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Verrückte Einsichten: BioNTech-Aktie 9-mal mehr wert als Genentech beim Roche-Deal 1990

Foto: Getty Images

BioNTech (WKN: A2PSR2) hat milliardenschwere Deals bereits in der Tasche und bei den Zulassungen dürfte es jetzt Schlag auf Schlag gehen, nachdem Großbritannien den Anfang gemacht hat. Aus einem aussichtsreichen kleinen Biotechnologie-Unternehmen ist fast über Nacht ein globaler Player geworden.

Kein Wunder also, dass die Aktie in der Gunst der Anleger ganz weit oben steht. Mittlerweile werden schon Erinnerungen an den überaus erfolgreichen Biotech-Pionier Genentech wach, der 2009 komplett an Roche (WKN: 855167) ging. Doch ist das gerechtfertigt? Ein Blick zurück könnte Aufschluss bringen.

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So war es bei Genentech

Professor Herbert W. Boyer war vor knapp einem halben Jahrhundert einer der ersten Forscher, die gezielt Erbgut manipulieren konnten. Einige Jahre später, 1976, entstand daraus das erste Biotech-Unternehmen Genentech. Der Pionier konnte schon bald erste Erfolge vorweisen und ging 1980 an die Börse. 1990 übernahm Roche in weiser Voraussicht die Mehrheit. Für 60 % bezahlte sie 2,1 Mrd. US-Dollar, entsprechend einer Marktkapitalisierung von 3,2 Mrd. US-Dollar.

Genentech machte 1989 immerhin bereits 400 Mio. US-Dollar Umsatz, aber Roche musste trotzdem noch jahrelang viel Kapital in den Forschungspartner pumpen. Dennoch erwies sich die symbiotische Zusammenarbeit zwischen dem agilen Biotech aus Kalifornien und dem globalen Pharma-Powerhouse aus Basel als Erfolgsmodell.

Letztlich wurde die Beteiligung strategisch so wichtig, dass im Jahr 2008 die Entscheidung fiel, Genentech komplett zu übernehmen. Zwischenzeitlich waren die Umsätze exponentiell auf 11,7 Mrd. US-Dollar (2007) gewachsen. Nach langen Verhandlungen und Genehmigungsprozessen konnte der Deal im März 2009 abgeschlossen werden. Am Ende wurden 95 US-Dollar je Aktie bezahlt, womit das Unternehmen mit 100 Mrd. US-Dollar bewertet wurde.

Die Blockbuster-Medikamente von 2008 – Avastin, Herceptin, Rituxan und Lucentis – spülten zehn Jahre später Umsätze von über 21 Mrd. US-Dollar in die Kasse von Roche. Trotz des hohen Preises schätzen die meisten Analysten den Deal heute sehr positiv ein.

Wo BioNTech im Vergleich steht

Obwohl die BioNTech-Bewertung so langsam in ähnliche Sphären vorstößt, ist es in seiner Unternehmensentwicklung eigentlich erst etwa dort, wo Genentech 1990 war. Mit seinen zwölf Jahren seit Gründung ist es sogar deutlich jünger als die Kalifornier damals. Auch die Umsätze von 2019 liegen mit 109 Mio. Euro weit unter den 400 Mio. Dollar von Genentech 1989.

Dennoch wurde Genentech 1990 mit umgerechnet rund 3 Mrd. Euro bewertet und BioNTech heute mit 28 Mrd. Euro (04.12.), also fast zehnmal so viel. Vor Corona sah die Lage allerdings anders aus: Beim Börsengang 2019 erreichte auch BioNTech zunächst nur eine Bewertung von 3 Mrd. Euro.

Das bedeutet für mich, dass der Markt glaubt, dass BioNTech im Laufe eines Jahres einen Entwicklungssprung von rund zehn Genentech-Jahren gemacht hat. Dabei half auch die Kapitalerhöhung vom Juli, die mehr als eine halbe Milliarde Euro in die Kassen spülte.

All das ändert jedoch nichts daran, dass BioNTech abseits von der nun laufenden globalen Impfkampagne nur geringe Umsätze schreibt. Blockbuster-Medikamente sind noch Fehlanzeige. Zwar ist die Forschungspipeline voller aussichtsreicher Wirkstoffkandidaten, aber die klinischen Studien dürften noch weit mehr Zeit in Anspruch nehmen als der nun durch alle Instanzen gepeitschte Impfstoff.

Sollte die Impfkampagne in ein bis zwei Jahren abflauen – was sie hoffentlich tut –, dann ist folglich noch nicht gesichert, ob BioNTech bereits neue Umsatzbringer haben wird.

Was Anleger daraus machen sollten

Investoren müssen daher darauf hoffen, dass CEO Ugur Sahin die Milliarden, die nun fließen, klug einsetzt, um BioNTech innerhalb weniger Jahre in die Lage zu versetzen, die Umsätze nachhaltig in den Bereich von vielleicht 5 Mrd. Euro zu treiben.

Da es nun ein erstes zugelassenes Produkt gibt, wissen wir immerhin, dass die Forschungsplattform von BioNTech funktioniert. Die Unsicherheit, ob die hohen Erwartungen an die Technologie tatsächlich erfüllt werden können, reduziert sich damit erheblich. Dennoch muss nach wir vor die Wirksamkeit gegen Krebs noch belegt werden.

Möglicherweise nehmen die Aktionäre daher zu viel Entwicklung vorweg. Auf die Impfparty könnte der Kater folgen. Nüchtern betrachtet ist BioNTech noch immer ein forschendes Unternehmen ohne marktfähige Medikamente, während das Impfstoffgeschäft im Allgemeinen als schwierig gilt. Auch Übernahmefantasie kommt bei diesem Kursniveau nicht auf.

Für mich heißt das, besser Ausschau zu halten nach chancenreichen „Post-COVID“-Kandidaten.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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