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Sind Öl-Aktien die neuen Tabak-Aktien?

Foto: Getty Images

Tabak-Aktien sind lange Zeit ein zweischneidiges Schwert gewesen. Investoren wussten, dass sie mit den jeweiligen Unternehmen, Dividenden und Renditen von einem gesundheitsschädlichen Geschäftsmodell profitieren. Das hat dazu geführt, dass die Branche nicht für jeden Investor etwas ist.

Aber es hat auch andere Baustellen gegeben: Bereits seit vielen Jahren haben die Investoren damit gerechnet, dass die Tabak-Industrie massive Probleme bekommen könnte. Zugegebenermaßen hat sich der Wind in den letzten Jahren auch ein wenig gedreht. Trotzdem ist die operative Ausgangslage vieler Tabak-Aktien noch immer vergleichsweise solide bis beständig.

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Jetzt könnte ein neuer Bereich in den Fokus geraten: der der Öl-Aktien. Werfen wir daher einen Blick darauf, ob Öl-Aktien möglicherweise die neuen Tabak-Aktien sind. Beziehungsweise, viel wichtiger: Warum sie es nicht sind, was für Foolishe Investoren von essenzieller Bedeutung sein kann.

Öl-Aktien die neuen Tabak-Aktien?

Fest steht jedenfalls: Auch mit Öl-Aktien profitiert man als Investor nicht unbedingt von sauberen Renditen. Öl-Konzerne gelten als Umweltsünder und Profiteure der Ausbeutung fossiler Brennstoffe. Ob man diese Kritik teilen mag, ist Ansichtssache. Darum soll es im Folgenden aber auch nicht weiter gehen.

Was jedoch jetzt besonders wichtig ist: Auch im Öl-Markt scheint sich der Wind zu drehen. In diesem Jahr hat der Markt den zweiten Einbruch erlebt und Investoren scheinen das Vertrauen zu verlieren, dass hier langfristig solide Renditen lauern werden. Deshalb notieren viele Öl-Aktien noch immer deutlich niedriger als zum Jahresanfang. Wobei auch jetzt der Gesamtmarkt zumindest durchwachsen bleibt, was Angebot und Nachfrage nach dem Schwarzen Gold angeht.

Gibt es auch hier die Möglichkeit eines Turnarounds? Ja, definitiv. Immerhin wird das schwarze Gold nicht direkt aus der Wirtschaftswelt verschwinden können. Nein, sondern es handelt sich um einen eher schleichenden Prozess. Viele Öl-Akteure wollen ihr Geschäftsmodell außerdem diversifizieren oder umstellen, um sich auf sich verändernde Marktverhältnisse einzustellen. Das könnte zeigen, dass der Ruf schlechter ist als die langfristigen Renditeaussichten. Vielleicht auch gerade, weil die fundamentale Ausgangslage so ist, wie sie ist. Unter einem solchen, zugebenermaßen sehr weiten Blickwinkel könnten Öl-Aktien daher etwas von Tabak-Aktien haben.

Es gibt auch gewaltige Unterschiede!

Trotzdem sollten Foolishe Investoren hier keinem Trugschluss unterliegen. Zwischen Öl- und Tabak-Aktien existieren nämlich deutliche Unterschiede, die es zu würdigen gilt. Ein erster ist beispielsweise die operative Ausgangslage: Tabak-Aktien können wir dem erweiterten Kreis der Konsumgüter zuschreiben, die eher defensiv und nichtzyklisch sind. Einmal Raucher, immer Raucher, trifft auf viele Verbraucher schließlich zu.

Im Öl-Markt regieren hingegen Angebot und Nachfrage nach dem schwarzen Gold den Markt. Darauf haben Öl-Akteure selbst wenig Einfluss, was ein grundsätzliches Problem ist. Das wiederum könnte auch in Zukunft die Renditeerwartungen belasten. Insbesondere wenn der Markt sich von Angebots- und Nachfrageseite nicht direkt wieder bereinigen sollte.

Die grundsätzliche Ausgangslage beziehungsweise die Faktoren, die den Markt bestimmen, sind daher sehr unterschiedlich. Das spricht für mich dafür, dass Öl-Aktien nicht zwingend zu neuen Tabak-Aktien werden, die trotz Problemen noch attraktive Renditen über längere Zeiträume ermöglichen müssen.

Öl-Aktien sind nicht die neuen Tabak-Aktien

Bei einer Analogie zwischen Öl-Aktien und Tabak-Aktien wäre ich daher zumindest vorsichtig. Wer einen Vergleich anstellen möchte, der sollte trotzdem auf die Unterschiede eingehen. Denn die unterschiedlichen Faktoren, die Chancen und Risiken definieren, können im Öl-Markt von wirklich entscheidender Bedeutung sein.

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