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Den Zyklus von Bankaktien verstehen

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Zyklische Aktien werden von Unternehmen ausgegeben, deren Geschäfte und Aktienkurse dazu neigen, dem Konjunkturzyklus zu folgen. Sie entwickeln sich in der Regel sehr gut während wirtschaftlicher Expansionen, aber üblicherweise nicht so gut während Rezessionen, da die Umsätze sinken.

Autohersteller sind ein gutes Beispiel für die Art von Unternehmen, die dazu neigen, zyklisch zu sein. Wenn es zu einer Rezession kommt, können sich die Verbraucher entscheiden, länger mit dem Kauf neuer Fahrzeuge zu warten, so dass der Umsatz sinkt. Fluggesellschaften, Hotels, Restaurants und die meisten Einzelhandelsunternehmen, wie z. B. Bekleidungsunternehmen, sind ebenfalls zyklisch. Denn wenn die Wirtschaft stark ist, können es sich mehr Menschen leisten, zu fliegen, in Hotels zu übernachten, in Restaurants zu essen und sich neue Kleidung zu kaufen.

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Das Gegenteil einer zyklischen Aktie kennt man als defensive Aktie. Das sind Aktien von Unternehmen, die dazu neigen, sich in Bezug auf Umsatz und Gewinnspanne ähnlich zu entwickeln, egal wie es der Wirtschaft geht.

In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf den Bankensektor und ob Bankaktien zyklische Investitionen sind oder nicht.

Sind Bankaktien zyklisch?

Die kurze Antwort ist ja. Bankaktien werden im Allgemeinen von Rezessionen beeinflusst, und zwar aus mehreren Gründen.

Erstens neigen die Zinssätze dazu, während Rezessionen zu fallen. Da das primäre Geschäftsmodell der Banken darin besteht, Geld zu verleihen und damit einen Gewinn zu erzielen, führen niedrigere Zinssätze tendenziell zu sinkenden Gewinnen. Wenn zum Beispiel der durchschnittliche Zinssatz einer Bank für Autokredite bei 5 % liegt, wird sie deutlich mehr verdienen, als wenn der durchschnittliche Zinssatz bei 3% liegt, wenn alle anderen Faktoren gleich sind.

Zweitens, und das ist noch wichtiger, steigt die Arbeitslosigkeit während Rezessionen und mehr Verbraucher geraten in finanzielle Schwierigkeiten. In Rezessionen haben Verbraucher oft Schwierigkeiten, ihre Rechnungen zu bezahlen, und das kann zu einem Anstieg der Kreditausfälle für Banken führen.

Die längere Antwort ist jedoch, dass jede Bank anders ist. Das Privatkundengeschäft (Einlagen und Kredite) ist sehr zyklisch und das gilt vor allem für Banken, die sich auf risikoreichere Kreditformen wie Kreditkarten spezialisiert haben. Auf der anderen Seite tendiert das Investmentbanking dazu, in turbulenten Zeiten noch besser abzuschneiden, so dass Banken, die viel Investmentbanking betreiben, dazu neigen, ihre Gewinne recht gut zu halten. Zum Beispiel sah Goldman Sachs (WKN:920332), die sich auf das Investmentbanking konzentriert, einige der besten Quartalsgewinne überhaupt während der COVID-19-Pandemie.

3 zyklische Bankaktien

Mit diesem Gedanken im Hinterkopf sind hier drei zyklische Bankaktien, was bedeutet, dass diese Banken eher rezessionsanfällig sind, aber auch dazu neigen, in florierenden Zeiten sehr gut abzuschneiden.

1. Capital One Financial

Capital One Financial (WKN:893413) ist eine regionale Vollservice-Kundenbank mit einem großen Filialnetz und den meisten Arten von Kreditprodukten. Allerdings hat sich Capital One auf das Kreditkartengeschäft spezialisiert (fast die Hälfte des Kreditportfolios), was das Geschäft sehr zyklisch macht. In guten Zeiten lässt sich mit Kreditkartenkrediten eine Menge Geld verdienen. Der durchschnittliche Zinssatz für Kreditkarten liegt bei etwa 16 %, also gibt es Potenzial für große Gewinne. Allerdings neigen Kreditkarten dazu, relativ hohe Ausfallraten zu haben (4-5 % Abschreibungsraten sind selbst in starken Volkswirtschaften üblich). Diese Verluste steigen natürlich stark, wenn die Wirtschaft sich verschlechtert.

2. Wells Fargo

Wells Fargo (WKN:857949) ist ein Mitglied der sogenannten „großen vier“ US-Banken, die anderen sind Bank of America (WKN:858388), JPMorgan Chase (WKN:850628) und Citigroup (WKN:A1H92V). Von dieser Gruppe ist Wells Fargo die einzige, die kein bedeutendes Investment-Banking-Geschäft hat, um die Gewinne in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit und niedriger Zinsen hoch zu halten. Als die Coronavirus-Pandemie die US-Wirtschaft in eine Rezession schickte, fiel Wells Fargo stärker als alle anderen Großbanken, und das ist der Hauptgrund dafür.

3. American Express

Die meisten Leute denken bei American Express (WKN:850226) an ein Kreditkartennetzwerk, aber im Gegensatz zu Visa (WKN:A0NC7B) und Mastercard (WKN:A0F602), agiert American Express auch als eine Bank. Während Visa und Mastercard mit Banken (wie Capital One) zusammenarbeiten, um Geld an Verbraucher zu verleihen, ist American Express ein „closed-loop“ Zahlungsnetzwerk, was bedeutet, dass das Unternehmen Zahlungen verarbeitet und selbst Kredite an Kunden vergibt. Die Zyklizität von American Express wird durch die allgemein wohlhabende Kundschaft und die Geschichte der intelligenten Kreditvergabe sowie durch das Zahlungsnetzwerk, das verlässliche Einnahmen bringt, etwas gemildert, aber die hohe Abhängigkeit von Kreditkartenkrediten macht American Express zu einer sehr zyklischen Bankaktie.

Dieser Artikel stellt die Meinung des Verfassers dar, der mit der „offiziellen“ Empfehlungsposition eines The Motley Fool Premium-Beratungsdienstes nicht übereinstimmen kann. Eine Investitionsthese zu hinterfragen – sogar eine eigene – hilft uns allen, kritisch über das Investieren nachzudenken und Entscheidungen zu treffen, die uns helfen, klüger, glücklicher und reicher zu werden.

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Dieser Artikel wurde von Matthew Frankel auf Englisch verfasst und am 17.03.2021 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Mastercard und Visa. 

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