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Über Netflix, Arturo Vidal und Disruption – Augen auf, Anleger!

Foto: Getty Images

Disruption ist nur ein Wort. Ein Wort, das selbst Bosse von Traditionskonzernen heute ganz selbstverständlich im Munde führen. Disruption im Sinne von zerstören ist einfach. Nur wenigen gelingt es jedoch, mit Disruption ein blühendes Geschäft wie Netflix (WKN: 552484) aufzubauen. Braucht es eine Disruption der Disruption – und was hat Arturo Vidal damit zu tun? Lass uns das alles einmal sortieren.

Was Netflix unter Disruption versteht

In einem Interview sprach Marc Randolph, Mitgründer von Netflix, über Disruption. Er stellte dabei eine Reihe von Merkmalen auf, die erfolgsentscheidend sind:

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  • wichtig sind Mitarbeiter, die etwas wagen möchten
  • entscheidend ist, diese Mitarbeiter lediglich mit Zielen zu führen, ohne konstante Supervision
  • Perfektion ist manchmal der Feind der Geschwindigkeit
  • im Zweifelsfall sollte man immer den Kundennutzen ins Zentrum stellen, selbst wenn es zunächst Umsatz und Gewinn kosten sollte

Daraus folgen zwei Dinge: Erstens, dass man Innovationen vom Ende her denken muss. Wie werden Kosten, Nutzen und erzielbare Erlöse aussehen, wenn die Lösung erst einmal millionenfach ausgerollt sein wird und die Größen- und Netzwerkeffekte ihre volle Wirkung entfalten? Zweitens, dass man sich gelegentlich selbst „disrupten“ muss. Denn wie Randolph sagt: „Wenn du nicht bereit bist, dich selbst zu disrupten, dann öffnest du eine riesige Flanke für andere, genau dies zu tun.“

Egal ob Traditionskonzern oder ausgewachsenes Technologieunternehmen: Wer diese Regeln missachtet, könnte in Schwierigkeiten schlittern. Selbst Start-ups, die sich für außerordentlich innovativ halten, müssen aufpassen, nicht zu selbstgefällig zu werden.

Was Arturo Vidal damit zu tun hat

Ich denke dabei an Sportstars, die gerne Modetrends setzen. Bei Fuß- und Basketballstars waren über die letzten Jahre unter anderem die folgenden Aufmerksamkeit erheischenden Äußerlichkeiten zu beobachten: Talibanbärte, großflächige Tattoos und Irokesenschnitt. Auch Messi sah sich offenbar genötigt, mit Tattooärmel und Bärtchen sein Profil zu unterstreichen. Arturo Vidal macht sogar alles drei.

Doch was beim jungen Vidal rebellisch und disruptiv wirkte, wirkt beim gereiften Vidal aus meiner Sicht doch eher clownshaft. Das Summieren von ähnlich strukturierten Trends funktioniert nicht so gut. Mittlerweile macht jeder zweite Kicker irgendetwas davon. Selbst Toni Kroos deutet seit einiger Zeit einen Irokesen an. Es gilt das Zitat von Emanuel Wertheimer: „Jede Mode ist zweimal lächerlich: am Anfang und am Ende.“

Und eben das lässt sich auch auf die Unternehmenswelt und ihre Innovationsprozesse übertragen. Wenn ich heutige Unternehmenspräsentationen durchsehe, dann sehe ich überall die disruptiven Rezepte, die den raketenhaften Aufstieg der Tech-Welt rund um Netflix und Konsorten ermöglichten.

Disruption ist Mainstream geworden. Jeder will agil sein, furchtlos in sein Wachstum investieren und die nächste Mega-Plattform etablieren. Doch wenn alle das Gleiche machen, dann ist die wahre Disruption vermutlich bereits weitergewandert.

Anleger sollten daher sehr genau hinsehen, wo tatsächlich etwas Großartiges entsteht. Dabei dürfen wir uns weiterhin darauf verlassen, dass manche Dinge niemals aus der Mode kommen: Ein Geschäftsmodell, das auf lange Sicht echten Mehrwert für Kunden bringt, sowie außergewöhnliche Technologie in Verbindung mit einer Unternehmenskultur, die Werte lebt.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Netflix.

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