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NEL asa mit Megadeal in Spanien: Ist das der Durchbruch für die Aktie?

Neue Siemens Offshore-Turbine 2016 Siemens Energy
Bildquelle: www.siemens.com/presse

NEL (WKN: A0B733) gilt derzeit als Weltmarktführer bei der Elektrolyse und Aktionäre setzen darauf, dass sie zu einem der wichtigsten Spieler der Wasserstoffwirtschaft wird. Ein wichtiger Meilenstein dahin stellt die jüngste Vereinbarung mit Iberdrola (WKN: A0M46B) dar.

Hier ist, warum dieser Schritt für NEL so wichtig ist und dennoch Zweifel an der Bewertung der NEL-Aktie bleiben.

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Darum geht’s bei diesem NEL-Deal

Mit den beiden spanischen Konzernen Iberdrola und Ingeteam Group hat sich NEL zwei herausragende Partner geangelt. Iberdrola war viele Jahre Ankeraktionär bei Siemens Gamesa (WKN: A0B5Z8) und gilt als einer der weltgrößten Projektentwickler, Eigentümer und Betreiber im Bereich der erneuerbaren Energien.

Das Portfolio des internationalen Versorgers umfasst zahlreiche große Wind- und Solarparks, wobei über die kommenden fünf Jahre Bruttoinvestitionen im Umfang von 75 Mrd. Euro geplant sind, um die Kapazitäten von 32 auf 60 Gigawatt zu steigern und die Übertragungsnetze auszubauen. Um diese schwankenden Strommengen beherrschen zu können, soll nun verstärkt in Elektrolysekapazitäten investiert werden – und NEL wird der Technologiepartner dafür sein.

Zunächst geht es dabei um Spanien, wo bis 2023 eine installierte Kapazität in Höhe von 200 Megawatt aufgebaut werden soll. Das entspricht Investitionen von rund 100 Mio. Euro. Schon nächstes Jahr soll es losgehen, wobei die Schaffung von bis zu 150 Arbeitsplätzen vorgesehen ist. Die Initiative steht im Zusammenhang mit einem Projekt mit dem Düngemittelhersteller Fertiberia. Letzten Monat meldete diese, dass sie mit Iberdrola fast 2 Mrd. Euro in eine grüne Ammoniakproduktion investieren will.

Iberdrola möchte zukünftig eine Vielzahl an Elektrolyse-Großprojekten stemmen und hat sich dazu den Elektrotechnikkonzern Ingeteam ins Boot geholt sowie das Joint Venture Iberlyzer gegründet. Eine wichtige Aufgabe von NEL wird es sein, dabei zu helfen, entsprechende lokale Wertschöpfungsketten aufzubauen.

Wie der Deal für NEL einzuordnen ist

Ist das nun also der große Durchbruch oder doch nur ein weiterer mittelgroßer Deal? Im kommenden Jahr soll eine 20-Megawatt-Anlage geliefert werden, wohlgemerkt mit der trockenen PEM-Technik, die teurer als die meist bei Großprojekten eingesetzte Alkali-Technik ist, aber dafür Vorteile wie Kompaktheit, geringen Wartungsaufwand, Gasreinheit und Reaktionsschnelligkeit bietet.

PEM passt somit gut sowohl zu schwankender Windkraft als auch zur Weiterverwendung in chemischen Prozessen. Zudem wird erwartet, dass der Kostennachteil zukünftig erheblich sinkt. Auch darauf zielen Iberdrola und Ingeteam vermutlich ab.

Für NEL bedeutet der Deal jedenfalls, dass trotz der Turbulenzen mit Nikola Corp. (WKN: A2JQN0) die Zeichen weiterhin auf Wachstum stehen. Bisher liegt der Zwölfmonatsumsatz im Bereich von 60 Mio. Euro. Zwar ist nicht klar, welcher Anteil der 100 Mio. Euro Investitionen an NEL fließen werden, aber ich würde schätzen, dass über die nächsten drei Jahre jeweils rund 30 Mio. Euro Umsatz hereinkommen, was eine gute Sache für die Norweger ist.

Wenn man allerdings bedenkt, dass NEL mittel- bis langfristig ein Multimilliarden-Konzern werden will, handelt es sich zunächst doch eher um einen mittelgroßen Deal. Dennoch könnte daraus noch wesentlich mehr werden. Sollte das Iberlyzer-Joint-Venture gut funktionieren und NEL der bevorzugte Lieferant von Elektrolysetechnik bleiben, dann könnte sich der Geschäftsumfang nach 2023 vervielfachen. Das gilt umso mehr, da NEL auch in Märkten wie Brasilien, Nordamerika und Großbritannien stark präsent ist.

Zwei weitere Pluspunkte für NEL

Da NEL mit dem Aufbau und der Organisation der lokalen Lieferketten beauftragt ist, kann sie sicherlich Einfluss darauf nehmen, um sich auf lange Sicht vorteilhaft im Wettbewerb zu positionieren. Solange keiner der Wettbewerber mit einem Technologiesprung aufwartet, dürfte NEL sich daher das größte Kuchenstück in Spanien sichern können.

Des Weiteren kann NEL das Projekt dafür nutzen, bei der PEM-Technologie in neue Größenordnungen vorzustoßen. Hätte NEL nach den Vertriebserfolgen mit Alkali-Technik PEM vernachlässigt, dann wäre über die Zeit eine offene Flanke entstanden, in die Wettbewerber einbrechen könnten.

NEL ist noch immer ein kleines Unternehmen, das sehr genau überlegen muss, wie es seine Forschungs- und Entwicklungsressourcen einsetzt. An der Seite von Iberdrola kann nun die bereits starke PEM-Kompetenz ausgebaut werden.

Ein wichtiger Schritt, doch Unsicherheiten bleiben

Über die letzten Wochen hatte ich mehrfach gewarnt, dass die Marktposition von NEL längst nicht so sattelfest ist, wie sie scheint. Daran ändert auch dieser Deal nicht viel. Dennoch stellt er einen wichtigen Meilenstein dar, der die Chancen erhöht, dass NEL irgendwann der Champion wird, den der Aktienkurs bereits jetzt vorwegnimmt.

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Ralf Anders partizipiert über ein von ihm betreutes Indexzertifikat an der Aktienentwicklung von Siemens Gamesa. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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