankt. Wenn sie die Versprechungen für bare Münze nimmt, dann schießen die Kurse hoch. Überwiegen die Zweifel, dann brechen sie in den Keller. Wir haben in den letzten Wochen gewaltige Kursbewegungen beobachten können. Das ist verständlich, wenn man bedenkt, wie unsicher die zugrunde liegenden Annahmen für die zukünftige Entwicklung solcher Wagnisse sind.

An diesem Punkt kommen wir wieder auf Google zurück, die in ihren ersten Jahren auch nur eine von vielen Suchmaschinen und Webportalen war (wer erinnert sich noch an Lycos, AltaVista und meinen damaligen Favoriten AllTheWeb?). Mit der Zeit setzte sich dann allerdings immer mehr die Überzeugung durch, dass die Kalifornier zu den großen Gewinnern der Internetrevolution gehören würden. Entsprechend explodierte die Aktie.

Gleiches wird bei denjenigen SPAC-Aktien passieren, die sich in den kommenden Jahren vom dicht gedrängten Hauptfeld absetzen können. Viele werden dabei scheitern und ihre Aktionäre enttäuschen. Aber die Gewinner könnten Investoren reich machen. Von daher gilt es, behauptete Wettbewerbsvorteile immer wieder auf ihre Plausibilität abzuklopfen und nur dort zu investieren, wo die Story Sinn ergibt und das Gesamtpaket stimmt.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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