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K+S-Aktie: Die BaFin ermittelt

Foto: Getty Images

Das Unternehmen K+S (WKN: KSAG88) und seine Aktie leiden seit vielen Jahren unter einem stetig sinkenden Kalipreis, der aufgrund eines Überangebots und teilweisen Dumpingpreisen bisher keinen Halt fand.

K+S ist in einem schwierigem Marktumfeld gefangen

So hat beispielsweise zuletzt der weißrussische Hersteller Belarusian Potash mit der Indian Potash einen Vertrag zu einem Lieferpreis von 247 US-Dollar je Tonne abgeschlossen. Er liegt nach Ansicht von K+S deutlich unter dem aktuellen Preisniveau auf Exportmärkten.

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Zwar konnte K+S trotz dieser widrigen Bedingungen in den vergangenen Jahren weiterhin schwarze Zahlen schreiben, aber das Ergebnis sank stetig. Infolge der Coronakrise musste K+S in den ersten drei Quartalen 2020 schließlich einen Verlust in Höhe von -1,97 Mrd. Euro ausweisen.

Für den Konzern wird die Situation langsam gefährlich. Bereits seit 2009 fallen die Kalipreise stetig und selbst der letzte Anstieg der Agrarpreise hatte kaum eine Auswirkung. In diesem Fall kann das Unternehmen nur auf politische Unterstützung hoffen oder sich zunehmend verkleinern.

K+S hat dafür bereits Schritte eingeleitet und im Oktober 2020 bekannt gegeben, sein amerikanisches Salzgeschäft für 3,2 Mrd. US-Dollar an Stone Canyon Industries Holdings zu veräußern. Mit dem Erlös könnte der Konzern seine Verschuldung deutlich senken, ob er jedoch im aktuellen Wettbewerbsumfeld eine langfristige Lösung darstellt, ist fraglich.

BaFin untersucht K+S-Abschlüsse

Zu diesen Problemen gesellen sich nun noch Zweifel an einer Abschreibung, die im letzten Jahr aufgrund der fallenden Kalipreise vorgenommen wurde. Die BaFin hegt den Verdacht, dass sie zu niedrig, das K+S-Ergebnis also zu hoch ausgefallen ist. Zudem soll die Wertminderung zu spät erfolgt sein.

Wie der Bericht zum dritten Quartal 2020 zeigt, hat K+S eine Wertberichtigung in Höhe von etwa 2 Mrd. Euro vorgenommen. Die BaFin hat ihr Prüforgan, die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung e. V., jedoch angewiesen, den Geschäftsbericht 2019 und den Halbjahresbericht 2020 zu untersuchen. Sie geht davon aus, dass K+S bereits in diesen Veröffentlichungen eine höhere Abschreibung hätte ausweisen müssen.

Das Unternehmen hat angekündigt, die zur Prüfung notwendigen Unterlagen zur Verfügung zu stellen. Es geht davon aus, die Vorwürfe entkräften zu können.

Die BaFin scheint derzeit sehr sensibel zu sein und möchte wahrscheinlich keinen zweiten Wirecard (WKN: 747206)-Fall erleben. Dennoch scheinen beide Fälle kaum vergleichbar.

So steht es um die Aktie

Die Aktie fiel infolge der Meldung bis zum Tief um über 18 %, konnte sich jedoch mittlerweile wieder leicht fangen. Für eine stärkere Erholung sind ein Kalipreisanstieg und eine Entlastung von den Vorwürfen wichtig. Beide Voraussetzungen sind derzeit noch nicht erfüllt.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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