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2 gute und 1 schlechte Nachricht für die Bayer-Aktie

Foto: Bayer AG

Bayer (WKN: BAY001)-Aktionäre haben derzeit keine leichte Zeit. Seit dem Allzeithoch im Jahr 2015 ist die Aktie mittlerweile über 72 % gefallen (29.10.2020). Hätte es in diesem Jahr 2020 eine Hauptversammlung mit Publikum gegeben, wären Proteste sicherlich nicht ausgeblieben, und zwar von Umweltschützern wie Aktionären gleichzeitig.

Der Hauptgrund für den Niedergang der Aktie ist lange bekannt (die Übernahme von Monsanto), aber dennoch konnte das Management das Problem bisher nicht abschließend lösen. Aktuell gesellen sich die Folgen der Coronavirus-Krise zu den Sorgen hinzu und belasten zusätzlich das Ergebnis.

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1. Dicamba in den USA für weitere fünf Jahre zugelassen

Einen Schritt in die richtige Richtung konnte Bayer zuletzt in den USA mit einer erfolgreichen Einigung über die Zulassung seines Unkrautvernichters Dicamba setzen. Er wird in Kombination mit genverändertem Saatgut ausgebracht und tötet alle anderen Pflanzen zuverlässig ab.

Allerdings konnte eine Verwehung auf angrenzende Nachbarfelder häufig nicht verhindert werden, wo das Mittel großen Schaden anrichtete und es deshalb zu weiteren Klagen kam. Die US-Umweltbehörde EPA hat das Mittel XtendiMax (Dicamba) nun aber dennoch unter Auflagen für weitere fünf Jahre genehmigt.

So wurde das Produktlabel geändert und vereinfacht, um zukünftig eine sichere Dicamba-Anwendung zu gewährleisten. So muss nun ein Wirkstoff zur Volatilitätsreduzierung beigemischt werden, um Verwehungen zu verhindern. Zudem ist eine Over-the-top-Ausbringung nach bestimmten Stichtagen verboten.

„Die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhende Entscheidung der EPA in Verbindung mit neuen Maßnahmen von unserer Seite, darunter die Einführung des VaporGrip® Xtra Agent, hilft Landwirten, das Produkt noch erfolgreicher einzusetzen“, so Bayers Dicamba-Produktmanager Alex Zenteno.

Bayers Idee ist, den Landwirten mit gentechnisch verändertem Saatgut mehr Ertrag zu ermöglichen und gleichzeitig die passenden Unkrautvernichter anzubieten. Für Bayer und BASF (WKN: BASF11), die beide Dicamba anbieten, ist die neue Zulassung positiv. Dennoch muss sich zukünftig erst noch zeigen, ob die Beimischung tatsächlich ein Abdriften auf Nachbarfelder verhindert. Sollte dies nicht der Fall sein, wären weitere Klagen und Zulassungsprobleme nur eine Frage der Zeit.

2. Forschungserfolg mit Krebsmittel-Kombination

Weiterhin konnte Bayer im Pharma-Segment über einen Erfolg berichten. In einer Phase-III-Studie verlängerte eine Kombination von Copanlisib und Rituximab das progressionsfreie Überleben von Patienten mit rezidivierten indolenten Non-Hodgkin-Lymphomen signifikant. Zudem stimmten die Sicherheit und Verträglichkeit mit vorherigen Untersuchungen überein.

Aufgrund einer erfolgreichen Phase-II-Studie wurde Copanlisib in den USA bereits im Rahmen eines beschleunigten Verfahrens bei Patienten mit rezidiviertem follikulärem Lymphom zugelassen, die zuvor mindestens zwei systemische Therapien erhalten haben. Bisher gibt es „für Patienten, deren Krankheit erneut auftritt, nur wenige zugelassene Behandlungsoptionen“, so Bayers Senior Vice President und Leiter der Onkologieentwicklung Dr. Scott Z. Fields. Dieser Umstand macht die neue Therapie wiederum für Bayer umso wertvoller.

1. Bayer verliert Rechtsstreit

Nicht nur in den USA klagen Glyphosat-Anwender gegen die durch Bayer übernommene Monsanto, sondern auch in Frankreich. Hier kämpfte ein Landwirt bereits seit 2012 um einen Schadenersatz, weil er 2004 durch das Einatmen von Dämpfen des Unkrautvernichters Lasso neurologisch erkrankte.

Er hielt bis zum obersten Gericht durch und bekam nun Recht zugesprochen, weil Monsanto die Risiken nicht ausrichtend deklariert hatte. Für Bayer könnte deshalb in diesem Fall eine weitere Schadenersatzzahlung in Millionenhöhe anstehen, die derzeit noch ausgehandelt wird.

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