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Die Burggraben-Aktie aus Deutschland!

Foto: Getty Images

Um ehrlich zu sein bin ich der Meinung, dass der Begriff „Crash“ in der letzten Zeit zu inflationär benutzt wird. Kaum korrigiert ein Index oder eine Aktie um 10 % vom Hoch, hört man in den Medien schon wieder, dass wir nun im nächsten Crash seien. Nein, das sind wir definitiv nicht.

Korrekturbewegungen sind gut und gehören zu einem gesunden Aktienmarkt. Denn dadurch können überkaufte Märkte konsolidieren und jenen Markteilnehmern, die noch an der Seitenlinie warten, werden Einstiegsmöglichkeiten geboten. Nichtsdestotrotz kann man den Abverkauf der SAP-Aktie (WKN: 716460) nach der Veröffentlichung des Zahlenwerks zum dritten Quartal getrost als Crash bezeichnen.

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Denn es kommt nicht oft vor, dass ein Unternehmen mit dieser Marktkapitalisierung dermaßen unter die Räder kommt. Die einzige Frage, die sich nun stellt, ist, ob die Aktie von SAP nach dem Crash eine attraktive Einstiegsgelegenheit darstellt oder eine Falle für langfristige Anleger ist.

Das spricht für SAP

Viele Privatanleger konzentrieren sich bei der Auswahl ihrer Aktien zu sehr auf den Preis. Es wird der aktuelle Preis mit jenem von vor einigen Tagen verglichen. Aus diesem Blickwinkel wirkt die Aktie von SAP mit einem Preis von 101,22 Euro pro Anteilsschein auf jeden Fall günstig, denn erst am 03.09.2020 notierte die Aktie mit 143,24 Euro auf einem Allzeithoch (Stand: 13.11.2020).

Doch solltest du eine Aktie kaufen, weil sie günstig aussieht? Definitiv nicht. Du solltest vielmehr überprüfen, ob sich etwas an den fundamentalen Unternehmensaussichten geändert hat. Wenn du mich fragst, hat sich daran durch den Quartalsbericht nichts verändert. Denn SAP verfügt über einen nicht zu unterschätzenden „Burggraben“. Diese Bezeichnung entstammt Warren Buffetts Anlagestrategie und beschreibt den Schutz eines Unternehmens vor  Wettbewerbern.

Denk kurz nach, wie schnell wechselt man die Marke seiner Zigaretten oder Bekleidung? Gibt es hier wesentliche Barrieren, die dir den Wechsel erschweren? Bis auf den Gewöhnungseffekt vermutlich nicht. Im Vergleich dazu stellt der Wechsel von einer ERP-Lösung (Enterprise-Resource-Planning) auf ein anderes System eine große Herausforderung dar. Prozesse müssen neu definiert, Datenbestände migriert und zusätzliche Funktionalitäten programmiert werden. Bei großen Konzernen dauert die Umstellung eines ERP-Systems mitunter Jahre.

Doch besser könnte dies für SAP nicht sein. Denn bisherige Kunden werden es sich zweimal überlegen, ob sie die Büchse der Pandora öffnen möchten. Wenngleich natürlich dadurch auch die Kundenakquise für SAP schwieriger ist, stehen die Chancen gut, dass SAP weiterhin vom Wachstum der Bestandskunden profitieren kann.

Des Weiteren hat der Abverkauf auch einen positiven Effekt. So ist eine Vielzahl von Aktien in sichere Hände gewechselt. Vor allem auch in Hände von Unternehmensinsidern, die es grundsätzlich wissen sollten, wie es um das Unternehmen bestellt ist. Denn der Aufsichtsratsvorsitzende Hasso Plattner kaufte im Crash SAP-Aktien im Wert von ca. 300 Millionen Euro. Für mich ist das mehr als eine vertrauensbildende Maßnahme.

Das spricht gegen SAP

Vor einem Investment solltest du jedoch auch das Risiko evaluieren, das eine Anlage in SAP mit sich bringt. So kann man feststellen, dass starke Kursbewegungen in der Regel gehäuft auftreten. Demnach sollte man sich bewusst sein, dass nach der derzeitigen Erholungsbewegung weitere Kursverluste möglich sind. Denn je kürzer der Betrachtungszeitraum ist, desto weniger kann man Aktienkurse prognostizieren.

Des Weiteren steht SAP zum Teil vor hausgemachten Problemen, denn eine Aktie wird selten ohne Grund dermaßen abverkauft. Denn offensichtlich hat der IT-Gigant aus Walldorf Schwierigkeiten, im Cloud-Geschäftsbereich mit innovativen Konkurrenten wie Salesforce mitzuhalten. So ist es kein Wunder, dass der CEO von SAP, Christian Klein, auf hohe Investitionen in diesem Wachstumsmarkt der Zukunft pocht. Wenngleich dadurch kurzfristig die operative Marge belastet wird, ist es vorstellbar, dass sich diese Strategieänderung langfristig auszahlen wird.

Nichtsdestotrotz stellen Änderungen der Unternehmensstrategie Unsicherheiten für die Aktionäre dar. Und wenn es eine Sache gibt, die Aktionäre nicht ausstehen können, dann ist das Unsicherheit. Denn niemand kann mit Sicherheit sagen, ob beispielsweise die Änderung im Lizenzmodell hin zu einem Abo-Modell aufgehen wird.

Das Wesentliche ist doch …

Bei all den negativen Schlagzeilen der letzten Wochen solltest du dich jedoch auf das Wesentliche konzentrieren. SAP ist und bleibt einer der führenden Anbieter von ERP-Systemen. Des Weiteren gibt es für das Unternehmen einen tiefen Burggraben, da der Wechsel des Systems mit einem hohen Ressourceneinsatz verbunden ist.

Nichtsdestotrotz kann der Aktienkurs weiter nachgeben, denn mit einem KGV von 25,73 im laufenden Geschäftsjahr ist das Unternehmen noch immer moderat bewertet (Stand: 13.11.2020). Als Foolisher Anleger solltest du dich jedoch nicht fragen, wo der Aktienkurs der SAP-Aktie in zwei Monaten steht, sondern wie sich das Unternehmen in den nächsten zehn Jahren entwickeln könnte.

Und hier kann ich mir auf jeden Fall vorstellen, dass der Fokus auf den Cloud-Geschäftsbereich und der Wechsel zu einem Abo-Lizenzmodell für Wachstum sorgen kann. Dies würde auch dazu beitragen, dass die Unsicherheit aus den Köpfen der Aktionäre verschwindet. Dementsprechend könnte dies auch für deutliche Kursgewinne sorgen.

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Michael besitzt Aktien von SAP und Salesforce. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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