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Grenke-Skandal und Corona-Pandemie: Dieses Unternehmen bietet nun eine echte Chance

Foto: Getty Images

Das Jahr 2020 ist kein Vorzeigejahr für den Finanzplatz Deutschland, sogar ganz unabhängig von der Corona-Krise. Neben dem präsentesten Thema, dem Wirecard-Skandal, sorgte auch der MDAX-Konzern Grenke (WKN: A161N3) für negative Schlagzeilen.

Während es zu Wirecard jedoch kein Pendant in Deutschland gibt, deckt der SDAX-Konzern Sixt (WKN: 723132) ein ähnliches Geschäftsfeld ab wie Grenke. Grund genug, um zu überprüfen, wie viel Auswirkungen der Grenke-Skandal auf Sixt hat und wie das Unternehmen für die Zukunft aufgestellt ist.

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Was haben Grenke und Sixt gemeinsam?

Sixt wurde 1912 in der Nähe von München gegründet und befindet sich auch heute noch zu einem großen Teil in Familienbesitz. So besitzt Erich Sixt mehr als 50 % der Stammaktien des Konzerns und ist gleichzeitig als Vorstandsvorsitzender tätig. Genau wie Grenke ist Sixt dabei im Geschäftsfeld „Vermietung/Leasing“ tätig.

Der Hauptvorwurf des Leerverkäufers Viceroy Research betraf vor allem das Franchisegeschäftsmodell von Grenke. Das Prinzip der Franchiseunternehmen verfolgt Sixt ebenfalls. Im Gegensatz zum MDAX-Konzern ist jedoch keine signifikante Beteiligung von ehemaligen Mitarbeitern an diesen Franchisegesellschaften bekannt und auch die „Unternehmerfamilie“ ist an diesen nicht beteiligt.

Obwohl die Unternehmen also grundsätzlich im gleichen Geschäftsfeld tätig sind und sich auch die Unternehmensstruktur gleicht, gibt es bei Sixt diese Warnsignale nicht. Ein Franchisegeschäft an sich ist nichts Verwerfliches, der Erfolg von Unternehmen wie McDonald’s baut darauf.

Daraus lässt sich schließen, dass die Risiken, die eine Investition in die Grenke-Aktie mit sich bringen würde, bei Sixt kaum zum Tragen kommen. Zudem unterscheiden sich beide Geschäftsmodelle bei einer detaillierteren Betrachtung. Während Grenke vor allem Büroprodukte anbietet und zusätzlich im Bereich Factoring aktiv ist, konzentriert sich der SDAX-Konzern Sixt auf den Sektor Mobilität.

Unternehmensstruktur

So wurde das reine Leasinggeschäft 2015 als Gesellschaft an die Börse gebracht (Sixt Leasing) und der eigene Anteil an dem Unternehmen im Sommer 2020 an die Hyundai Capital Bank veräußert. Somit ist Sixt faktisch nur noch in der Mobilität tätig. Dort gliedert sich das Geschäft vor allem in drei Teilbereiche. Neben der bekannten Autovermietung bietet der SDAX-Konzern auch Carsharing und weitere Fahrdienstleistungen wie Taxi- und Limousinenservices an. Dafür kooperiert das Unternehmen mit anderen Partnern wie beispielsweise dem Uber-Konkurrenten Lyft in den USA.

Nachdem wir also festgestellt haben, dass das Franchisegeschäft von Sixt deutlich weniger Warnsignale aufzeigt als das Geschäft von Grenke und sich auch das Geschäftsfeld unterscheidet, lohnt sich ein Blick auf die Fundamentaldaten des SDAX-Unternehmens – denn diese sehen gut aus.

Die Umsätze sind in den letzten drei Jahren annualisiert um mehr als 11 % gewachsen, während der Gewinn sogar um mehr als 18 % zulegen konnte. Die Liquiditätskennzahlen und die Zinsdeckung sind solide, die Profitabilität lässt jedoch noch zu wünschen übrig. Bei einer Eigenkapitalrendite unter 2 % und einer Umsatzrendite von nur knapp 1 % besteht Optimierungsbedarf.

Besonders attraktiv wird die Aktie jedoch bei der Betrachtung ihrer Bewertungskennzahlen. Ein KUV von 1,7 und ein KBV von knapp 3 (Datum: 24.11.2020, alle Kurse) liegen für das vorliegende Unternehmenswachstum auf einem sehr niedrigen Niveau.

Der Grund dafür liegt in der Corona-Krise, im März verlor die Aktie zwischenzeitlich mehr als die Hälfte ihres Wertes. Während Grenke sich jedoch kaum von seinen Tiefstkursen erholen konnte, aufgrund der oben genannten Vorwürfe, liegt die Sixt-Aktie inzwischen auf Vorkrisenniveau – und besticht trotzdem durch diese günstige Bewertung. Dies lässt darauf schließen, dass die Aktie unter normalen Umständen bereits deutlich höher stehen könnte.

Sixt in der Post-Corona-Ära: Wie stehen die Chancen?

Zudem profitiert die Aktie extrem von einem möglichen Ende der Einschränkungen. Seit der Verkündung der Impfstofferfolge von Biontech und Pfizer konnte die Aktie um mehr als 30 % zulegen. Mit seinem Geschäftsmodell profitiert Sixt als eines der ersten Unternehmen von einem wirtschaftlichen Aufschwung. Gleichzeitig baut das Unternehmen schon seit Jahren auf Elektroautos im Fuhrpark, sodass Sixt auch hier den zeitgemäßen Ansprüchen gerecht wird.

Es lässt sich also festhalten, dass Sixt von den Anschuldigungen gegenüber Grenke wenig betroffen ist. Die Franchiseunternehmen des SDAX-Konzerns weisen kaum vergleichbare Merkmale auf und auch das Geschäftsmodell unterscheidet sich inzwischen deutlich (Mobilität gegenüber Büroprodukten und Factoring).

Gerade für Anleger, die von einem Ende der Corona-Pandemie profitieren wollen und dabei fair bewertete, aber gesunde Unternehmen suchen, dürfte Sixt eine gute Alternative sein. Denn im Gegensatz zu anderen Corona-Verlierern wie Airbus oder Lufthansa verfügt Sixt über ein zukunftsträchtiges Geschäftsmodell.

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Christoph Püllen besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt Uber Technologies.

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