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BaFin warnt Anleger vor Bitcoin: Darum hört ihr keiner zu

Foto: Getty Images

Aufsichtsbehörden der Finanzwelt zeigen regelmäßig die Risiken auf, die der Handel mit sogenannten Kryptowährungen wie etwa Bitcoin mit sich bringt. Zuletzt meldete sich die deutsche BaFin mahnend zu Wort. Dennoch übertrafen die Kurse die Höchststände von Ende 2017 zuletzt bei Weitem. Hier ist, warum diese Rufe ungehört verhallen.

Die Warnung der BaFin

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, kurz BaFin, übernimmt im Auftrag des Bundesministeriums der Finanzen die Aufgabe, rund um das Finanzwesen nach dem Rechten zu schauen.

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Dazu gehört auch der Verbraucherschutz, weshalb sie immer mal wieder vor zweifelhaften Geschäftspraktiken und gefährlichen Geldanlagen warnt. Bezüglich des „Hypes um Kryptowerte“ gab sie am 13. Januar folgende Warnung heraus:

„Sie sollten sich nicht von den in der jüngeren Vergangenheit zu verzeichnenden Preisanstiegen bekannter Kryptowährungen wie etwa Bitcoin, Ether, XRP, Bitcoin Cash und Litecoin blenden lassen.
[…]
Bei allen diesen Anlagen können Verbraucherinnen und Verbraucher erhebliche Kapitalverluste erleiden. Auch ein Totalverlust ist möglich.“

Sie verweist auch auf die Septemberausgabe ihres hausintern Journals, wo bereits eingehender auf das Thema eingegangen wurde. Dort war unter anderem Folgendes zu lesen:

„Belastbare Prognosen über die Wertentwicklung von Payment-Token können Anleger kaum treffen – dafür sind virtuelle Währungen zu komplex. Dies ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass Payment-Token kein realwirtschaftlicher Wert zugrunde liegt. Sie haben keinen intrinsischen Wert und sind dadurch Spekulationen ausgesetzt.“

Kein Wert, reine Spekulation. Man kann es deutlicher kaum ausdrücken. Behörden anderer Länder und Vertreter der Europäischen Zentralbank haben sich ähnlich geäußert. Aber interessiert das irgendwen? Offenbar nur sehr wenige, denn wie sonst wäre der unbändige Kursanstieg der letzten Wochen zu erklären?

Der große Denkfehler

Es gibt einen Denkfehler, der sehr mächtig ist. Er entspricht in etwa dem Motto „der Feind meines Feindes ist mein Freund“. Wenn zum Beispiel Hunderttausende Menschen „Freiheit“ rufend durch die Straßen ziehen, um gegen einen Diktator zu demonstrieren, dann sind unsere Sympathien in der Regel bei ihnen. Wer gegen Diktatur und für Freiheit ist, der ist bestimmt ein Demokrat, der tickt so ähnlich wie wir. Wer gegen das Böse ist, der muss gut sein.

Aber ist das so? In einigen Fällen bestimmt. Aber sobald die Revolution gelingt, kommt die Fragmentierung der nur scheinbar so vereinten Opposition ans Tageslicht. Dann zeigt sich, dass keineswegs alle die gleiche Vorstellung von Freiheit haben. Die einen wollen dann Sozialismus und die anderen Plutokratie, Theokratie oder sonst was. Am Ende wird nicht selten eine Form der Diktatur durch eine andere ersetzt. Die Geschichte ist voll davon.

Es lassen sich viele andere Beispiele finden, wo wir intuitiv Sympathien für eine Sache haben, nur weil sie sich gegen etwas Etabliertes richten, das wir gerade nicht mögen. Doch wenn es an einem guten Plan mangelt, um das Etablierte durch etwas Besseres zu ersetzen, dann ist der Widerstand nichts wert und im schlimmsten Fall sogar selbst schädlich.

Was das mit Bitcoin zu tun hat

Dazu gehören für mich auch Bitcoin und all die anderen Kryptos. Der Kapitalismus und das internationale Finanzwesen sind über die letzten Jahre bei vielen in Verruf geraten. Sie werden — wohl nicht völlig zu Unrecht — für Raubbau, Umweltverschmutzung, Klimawandel, schwere Schuldenkrisen und ungerechte Wohlstandsverteilung verantwortlich gemacht.

Im Zentrum der Kritik steht dabei oft das auf „Fiatgeld“ basierende internationale Finanzsystem. Fiatgeld ist also aus dieser Sichtweise heraus böse. Und hier kommt Bitcoin ins Spiel, ein durchprogrammiertes verteiltes System, das ohne Zentralbanken oder andere Institutionen zurechtkommt. „Kryptowährungen“ fordern das vielfach als böse wahrgenommene etablierte System heraus — und wer das Böse angreift, ist vermeintlich gut.

Viele Kryptoanhänger sind davon jedenfalls unheimlich überzeugt. Und wenn eine etablierte Institution wie die BaFin davor warnt, dass hinter dem Hype nur Spekulation steckt, dann kann es seine Adressaten niemals erreichen. Schließlich ist die BaFin ein Vertreter des Fiatgeld-Systems, also auch irgendwie böse. Solange die Macht des Denkfehlers wirkt, wird es immer Leute geben, die sich mit falschen Argumenten in die Kryptowelt locken lassen.

Doch die Wahrheit ist, dass die Grenzen von Gut und Böse nur sehr selten klar sind. Selbst wenn wir Euro, Franken und Dollar als „böse“ charakterisieren wollen, ist noch längst nicht gesagt, welches „Gute“ seine Rolle einnehmen könnte — der Bitcoin ganz bestimmt nicht, aber wem sage ich das …

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Ralf Anders besitzt keine Kryptowährungen. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Wertpapiere.

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