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Quantencomputer-Aktien mit gigantischem Potenzial: Muss man den Hype kaufen?

Foto: Getty Images

Dem Quantencomputer gehört die Zukunft. Mit IonQ, die über einen SPAC-Deal an die Börse gehen wird, können interessierte Anleger sich frühzeitig bei diesem Thema positionieren. Aber ist die Zeit schon reif? Hier ist alles, was du dazu wissen musst.

Darum sollte Quantencomputing auf deiner Watchlist stehen

Diese neuartige Herangehensweise zur Durchrechnung von komplexen Aufgaben kann theoretisch jeden herkömmlichen Supercomputer um Längen schlagen. Kryptografische Codes, die bisher als unknackbar galten, könnten sich damit innerhalb kürzester Zeit in Klartext verwandeln. Physikalische Fragestellungen mit vielen Unbekannten und Randbedingungen werden sich erstmals effizient analysieren lassen.

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Noch ist das meiste davon jedoch lediglich Zukunftsmusik. Denn die Realität der Entwicklung von funktionsfähigen Quantencomputern hinkt der Theorie noch meilenweit hinterher. Um Quanteneffekte zuverlässig in logische Verarbeitungsprozesse einbinden zu können, muss die Physik an ihre Grenzen geführt werden. Das können nur wenige Forscherteams weltweit.

Während im Grunde jeder gute Programmierer ein Software-as-a-Service-Business hochziehen kann, sind für Quantencomputer nicht nur hochspezialisierte Kenntnisse erforderlich, sondern auch umfassende Forschungsressourcen mit sündhaft teurem Equipment.

Ein Quantensprung der Investierbarkeit steht an

Quantencomputing ist schon länger ein faszinierendes Thema. Doch wenn es dann um konkrete Anlagetipps ging, war wenig zu holen. Der Punkt, dass nur wenige Unternehmen sich den Forschungsaufwand leisten wollen und können, führt dazu, dass vor allem öffentlich geförderte Forschungseinrichtungen und Großkonzerne damit zu tun haben.

Die kanadische D-Wave Systems, der vielleicht bekannteste Spezialist, erfreut sich der Unterstützung von zahlungskräftigen Investoren, darunter der japanische Hersteller von Supercomputern NEC Corp. (WKN: 853675). Mit einem Börsengang hat man es wohl nicht eilig.

Schaut man sich weiter um, wer sich in dem Feld tummelt, dann stößt man vor allem auf weitere Supercomputerbauer wie IBM (WKN: 851399), Fujitsu (WKN: 855182) und Atos (WKN: 877757). Bei IonQ wiederum gehört Michael Dell, der Gründer von Dell Technologies (WKN: A2N6WP), zu den Investoren.

Eine auf Quantencomputing basierende Investitionsthese lässt sich mit solchen breit aufgestellten Konzernen kaum aufstellen. Das bringt uns trotz der gewaltigen Potenziale nicht weiter.

Wird IonQ die Lösung sein?

Mit IonQ ändert sich die Lage dramatisch. Plötzlich können wir ganz gezielt auf Quantencomputing setzen. Wie am 8. März bekannt wurde, hat ein Akquisitionsvehikel (SPAC) namens dMY Technology III (WKN: A2QLPT), das unter dem Ticker NYSE:DMYI gehandelt wird, mit IonQ eine Fusion ausgehandelt.

Hinter dem SPAC stecken Niccolo de Masi, der frühere Chef des Mobile-Gaming-Unternehmens Glu Mobile, und Harry You, der zuvor ein höherer Manager von Michael Dells EMC Corp. war. Sie haben bisher 275 Mio. US-Dollar eingesammelt. Insgesamt sollen bis zu 650 Mio. US-Dollar in das kombinierte Unternehmen fließen, bei einer Unternehmensbewertung von rund 2 Mrd. US-Dollar.

Es wird erwartet, dass der Anteil der Unternehmen, die Erfahrungen beim Einsatz von Quantencomputing sammeln wollen, über die kommenden Jahre geradezu explodieren wird. IonQ möchte davon massiv profitieren und die neue Geldspritze sollte dabei helfen, mit den großen IT-Giganten mithalten zu können.

In Kürze will IonQ leistungsstarke Quantencomputertechnik über die Cloud zur Verfügung stellen. Dabei legt das Unternehmen besonderen Wert darauf, programmiererfreundlich zu sein und somit weitere Zugangshürden abzubauen. Gleichzeitig hofft das Unternehmen, dass zukünftige leistungsfähigere Modelle weitere Einsatzfelder erobern werden. Vor allem in der Materialforschung und der Biotechnologie sieht das Management große Potenziale. Die angebotene Rechenpower soll kontinuierlich ausgebaut werden, sodass über die Serienfertigung mit der Zeit die Kosten sinken werden, während gleichzeitig die nächste Technologiegeneration vorangetrieben wird.

Mein Fazit

Das nun eingesammelte Geld soll genügen, um über die kommenden fünf Jahre in die Gewinnzone zu kommen und in der Folge den Bargeldabfluss zu kontrollieren. Geht der Plan auch nur halbwegs auf, dann dürfte sich der Aktienwert bis zum Ende des Jahrzehnts vervielfachen. Die Börse hat sich jedoch alles andere als begeistert gezeigt im ersten Moment. SPAC-Deals mit Unternehmen, die die große Zukunft herbeireden, aber umsatzmäßig noch nichts vorzuweisen haben, sind derzeit nicht beliebt.

Ich werde mir dennoch genau ansehen, wie es mit diesem SPAC-Deal weitergeht, denn auf eine solche Chance haben viele gewartet.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley besitzt keine der erwähnten Aktien.

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