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Steht die Bayer-Aktie jetzt vor einem Turnaround?

Foto: Peter Roegner

Vom Hoch im Jahr 2015 haben Bayer (WKN: BAY001)-Aktien bis heute fast 63 % an Wert verloren (04.02.2021). Der DAX hat im gleichen Zeitraum beinahe 44 % zugelegt (04.02.2021). Dafür kann es nur zwei grobe Erklärungen geben: 1) Entweder Bayers Geschäft besitzt keine Zukunft mehr oder 2) der Markt hat mit dem Niedergang der Aktien übertrieben. Die Tendenz geht aktuell eher zu Punkt zwei, denn Bayer ist im wichtigen Saatgutgeschäft sogar Weltmarktführer.

Bayer einigt sich mit den Klägeranwälten

Die Monsanto-Übernahme führte dennoch bisher nur zu hohen Belastungen. Dies könnte sich allerdings zukünftig ändern, denn Bayer hat sich jetzt im noch offenen Punkt, wie mit den zukünftigen US-Glyphosat-Klagen umgegangen werden kann, mit den Klägeranwälten geeinigt.

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Bei einem ersten Vorschlag störte sich der zuständige Richter Vince Chhabria an Bayers Expertengremium, das maßgeblichen Einfluss auf die gerichtlichen Entscheidungen nehmen sollte. Der Richter ging davon aus, dass es tendenziell für den Konzern und nicht ausgewogen argumentieren würde.

In diesem Punkt ist Bayer dem zuständigen Richter nun entgegengekommen. So sollen die Erkenntnisse des wissenschaftlichen Beratungsgremiums in künftigen Gerichtsverfahren zwar weiterhin als Beweismittel einfließen, aber nicht mehr rechtlich bindend sein. Deshalb ist nun vorstellbar, dass Richter Vince Chhabria auf den Vorschlag eingeht.

Er hat ausgehend vom 03.02.2021 etwa 30 Tage Zeit, um zu einer Entscheidung zu kommen. Bayer hat darüber hinaus für mögliche künftige Verurteilungen 2 Mrd. US-Dollar zurückgestellt. Hinzu kommt ein Programm, das zur Aufklärung der Kunden beitragen soll. So möchte Bayer auf seinen Roundup (Glyphosat)-Produkten zukünftig einen Link zu Studien und weiteren Infos anbringen. Er muss allerdings noch von der amerikanischen Umweltbehörde EPA bewilligt werden.

Teure Monsanto-Übernahme

Die gesamte Zusatzvereinbarung umfasst 265 Seiten, was zeigt, wie komplex der Sachverhalt ist. Im letzten Jahr (2020) hatte sich Bayer mit dem Unterhändler Kenneth R. Feinberg bereits für einen Großteil der bestehenden Klagen auf eine Zahlung von bis zu 9,6 Mrd. US-Dollar geeinigt.

Insgesamt entstehen Bayer infolge der Monsanto-Übernahme also zusätzliche Kosten in Höhe von bis zu 11,6 Mrd. US-Dollar. Wenn wir sie zum Kaufpreis von 63 Mrd. US-Dollar hinzuaddieren, war die Akquisition also nicht günstig.

Gute Chance auf einen Turnaround

Diese hohen Beträge sind allerdings schon im aktuellen Aktienkurs enthalten. Nur wenn Bayer noch weitere Hiobsbotschaften zu verkünden hätte, könnte er auch noch weiter fallen. Danach sieht es aktuell aber nicht aus. Im Gegensatz zum breiten Markt sind Bayer-Aktie günstig bewertet und könnten sich deshalb nach einer endgültigen Einigung in den USA zukünftig wieder besser entwickeln.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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