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Bayer: Mit breitem Burggraben Glyphosat in 2021 vergessen?

Foto: Bayer AG

Kürzlich habe ich den aufregenden Analyseprozess von Morningstar in einem Artikel über den Vectors Morningstar Global Wide Moat ETF von VanEck (WKN: AMP6EP) vorgestellt. Im Stil von Warren Buffett sucht das Analyseunternehmen nach Firmen mit einem Burggraben, der sie vor dem Wettbewerb schützt. Der ETF umfasst nur Unternehmen mit deutlichen Wettbewerbsvorteilen, die laut Morningstar voraussichtlich die nächsten 20 Jahre halten werden.

Heute möchte ich mich mit der Aktie von Bayer (WKN: BAY001) beschäftigen. Vor einem Jahr hat das Papier noch 34,5 % höher notiert (Stand: 30.12.2020). Laut Morningstar lag der faire Wert für das Papier Anfang Oktober bei 78 Euro. Damit ergibt bei dem aktuellen Preis ein Abschlag von 40 % zum beizulegenden Zeitwert. Meiner Meinung nach ist dies ein guter Grund, sich das deutsche Agrarchemie- und Pharmaunternehmen genauer anzusehen. Was macht die Firma eigentlich genau?

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Was macht das Unternehmen, Entwicklung und Burggraben

Bayer ist durch den Kauf von Monsanto der unangefochtene Marktführer im Bereich Agrarchemie geworden. Die Herstellung und der Verkauf von Saatgut, Pflanzenschutz und Produkten zur Schädlingsbekämpfung stehen dabei im Mittelpunkt. Im kleinsten Segment bietet Bayer verschreibungsfreie Medikamente wie Aspirin an. Daneben entwickelt und vertreibt man verschreibungspflichtige Arzneimittel. Das Augenmittel Eylea und der Gerinnungshemmer Xarelto sind dabei die Blockbuster.

Es gibt mehrere Gründe, weshalb Bayer so stark verloren hat. Über allen schwebt natürlich der Prozess um Glyphosat. Der Vergleich konnte immer noch nicht finalisiert werden und wird dadurch mit hoher Wahrscheinlichkeit teurer als erwartet. Hinzu kommt noch die operative Schwäche im Geschäft mit der Agrarchemie. Ende September hat Bayer seinen Segmentausblick für 2021 deutlich reduzieren müssen. Im Pharmageschäft ist Bayer darauf angewiesen, dass die Pipeline zeitnah liefert. Die Patente der bisherigen beiden Blockbuster laufen Mitte des Jahrzehnts aus.

Im dritten Quartal hat vor allem das nordamerikanische Landwirtschaftsgeschäft das Ergebnis belastet. Der Konzernumsatz ist dadurch um 13,5 % im Vergleich zum Vorjahresquartal gefallen. Das operative Ergebnis wurde im Quartal mit einer Abschreibung von 9 Mrd. Euro auf den entstandenen Goodwill durch die Monsanto-Übernahme beeinträchtigt. Ein starkes Indiz dafür, dass das Unternehmen zu viel bei der Akquisition gezahlt hat.

Einschätzungen zu Bayer

Die Analysten von Morningstar sind trotz der Herausforderungen von Bayer überzeugt. Sie bewerten die Marktposition des Unternehmens im Gesundheits- und Agrarchemiemarkt mit einem breiten Burggraben. In ihrer Analyse gehen sie bei den Agrarprodukten erst für 2022 von einer Erholung aus. Dafür sehen sie bei der Gesundheitsplattform von Bayer das Potenzial, mit einem stetigen Umsatz- und Gewinnwachstum in die Bresche zu springen. Langfristig erwarten sie allerdings eine Rückkehr zur Stabilität.

Dafür muss Bayer allerdings seine Verschuldung in den Griff bekommen. Mit dem erwarteten operativen Ergebnis für 2020 würde es fast fünf Jahre dauern, diese komplett abzubauen.  Die operative Marge des Unternehmens liegt bei ca. 17 % und soll trotz der Probleme in den nächsten zwei Jahren auf ca. 20 % gesteigert werden. Dafür muss es Bayer schaffen, die Umsätze wieder zu steigern. Die Bewertung ist dafür mit einer erwarteten Free Cashflow-Rendite von knapp unter 5 % fair.

Nachdem ich zuletzt die Aktie von Biogen (WKN: 789617) vorgestellt habe, bin ich ernsthaft am überlegen, ob ich meine Anteile an Bayer austauschen soll. Beide Unternehmen sind Wetten auf die Produktpipeline. Allerdings hat Biogen keine Probleme mit der Verschuldung, wird niedriger bewertet und ist profitabler. Zudem hat man keinen Milliarden-Prozess an der Backe. Für Bayer spricht dagegen das Geschäft mit den Agrarprodukten, das langfristig einen riesigen Markt adressiert.

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Florian Hainzl besitzt Aktien von Bayer. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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