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Grenke-Aktie: „Keine Auffälligkeiten“ das Positive? Nein, für mich vor allem das!

Foto: Getty Images

Die Aktie des deutschen Finanzdienstleisters Grenke (WKN: A161N3) gehört in diesem Börsenjahr definitiv zu den Schockern. Auch hier ist es ein kritischer Bericht von Shortsellern gewesen, der für Unsicherheit und einen signifikanten Abverkauf gesorgt hat. Kolportiert wurden dabei ebenfalls bilanzielle Unregelmäßigkeiten, die zu einem Abverkauf geführt haben.

Eine Parallel zum Fall Wirecard erscheint irgendwie naheliegend, obwohl es inzwischen einige bedeutende Unterschiede gibt. Trotzdem hat vermutlich auch die Verunsicherung im Kontext des ehemaligen DAX-Zahlungsdienstleisters die Abwärtsdynamik der Aktie weiter beschleunigt.

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Wie auch immer: In dieser Woche hat es Neuigkeiten in der Causa Grenke gegeben, die durchaus als positiv gewertet werden können. Schauen wir im Folgenden einmal, was es für Foolishe Investoren zu wissen gilt. Beziehungsweise darauf, was für mich das eigentlich Positive ist.

Grenke: Keine Auffälligkeiten!

Wie Grenke zum Dienstag dieser Woche mitgeteilt hat, lasse sich ein erstes vorsichtiges Fazit zu den Sonderprüfungen ziehen. Demnach gebe es „keine wesentlichen Auffälligkeiten“ im Geschäftsmodell und in der Geschäftsorganisation. Auch die Übernahmen der bisher geprüften Franchiseunternehmen könnten als positiv bezeichnet werden. Eine latente Entwarnung? Ja, definitiv.

Die Prüfungen seien zwar noch nicht abgeschlossen und es lägen noch keine Prüf- oder Zwischenberichte vor, wie es im Kontext gängiger Meldungen ebenfalls heißt. Das Top-Management sei jedoch zuversichtlich, dass die restlichen Untersuchungen bald beendet seien. Immerhin: Das Management ist hier um Transparenz und einen schnellen Prozess bemüht.

Insgesamt scheint sich die Nachrichtenlage bei Grenke zudem zu entspannen: Zuletzt haben die Wirtschaftsprüfer der KPMG so beispielsweise bereits eine Bestätigung der Bundesbank erhalten, dass ein Großteil der Guthaben existent sei. Die Prozentzahlen beliefen sich dabei auf 98,5 beziehungsweise 98,6 % der ausgewiesenen Guthaben zu wesentlichen Stichdaten. Das hat die Vorwürfe der Shortseller ebenfalls teilweise entkräftet.

Das Management lernt aus Fehlern!

Ein positiver Newsflow im Kontext der Aktie von Grenke scheint daher zu halten. Allerdings wird es auch hier erst finale Sicherheit geben, bis die Ergebnisse der Sonderprüfung veröffentlicht werden. Foolishe Investoren sollten dabei außerdem aus dem Fall Wirecard lernen und erst finale Rückschlüsse ziehen, sobald die Erkenntnisse transparent publiziert worden sind. Allerdings scheint Grenke hier insgesamt einen eher transparenten und ergebnisorientierten Ansatz zu verfolgen. Zumindest in Anbetracht dessen, was ich derzeit sehe.

Positiv zu werten ist vor allem eines: Das Management ist offensichtlich offen dafür, aus den Fehlern und den Vorwürfen zu lernen. Wie Antje Leminsky, Chefin des Unternehmens, beispielsweise sagt, wolle man die Situation nutzen, um an einem Zukunftsbild zu arbeiten, das den gestiegenen Erwartungen an Governance und Transparenz gerecht wird. Unter anderem eine Umstrukturierung des Franchisemodells wird dabei geprüft, das zuletzt eben Teil der Kritik gewesen ist.

Wie gesagt: Es ist noch zu früh, um finale Rückschlüsse zu ziehen. Allerdings gibt sich das Management offen und konstruktiv und die bisherigen Wasserstandsmeldungen könnten positiv sein. Das ist zumindest ein vielversprechender Anfang.

Grenke: Turbulente Zeit voraus …?

Trotz allem könnte Grenke weiterhin vor einer turbulenten Zeit stehen. Bis belastbare Ergebnisse vorliegen und die transparente Veröffentlichung der Prüfergebnisse geschehen ist, werden Investoren vermutlich skeptisch bleiben. Wie gesagt: Der Fall Wirecard wirkt hier nach.

Auch für Foolishe Investoren könnte es daher ratsam sein, an der Seitenlinie zu verweilen, bis Klarheit herrscht. Der DAX-Zahlungsdienstleister sollte bei solchen Unsicherheiten vielleicht ein mahnendes Beispiel bleiben. Selbst wenn Unterschiede klar erkennbar sind.

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