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Lufthansa-Aktie mit 5 % Kurssprung: Was ist passiert?

Foto: Getty Images

Die Lufthansa (WKN: 823212)-Aktie hat in den vergangenen vier Wochen bereits kräftig zugelegt. Jetzt kommt noch mal ein kräftiger Kurssprung um 5 % obendrauf. Inzwischen kostet eine Aktie sogar wieder mehr als 11 Euro (Stand 29.12.2020). Das ist der höchste Stand seit dem Sommer, als die Aktie von der Euphorie über das staatliche Rettungspaket angetrieben wurde.

Was war der Auslöser für diesen Kurssprung. Und noch viel wichtiger: Geht es jetzt vielleicht sogar noch weiter rauf? Immerhin ist die Aktie immer noch um etwa ein Drittel günstiger als noch vor einem Jahr.

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Optimismus über den kommenden Sommer hilft Lufthansa-Aktie

Der Auslöser für den neuesten Kurssprung ist ein Interview mit dem Vorsitzenden des Verwaltungsrates der Schweizer Tochter Swiss Air. Demnach geht die Tochter davon aus, dass die Nachfrage der Kunden im kommenden Sommer wieder bei 50 % des Vorkrisenniveaus liegen wird.

50 % klingt eigentlich erst mal nicht sehr optimistisch. Nicht viele Firmen würden sich freuen, wenn sich ihr Geschäftsvolumen halbiert. Aber Airlines wurden von der Pandemie so hart getroffen, dass aktuell selbst die Hälfte des Vorkrisenniveaus eine Verdoppelung bedeutet! Zumindest hat die Lufthansa in ihrem letzten Quartalsbericht angekündigt, dass sie davon ausgeht, maximal 25 % ihrer ursprünglich geplanten Kapazität auslasten zu können.

Aber es gibt auch noch einen weiteren Punkt, der Anleger optimistisch stimmen sollte. Denn die Lufthansa plant im kommenden Jahr wieder operative Mittelzuflüsse verbuchen zu können. Es soll also, einfach ausgedrückt, wieder Geld in die Kassen fließen. Diese Prognose steht aber unter dem Vorbehalt, dass die Kapazität wieder 50 % des Vorkrisenniveaus erreichen muss. Allem Anschein nach ist man aus heutiger Sicht auf dem bestem Wege, dieses Ziel auch zu erreichen.

Kann die Rally also weitergehen?

Um auf diesem Nachfrageniveau profitabel arbeiten zu können, setzt die Lufthansa aktuell ein ambitioniertes Sparprogramm um. Zentraler Bestandteil ist die Verkleinerung der Flugzeugflotte. In Zukunft wird die Lufthansa 150 Flugzeuge weniger besitzen, als noch vor einem Jahr. Gleichzeitig wird man sich von einer großen Zahl an Mitarbeitern trennen müssen. Insgesamt sollen die Personalkosten um 200 Mio. Euro pro Jahr gesenkt werden.

Nach aktuellem Stand ist die Lufthansa an der Börse knapp 6 Mrd. Euro wert. Die 6 Mrd. verraten aber nur die halbe Wahrheit. Denn in den letzten Jahren ist die Verschuldung deutlich gestiegen. Dank der praktisch über Nacht eingebrochenen Nachfrage, die sich in den letzten Monaten nur schleppend entwickelt hat, sieht die Bilanz derzeit schlimmer aus als je zuvor. Am Ende des letzten Quartals lag die Nettoverschuldung bei 8,9 Mrd. Euro. Eigentlich ist die Lufthansa also eher mit 15 Mrd. Euro bewertet.

Sobald die Lufthansa in den kommenden Quartalen wieder die Gewinnschwelle erreicht, wird das Abtragen dieses Schuldenbergs höchste Priorität haben müssen. Insbesondere die staatlichen Kredite werden ansonsten in den kommenden Jahren tiefe Löcher in die Bilanz reißen, da die Zinssätze Jahr für Jahr ansteigen.

Selbst in einem hervorragenden Jahr wie 2018 hat die Lufthansa nach Steuern aber „nur“ 2 Mrd. Euro Gewinn gemacht. Inzwischen ist das Unternehmen aber deutlich geschrumpft und die Nachfrage wird wohl noch über Jahre niedrig bleiben. Ein Gewinn in dieser Größenordnung ist also auf absehbare Zeit extrem unwahrscheinlich. Daher wird es wohl noch viele Jahre dauern, bis die Lufthansa die Bilanz saniert hat. Bis dahin werden die Gewinne voraussichtlich unter den hohen Zinszahlungen leiden und den Höhenflug der Aktie bremsen.

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Dennis Zeipert besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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