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Vergiss Bitcoin & DeFi, dieser Megatrend wird 2021 alles überrollen

Foto: Getty Images

Bitcoin hat schon wieder ein neues Allzeithoch geschossen. Wird das 2021 zu einem allwöchentlichen Ritual oder ist die digitale Münze nun endlich teuer genug?

Eine Prognose ist schwer. Nach den 218 %, die Bitcoin allein in den vergangenen drei Monaten (in US-Dollar gerechnet) zulegen konnte, dürften Gewinnmitnahmen an der Tagesordnung sein (Stand für diese Zahl und alle weiteren Zahlen: 06.01.2020).

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Oder auch nicht. Schließlich können sich Bitcoin-Besitzer neuerdings mittels DeFi (Decentralized Finance) die Wartezeit auf neue Allzeithochs mit so etwas Ähnlichem wie Zinsen versüßen.

Trotzdem: Jeder, der jetzt 30 Bitcoin herumliegen hat, ist automatisch US-Dollar-Millionär. Das mag heutzutage nicht mehr viel bedeuten, ist aber eine psychologische Grenze, die man im Hinterkopf behalten kann. Zur Erinnerung: Bis zum November 2012 waren 50 Bitcoin die übliche Kompensation für Block-Schürfer.

Keine Frage: Das Jahr 2020 war ein gutes Bitcoin-Jahr. Auch Impfstoff-Aktien und alles, was digitalisiert, waren ein ziemlich guter Kauf. Das könnte 2021 so weitergehen. Doch für dieses Jahr erwarte ich den Durchbruch eines Megatrends, der schon lange unter der Oberfläche brodelt: der Megatrend Nachhaltigkeit.

Bitcoin ist nachhaltiger, als viele denken

Nachhaltigkeit? Bei diesem Wort werden viele Bitcoin-Besitzer sicher die Hände überm Kopf zusammenschlagen. Schließlich ist nur allzu gut bekannt, dass das Schürfen der digitalen Münze mit einem gigantischen Stromverbrauch verbunden ist.

Doch halt! Es gibt genügend Argumente, die Bitcoin in einem mit der Nachhaltigkeit kompatiblen Licht erstrahlen lassen.

Zunächst ist es ja keineswegs so, dass die Konkurrenz in irgendeiner Weise nachhaltig arbeitet. Weder die Goldproduktion noch der Betrieb des Bankensystems ist ohne Einsatz von Energie aufrechtzuerhalten.

Zudem liefert das Bitcoin-Ökosystem einen enormen Anreiz, überschüssige Energie – die bislang einfach sinnlos verpufft ist – zu verwerten. Auch für die Suche nach Methoden effizienterer Energieproduktion liefert Bitcoin den perfekten Anreiz.

So gesehen ist Bitcoin im Ansatz keineswegs der geborene Gegenspieler zum Megatrend Nachhaltigkeit. Eher ein perfekter Partner.

Dieser Megatrend hat tiefe Taschen

Wer sich ebenfalls mit dem Thema Nachhaltigkeit verpartnert hat, ist der neue US-Präsident Joe Biden. Der scheint derzeit auf den letzten Metern auch noch den US-Senat hinter sich bringen zu können. Wenn das gelingt, kann locker durchregiert werden. Das 2 Billionen US-Dollar schwere Klimaschutzpaket wäre dann vermutlich nur noch rein Formsache.

Das Weiße Haus wäre nicht die erste Institution mit großen Plänen und tiefen Taschen, die sich der Nachhaltigkeit verpflichten möchte. Auch des Bitcoins ärgster Feind – die Europäische Zentralbank – hat sich das Thema auf die Fahnen geschrieben.

Noch stammen über 60 % der Unternehmensanleihen im Portfolio der EZB von Unternehmen, die es mit dem CO2-Ausstoß nicht allzu genau nehmen. Eine kurz- bis mittelfristige Umschichtung halte ich für realistisch. Wer würde sich schon daran stören? Der Megatrend Nachhaltigkeit sitzt durch die Bank weg fest im Sattel.

Profiteure könnten Windkraftunternehmen wie Nordex oder Siemens Gamesa sein. Auch Wasserstoffunternehmen wie ITM Power oder NEL sind beim Thema Nachhaltigkeit fest gebucht. An der Solar-Front könnten Jinkosolar und First Solar in 2021 ordentlich abstauben.

Der Tsunami ist da – warum nicht auch diese Welle reiten?

Der Megatrend Nachhaltigkeit ist dem Bitcoin-Hype gar nicht so unähnlich. Für manche ist Nachhaltigkeit der Tod der Wirtschaft, wie wir sie kennen. Für andere wiederum ist es ein evolutionärer Schritt, der einfach gegangen werden muss.

Wie auch immer man zu dem Thema steht: Man sollte nie vergessen, dass die Börse ein demokratisches Medium ist. Auch hier kaufen die Teilnehmer, was sie eben gerade für richtig und wichtig halten. Das muss nicht immer rational sein.

Selbst ein eher schwacher Megatrend kann extrem aufblühen, wenn Politik und Institutionen im Namen ihrer Wähler hinter den Zielen stehen. Das kann man kritisieren. Oder einfach auf der Trendwelle reiten, die in 2021 meinen Erwartungen nach alles überrollen wird.

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