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adidas – der Turnaround des Jahres

Foto: The Motley Fool

Adidas (WKN: A1EWWW) hat sich erstaunlich schnell von den COVID-Folgen erholt. Im Januar kostete die Aktie noch mehr als 300 Euro, ist im März um knapp 50 % gefallen und steht inzwischen wieder bei 282,20 Euro (Stand: 09.10.2020). Was für eine erstaunliche Entwicklung. Noch im März war das Überleben des Konzerns so akut bedroht, dass man die Mietzahlungen für die geschlossenen Geschäfte aussetzen wollte und einen Kredit von der staatlichen KfW benötigte.

Insgesamt 3,0 Mrd. Euro hat adidas auf diesem Weg erhalten. Als Gegenleistung (abgesehen von den Zinszahlungen) musste sich adidas verpflichten, die Dividendenzahlung an die Aktionäre auszusetzen, bis der Kredit in voller Höhe zurückgezahlt ist.

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adidas wird von der Krise stark belastet

Als Folge der Krise ist der Umsatz in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres um ganze 27 % eingebrochen. Kein Wunder also, dass aus dem Gewinn im Vorjahr ein hoher Verlust wurde. Im vergangenen Jahr lag das Ergebnis nach Steuern noch bei 1,16 Mrd. Euro oder 5,50 Euro je Aktie. Im laufenden Jahr ist daraus ein Verlust von 264 Mio. Euro oder 1,33 Euro je Aktie geworden.

Aber es gibt Hoffnung, dass das gerade abgeschlossene Quartal gute Zahlen mit sich bringen könnte. Denn Konkurrent Nike (WKN: 866993) hat vor Kurzem sehr ordentliche Zahlen präsentiert. Der Umsatz lag bei dem großen Konkurrenten nur noch leicht unterhalb des Vorjahreswertes. Daher ist davon auszugehen, dass auch adidas in diesem Quartal in die Gewinnzone zurückgefunden haben dürfte.

Der Aktienkurs spiegelt tatsächlich schon eine Rückkehr auf das Vorkrisenniveau wider. Ob dieser Optimismus berechtigt ist, bleibt abzuwarten. Denn wenn man sich das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) auf Basis des letzten Jahresgewinns ansieht, wird deutlich, dass adidas bereits sehr ordentlich bewertet ist. Denn das KGV der adidas-Aktie liegt beim aktuellen Kurs und dem Gewinn von 9,70 Euro derzeit bei 29. Um das Kursniveau zu halten, muss adidas also auf den Wachstumspfad zurückkehren und vor allem sprudelnde Gewinne vorweisen können.

KfW-Kredit bereits zum Teil zurückgezahlt

Aber auch ein anderer Faktor sorgt für Freude unter den Investoren. Denn adidas ist inzwischen wieder in der Lage, sich an den Finanzmärkten Geld zu besorgen. Allein im vergangenen Monat hat sich das Unternehmen an den Anleihemärkten 1,5 Mrd. Euro besorgt. Mit diesem Geld wurde ein Teil des KfW-Kredites zurückgezahlt, sodass dieser aktuell noch 2,1 Mrd. Euro beträgt.

Aus aktueller Sicht steht einer kompletten Rückzahlung bis zur nächsten Hauptversammlung also nichts im Wege. Das ist für Aktionäre besonders wichtig. Denn sollte bis dahin der Kredit beglichen sein, ist adidas in der Lage, den Aktionären wieder eine Dividende zu zahlen. Aktuell ist die frische Liquidität sogar besonders günstig. Für die Anleihe im Umfang von 1,0 Mrd. Euro, die Anfang September platziert wurde, muss das Unternehmen einen Zinssatz von lediglich 0,625 % zahlen. Und die Anleihe war mehrfach überzeichnet. Die Anleger haben sich also quasi darum gerissen, adidas Geld leihen zu dürfen.

Was für eine unglaubliche Kehrtwende von der Situation vor wenigen Monaten, als man nicht in der Lage war, sich die dringend benötigte Liquidität zu besorgen, und den Staat um Hilfe bitten musste. Insgesamt ist adidas dadurch wohl eine der spektakulärsten Turnaroundstorys gelungen. Von Euphorie im Januar über die Nahtoderfahrung im März und zurück zur alten Stärke.

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Dennis Zeipert besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Nike.

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