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Zoom Video Communications vs. Alphabet – welche ist die bessere Aktie?

Foto: Getty Images

Der Aktienkurs von Zoom Video Communications (WKN: A2PGJ2) stieg in diesem Jahr um etwa 660 %. Hauptgrund dafür war, dass Corona Millionen neuer Nutzer auf die Videokonferenzplattform brachte. So wie „googlen“ zu einem Verb für die Online-Suche wurde, wurde Zoom zum Synonym für Videoanrufe.

Unterdessen stiegen die Aktien von Alphabet (WKN: A14Y6F), der Muttergesellschaft von Google, in diesem Jahr um etwas mehr als 10 %. Kunden buchten während der Pandemie weniger Anzeigenplätze.

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Zoom hatte großen Erfolg, aber wird der Angreifen Alphabet auch im kommenden Jahr übertreffen? Schauen wir uns dazu mal beide Unternehmen genauer an.

Zoom: Riesiges Wachstum und unsichere Zukunft

Zoom betreibt ein „Freemium“-Geschäftsmodell, bei dem Benutzer auf kostenpflichtige Services umbuchen können. Damit werden dann etwa Zeitbeschränkungen aufgehoben, mehr Personen pro Meeting empfangen und Cloud-Speichertools zur Verfügung gestellt.

Die Einnahmen von Zoom stiegen um 88 % im Geschäftsjahr 2020, das im Januar endete. Die bereinigten Einnahmen pro Aktie stiegen um 483 %. Aber in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2021 stiegen die Einnahmen im Vergleich zum Vorjahr um 270 %, da immer mehr Menschen Zoom für die Arbeit, Online-Unterricht oder zur privaten Kommunikation nutzten.

Dieses dreistellige Umsatzwachstum übertraf die operativen Kosten bei Weitem und der bereinigte Gewinn pro Aktie stieg um das Zehnfache. Zoom erwartet für das Gesamtjahr einen Umsatzanstieg von 281 bis 284 %, während sich der bereinigte Gewinn versiebenfachen wird. Nach diesem Wachstumsschub erwarten Analysten, dass der Umsatz und der Gewinn von Zoom im nächsten Jahr um 31 bzw. 15 % steigen werden.

Diese Wachstumsraten sind beeindruckend, aber Zoom steht vor drei großen Herausforderungen. Erstens könnte eine wachsende Zahl von Mitbewerbern – darunter Ciscos Webex, Google Meet und die Messenger Rooms von Facebook (WKN: A1JWVX) – die Nutzer von Zoom abziehen. Diese größeren Konkurrenten können es sich alle leisten, die Preise von Zoom zu unterbieten oder die gleichen Dienste gleich kostenlos anzubieten.

Zweitens hatte Zoom im vergangenen Jahr mit mehreren Sicherheits- und Datenschutzlecks zu kämpfen. Die meisten dieser Probleme konnten gelöst werden. Doch zukünftige Probleme könnten der Marke enorm schaden.

Und schließlich ist unklar, ob die Nutzung von Zoom nach dem Ende der Pandemie stabil bleibt, wenn man zur Arbeit und zur Schule zurückkehrt. Darum lässt sich nicht leicht sagen, ob das P/E-Verhältnis von Zoom von 159 auch nachhaltig ist.

Alphabet: Kurzer Einbruch, klare Zukunft

Die Einnahmen von Alphabet stiegen im vergangenen Jahr um 18 %, während die Gewinne um 12 % zunahmen. In der ersten Hälfte des Jahres 2020 stiegen die Einnahmen im Vergleich zum Vorjahr jedoch nur um 6 %, während die Gewinne um 16 % zurückgingen.

Diese Verlangsamung wurde durch die schleppenden Anzeigenverkäufe von Google verursacht, die in der ersten Jahreshälfte um weniger als 1 % gegenüber dem Vorjahr stiegen. Sie machen allerdings immer noch 80 % der Gesamteinnahmen von Alphabet aus. Der Verlust dieses margenstärkeren Umsatzes zusammen mit dem Wachstum von margenschwächeren Segmenten wie YouTube und Google Cloud schmälerte die Margen und Gewinne von Alphabet.

Analysten gehen davon aus, dass der Umsatz von Alphabet in diesem Jahr um 7 %  steigen wird. Allerdings wird der Druck auf die Margen den Gewinn von Alphabet um 9 % verringern. Mit Blick auf die weitere Zukunft gehen sie jedoch davon aus, dass der Umsatz und der Gewinn um 21 bzw. 27 % steigen werden. Dazu müsste die Pandemie vorübergehen und sich das Anzeigengeschäft wieder beschleunigen.

Dieser Ausblick scheint klarer als der von Zoom, aber Alphabet steht auch vor drei großen Herausforderungen. Erstens sieht man sich auf der ganzen Welt mit mehreren kartellrechtlichen Untersuchungen konfrontiert. Die könnten zu empfindlichen Geldstrafen führen. Außerdem könnte die Ausweitung der Such-, Werbe- und mobilen Ökosysteme eingeschränkt werden.

Zweitens steht Google auf dem Werbemarkt in starkem Wettbewerb zu Facebook und Amazon. Google ist es nicht gelungen, sowohl den Social-Media- als auch den E-Commerce-Markt zu knacken.

Schließlich kontrollierte Google laut Canalys im zweiten Quartal 2020 nur 6 % des Marktes für Cloud-Infrastrukturen. Damit lag man weit hinter Amazon Web Services (AWS) und Microsofts Azure auf dem dritten Platz. Um konkurrenzfähig zu bleiben, wird Google wahrscheinlich seine Ausgaben für die Cloud erhöhen müssen. Das könnte seine Gewinnspannen schmälern.

Die Aktien von Alphabet werden zu einem vernünftigen 27-fachen der erwarteten Einnahmen gehandelt. Aber man kann verstehen, warum die Bullen eher auf Zoom gesetzt haben.

Das Fazit

Alphabet ist immer noch eine solide langfristige Investition, aber ich glaube, dass Zoom im kommenden Jahr aus einem einfachen Grund größere Gewinne erzielen wird: Die Pandemie ist noch lange nicht vorbei. Eine zweite Infektionswelle könnte dafür sorgen, dass Menschen weiter von zu Hause aus arbeiten.

Daher könnten die Schätzungen der Wall Street zu niedrig für Zoom und zu hoch für Alphabet sein. Denn das könnte bei einer Verschlimmerung der Pandemie ein langsameres Anzeigenwachstum haben. Die hohe Bewertung von Zoom wäre in diesem Szenario gerechtfertigt. Alphabet hingegen sollte in dem Fall sehr viel geringer gehandelt werden.

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The Motley Fool empfiehlt Aktien von Alphabet, Amazon, Facebook, Microsoft und Zoom Video Communications. Leo Sun besitzt Aktien von Amazon, Cisco System und Facebook. Dieser Artikel erschien am 1.11.2020 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

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