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AstraZeneca-Aktie strauchelt, wovon die Biontech-Aktie und Moderna-Aktie profitieren

Foto: Getty Images

Dass die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffes kein einfaches Unterfangen ist, zeigt die Vergangenheit. So dauerte es in manchen Fällen viele Jahre, bis ein effektives Mittel gefunden wurde. Zum Teil blieb aber selbst nach mehr als zehn Jahren der Erfolg aus.

Umso erstaunlicher könnte es sein, dass im Fall von Corona in unter einem Jahr ein wirksamer und sicherer Impfstoff fertiggestellt werden könnte. Biontech (WKN: A2PSR2) und Moderna (WKN: A2N9D9), die beide einen mRNA-Impfstoff entwickeln, sind nicht mehr weit von diesem Ziel entfernt.

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AstraZeneca mit weiterem Zwischenfall

Andere Firmen, wie AstraZeneca (WKN: 886455), mussten ihre Studien hingegen bereits unterbrechen, weil es zu Zwischenfällen kam. So erkrankte ein britischer Studienteilnehmer infolge der Impfung schwer.

Nun kam es in Brasilien zu einem weiteren Vorfall, bei dem ein Studienteilnehmer starb. Doch Medienberichten zufolge soll er ein Placebo und nicht den Impfstoff erhalten haben. Bei dem Verstorbenen handelt es sich um einen Mann im Alter von 28 Jahren aus Rio de Janeiro, der Berichten zufolge bereits an COVID-19 erkrankt war. Eine offizielle und umfassende Erklärung liegt bisher allerdings noch nicht vor.

Die brasilianische Gesundheitsbehörde Anvisa empfiehlt deshalb, die Studie fortzusetzen. „Alle wichtigen medizinischen Ereignisse werden von den Prüfärzten, einem unabhängigen Sicherheitsüberwachungsausschuss und den Zulassungsbehörden sorgfältig beurteilt. Diese Bewertungen haben zu keinerlei Bedenken hinsichtlich der Fortsetzung der laufenden Studie geführt“, so AstraZeneca. Hätte der verstorbene Teilnehmer hingegen den Impfstoff erhalten, wäre zwangsläufig eine Studienunterbrechung eingetreten.

Offiziell gab es also in AstraZenecas groß angelegter Studie bisher nur einen Fall, bei dem infolge der Impfstoffgabe Komplikationen auftraten, aber dennoch wird auch die aktuelle Situation in der Außenwahrnehmung viele Menschen eher von AstraZenecas Impfstoff abschrecken oder dazu führen, dass sie Biontechs oder Modernas Kandidaten vorziehen werden.

Deshalb ist die Todesfallmeldung aus Brasilien für die AstraZeneca-Aktie trotz der Entwarnung und Studienfortsetzung eher negativ.

Biontech und Moderna bald am Ziel

Biontechs und Modernas Phase-III-Studien verlaufen bisher hingegen ohne Vorfälle und werden voraussichtlich bald abgeschlossen sein. So möchte Biontech bereits bis Ende November 2020 die entsprechenden Sicherheits- und Wirksamkeitsdaten seiner Untersuchung veröffentlichen. Kurze Zeit später könnte die Zulassung erfolgen. Da Biontech und Moderna ihre Studien bis jetzt ohne Zwischenfall durchlaufen haben, könnte das Vertrauen in ihre Impfstoffe größer sein.

Biontech wird seinen Impfstoff aus folgenden Gründen wahrscheinlich noch vor Moderna fertigstellen. So verabreicht Biontech seinen Studienteilnehmern bereits 21 Tage nach der ersten die zweite Impfung, während bei Moderna 28 Tage dazwischen liegen. Zudem liest Biontech die Teilnehmerdaten bereits sieben Tage nach der zweiten Impfung aus, während bei Moderna 14 Tage vergehen.

Dennoch sollte der zeitliche Unterschied bis zur Fertigstellung nur wenige Wochen betragen. Wenn beide Impfstoffe sicher sind, kommt es am Ende auf die Wirksamkeit an.

Um die Wirksamkeit komplett zu testen, wird Moderna 53 Teilnehmer, von denen mindestens 40 vorher geimpft wurden, mit COVID-19 infizieren. So kann sichergestellt werden, dass der Impfstoff zu 75 % wirksam ist. Moderna hat bisher 25.650 Teilnehmer zweimal geimpft, sodass bis Ende November 2020 (acht Wochen nach der zweiten Impfung) die Notfallzulassung beantragt werden könnte.

Bis Biontechs und Modernas Impfstoffe allerdings in Deutschland und den USA alle Bürger erreicht haben, könnte es nach Angaben der Behörden Juni 2021 werden.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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