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Droht Airbus der Lockdown-Schock?

Foto: Getty Images

Die Luftfahrtbranche steckt in einer tiefen Krise. Noch ist nicht absehbar, wie lange es dauern wird, bis die Krise überwunden sein wird, geschweige denn, wann man zurück zu alter Stärke finden kann. Vorerst legen alle Airlines den Rotstift an und verkleinern ihre Flotten drastisch. Schlechte Aussichten für Airbus (WKN: 938914) also. Der erneute Lockdown dürfte Airbus aber nicht so stark treffen wie die Airlines. Bisher hat Airbus die Krise verhältnismäßig gut weggesteckt und ist finanziell solide aufgestellt, was den Kurs langfristig wieder in die Höhe treiben könnte.

Airbus sitzt immer noch auf Tausenden Bestellungen

In den vergangenen zehn Jahren ist Airbus auf einer beispiellosen Erfolgswelle geritten. Von Jahr zu Jahr sind die Orderbücher dicker und die Erwartungen an das Wachstum der Branche größer geworden. Die Pandemie hat plötzlich die gesamte Branche durchgeschüttelt, sodass nicht mehr klar ist, welche der Kunden in den kommenden Jahren überhaupt noch am Markt vertreten sein werden. Und selbst bei den verbliebenen Airlines ist nicht klar, wie viele Flugzeuge benötigt werden.

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Am Ende des dritten Quartals hatte Airbus 7.441 Bestellungen in den Büchern stehen. Da aktuell aber keine Airline bereit ist, die bestellten Flugzeuge abzunehmen, ist keineswegs klar, wie viel diese Bestellungen wert sind. Im schlimmsten Fall müssen die Flugzeuge mit großen Rabatten in den Markt gedrückt werden, um die Fabriken auszulasten. Für Airbus ist das eine Katastrophe. In den vergangenen Jahren hat der Konzern hart daran gearbeitet, die Produktionskapazitäten zu erweitern. Das verursacht aktuell hohe Kosten, die es zu senken gilt.

Von Vorteil für Airbus ist aber, dass die Airlines weltweit in jedem Fall auch in Zukunft Flugzeuge kaufen müssen. In den nächsten Monaten wird man zwar versuchen, keine der bestellten Flugzeuge entgegenzunehmen, um die Flotte nicht unnötig zu vergrößern. Über die nächsten Jahre müssen aber viele der Flugzeuge aus Altersgründen ausgemustert und durch neue Modelle ersetzt werden. Die Kunden werden also auch in einem Szenario, in dem sehr viel weniger geflogen wird, kontinuierlich neue Flugzeuge kaufen müssen.

Das Geschäft ist trotz Krise stabil

Für Airbus ist es daher jetzt wichtig, die richtige Balance aus niedrigeren Kosten und größtmöglicher Flexibilität zu finden. Denn die Kosten müssen definitiv sinken. Im kommenden Jahr wird die Zahl der Auslieferungen sicherlich sehr bescheiden ausfallen. Daher muss die Produktion vorübergehend heruntergefahren werden. Gleichzeitig muss sich Airbus aber die Option offen halten, die Produktion schnell wieder hochfahren zu können, wenn sich der Markt erholen sollte.

Bisher hat Airbus es geschafft, die Kosten einigermaßen im Griff zu halten. In den ersten drei Quartalen ist zwar ein Nettoverlust von 2,7 Mrd. Euro angefallen, aber der überwiegende Teil davon ist auf die Kosten für die Restrukturierung zurückzuführen. Und vielleicht noch wichtiger: Im Gegensatz zu den Airlines kann Airbus auch aktuell noch signifikante Umsätze verbuchen. Allein im dritten Quartal lag der Umsatz bei 11,2 Mrd. Euro und damit nur um etwa 27 % unter dem Vorjahreswert!

Trotz der verhältnismäßig guten Performance ist die Aktie aber seit Jahresanfang um etwa 50 % auf aktuell 63,82 Euro (Stand: 02.11.2020) gefallen. Hier könnte sich eine Einstiegsgelegenheit für jeden bieten, der auf einen Aufschwung der Branche in den kommenden Jahren wetten möchte.

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Dennis Zeipert besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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