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Nach Compleo (+100 %) und ChargePoint (+300 %): Muss man bei EVBox dabeisein?

E-Mobility: Batterie laden an Ladesäule
Foto: Getty Images

Die Elektromobilität kommt jetzt mit Macht. Millionen von Ladepunkten müssen international installiert werden, damit die neue Mobilitätswelt funktionieren kann. Nachdem Compleo (WKN: A2QDNX) sich bald nach dem Börsengang vom Oktober verdoppelt hat, versucht nun ein starker Konkurrent aus den Niederlanden sein Glück. Bietet sich hier eine super Einstiegschance? Lasst uns EVBox genauer ansehen.

Das ist EVBox

Die EVBox Group wurde 2010 als Spezialist für Ladelösungen gegründet. Sie bedient primär die Märkte Europa und Nordamerika und unterhält Standorte in Amsterdam, Bordeaux, München und Chicago.

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EVBox bietet ein umfangreiches Portfolio, welches von der kleinen Ladenbox für die heimische Garage bis zur kommerziellen Gleichstrom-Schnellladestation reicht. Das Topmodell Ultroniq lädt mit bis zu 350 Kilowatt. Nicht alles davon wird im eigenen Haus produziert. Etwa für die Wechselstromgeräte sind Partner zuständig.

So macht es auch ChargePoint (im Vorfeld handelbar über Switchback Energy Acquisition Corporation (WKN: A2PZCD)). Die Amerikaner verfügen zudem über eine umfassende Software-Suite, die ein weitreichendes Partner-Ökosystem verknüpft und sich auch an Endnutzer richtet — ein Aspekt, der die Anleger begeistert. Dort will auch EVBox hin, ist aber derzeit meinem Eindruck nach noch ein gutes Stück davon entfernt.

So soll der Börsengang ablaufen

Allerdings gilt EVBox mit einer installierten Basis von über 200.000 Ladepunkten in 70 Ländern als einer der größten Hardwarelieferanten der Branche (zum Vergleich: Bei Compleo sind es keine 30.000).

Nun soll das Unternehmen über die Fusion mit der börsennotierten TPG Pace Beneficial Finance (WKN: A2QCS0) handelbar werden.

Bei TPG handelt es sich um ein Akquisitionsvehikel (SPAC) eines mächtigen Investmentkonzerns. SPACs werden typischerweise zu rund 10 US-Dollar gehandelt, solange sich noch kein Deal angebahnt hat. Mit der Verkündung des Zielobjekts kommt Leben in den Kurs. Das war bei TPG und EVBox am 10. Dezember der Fall. Seither notiert der Kurs meistens deutlich über 20 US-Dollar.

Die Tochter des französischen Energieversorgers ENGIE (WKN: A0ER6Q) geht mit einer Bewertung von gut 600 Mio. US-Dollar in den Deal ein, während das SPAC 450 Mio. US-Dollar eingesammelt hat. Im Zuge der Fusion werden zu Vorzugskonditionen (10 US-Dollar je Anteil) weitere 225 Mio. US-Dollar von institutionellen Investoren in die Kassen des kombinierten Unternehmens fließen. Außerdem wird der so genannte Sponsor (also TPG) günstig einen Anteil von etwa 7 % bekommen, mit entsprechenden Verwässerungseffekten.

ENGIE rechnet in den kommenden Monaten mit dem Abschluss der Transaktion und plant, 40 bis 44 % zu behalten.

Wie es jetzt weitergeht mit der EVBox-Aktie

Die Verkaufszahlen bei aufladbaren Autos sind zuletzt massiv hochgeschossen. Schneller als viele erwartet haben, scheint sich die Elektromobilität nun durchzusetzen. Entsprechend erwartet das Management von EVBox hohe Wachstumsraten beim Absatzvolumen von 65 % über die kommenden drei Jahre. Von zuletzt etwa 70 Mio. Euro (2020) soll es schon bis 2023 auf 372 Mio. Euro hochgehen, bei gleichzeitigem Erreichen der Gewinnschwelle (vor Abschreibungen). Dann sollen auch 1 Million Ladepunkte installiert sein.

Vor allem durch den Ausbau des Softwareangebots soll aus dem hardwarelastigen Geschäft eine immer stärkere Plattform mit wiederkehrenden Umsätzen werden. Schon in diesem Jahr ist geplant, eine völlig neue Generation der Cloud-Software auszurollen. In der Investorenpräsentation hebt das Management sogar Software-Fähigkeiten hervor, welche über ChargePoint hinausgehen. Vor allem mit der Offenheit für unterschiedliche Hard- und Software-Kombinationen will man punkten.

Hinzu kommt der Heimvorteil auf dem immer wichtiger werdenden europäischen Markt mit seinen fragmentierten Einzelmärkten, die für neue Wettbewerber schwer zu durchdringen sind.

EVBox hat folglich eine Menge Vorzüge und dank der nun ausgezeichneten Mittelausstattung alle Möglichkeiten, um voll anzugreifen. Die angepeilte Bewertung auf Basis von 10 US-Dollar je Aktie (knapp 1,4 Mrd. US-Dollar) erscheint daher günstig. Die aktuell 24 US-Dollar laufen allerdings auf eine Marktkapitalisierung von weit über 3 Mrd. US-Dollar hinaus. Da ist schon viel Zukunftsmusik eingepreist. Dennoch dürfte sich EVBox zu einer populären Elektromobilitätsaktie entwickeln.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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