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Nobelpreis-Technologien, in die man renditestark investieren kann

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Wir sind Nobelpreis! Zumindest ein Viertel. Grund genug, sich zu freuen. Für Anleger ist jedoch auch interessant, welche Unternehmen hinter den ausgezeichneten Forschungsleistungen in Chemie, Physik und Medizin stehen bzw. mit welchen Aktien man von deren Kommerzialisierung profitieren kann. Hier ist die ultimative Übersicht.

Chemie-Nobelpreis: Maßgeschneidertes Erbgut

Um was es geht

Wo Biotechnologie, Chemie und Nanotechnologie zusammentreffen, wird auf allerhöchstem Niveau geforscht. In diesem Jahr gab es in dieser Schnittmenge den Nobelpreis für die Entwicklung der Genschere Crispr-Cas9. CRISPR ist eine Abkürzung: Clustered Regularly Interspaced Short Palindromic Repeats. Das sagt den meisten von uns erst einmal nicht viel.

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Es handelt sich dabei um Abschnitte sich wiederholender DNA, die man im Erbgut vieler Bakterien findet. Bakterien nutzen dieses System als eine Art Immunabwehr vor allem gegen Phagen (Bakterienviren). Bakterien bauen fremde DNA von Phagen ins eigene Erbgut der CRISPR-Bereiche ein. Dieser Bereich wird abgelesen und so ein RNA-Molekül gebildet, das im Zusammenspiel mit verschiedenen Proteinen zukünftig genau diese fremde DNA erkennt.

Ein Enzym wie Cas9 zerschneidet dann die fremde DNA, wodurch Phagen nun keine Chance mehr haben, sich in diesen Bakterien zu vermehren. Diese Vorlage der Natur haben die Forscher genutzt, um ein universelles System zu entwickeln, mit dem Gene umgeschrieben (editiert) werden können.

Dazu konstruiert man eine geeignete Guide RNA, die der gesuchten DNA-Sequenz entspricht. Wenn die Guide RNA diese Sequenz gefunden hat, dockt sie dort an, um den DNA-Doppelstrang genau an dieser Stelle mit der gekoppelten Schere Cas9 zu durchschneiden. Das entsprechende Gen kann dann gezielt blockiert, ergänzt oder verändert werden.

Welche Unternehmen mit Crispr-Cas9 zu tun haben

Ausgezeichnet wurden Jennifer Doudna, die mit dem amerikanischen Biotechnologieunternehmen Intellia Therapeutics (WKN: A2AG6H) verbunden ist, und die Französin Emmanuelle Charpentier, die bei der in Zug angesiedelten CRISPR Therapeutics (WKN: A2AT0Z) eine zentrale Rolle spielt. Zu den weiteren relevanten Spielern gehören Caribou Biosciences und Editas Medicine (WKN: A2AC4K), wo Jennifer Doudna jeweils ebenfalls mitwirkt.

Die stärkste Aktienperformance hat bisher CRISPR Therapeutics geboten. Doch selbst sie macht bisher erst Umsätze im Bereich von wenigen Millionen US-Dollar. Noch steht die Kommerzialisierung der Forschungsergebnisse ganz am Anfang. Mittel- bis langfristig könnten sie jedoch explodieren, wenn die Entwicklungs-Pipeline die in sie gesteckten Erwartungen erfüllt.

Zu den Anwendungen der Technologie gehören sehr unterschiedliche Bereiche: Erstens die Bekämpfung verschiedenster Krankheiten, von Krebs über Diabetes bis hin zu Blutarmut, zweitens der Pflanzenschutz und die Züchtung, und drittens hat sie das Potenzial, ganze Tierarten regional zu vernichten, also zum Beispiel invasive Insekten oder Nagetiere, die das natürliche Gleichgewicht stören.

Es handelt sich folglich um eine mächtige Waffe, die auch zu gefährlichen Nebeneffekten führen kann. Ihrem kaum schätzbaren Wert tut diese Tatsache jedoch aus Anlegersicht keinen Abbruch, weshalb die vorgenannten Aktien auf alle Fälle spannend sind.

Medizin-Nobelpreis: Virus erkannt, Gefahr gebannt

Um was es geht

In einem Jahr, wo ein kleines Virus das Leben der Menschheit dominiert, verwundert es nicht, dass auch der passende Nobelpreis mit Viren zu hat. Forschern wie die ausgezeichneten Harvey Alter, Michael Houghton und Charles Rice war es gelungen, das für Hepatitis C verantwortliche Virus zu identifizieren und seine Mechanismen zu ergründen. Mit diesen Erkenntnissen ist es gelungen, Wirkstoffe zu entwickeln, um die Krankheit zu heilen. Potenziell könnte die Krankheit so in einigen Jahren der Vergangenheit angehören.

Welche Unternehmen mit Hepatitis C zu tun haben

Das Problem dabei ist, dass die Therapie außergewöhnlich teuer ist. Gilead Sciences (WKN: 885823), das Pharmaunternehmen, das den Patentschutz auf den Wirkstoff Sofosbuvir besitzt, kassiert fast 1.000 US-Dollar pro Pille, bei einer Therapiedauer von mehreren Monaten. Leisten können sich das fast nur wohlhabende Menschen.

In einem indischen Journal wurde am 5. Oktober ein kritischer Bericht veröffentlicht, der dazu aufruft, die Beziehung von Patenten, Profiten und Patienten zu überdenken. Das aktuelle System habe zum Beispiel die groteske Folge, dass mehr Geld in die Erforschung der Kopfhaut zu Verringerung des Haarausfalls ausgegeben wird als für bessere Malariatherapien.

Die Forschungsmilliarden fließen nicht dorthin, wo die kollektive Gesundheit am meisten gefördert wird, sondern wo der größte Profit lockt.

Ob diese Ungerechtigkeit die langfristigen Aussichten einer patentstarken Gilead Sciences trübt, ist dennoch fraglich. Aktuell glänzt sie mit Remdesivir, einem der wenigen Arzneimitteln, denen eine gewisse positive Wirkung im Krankheitsverlauf von COVID-19 zugesprochen wird. Auch dort überfordert der aufgerufene Preis von rund 2.000 Euro pro Patient die meisten Gesundheitssysteme dieser Welt.

Doch unabhängig von komplizierten ethischen Fragen dürfte Gilead eine der stärksten Pharmawetten darstellen. Sie versteht es, erstklassige Forschung in Gewinne für seine Aktionäre umzumünzen.

Physik-Nobelpreis: Schwarze Löcher sichtbar machen

Um was es geht

Der Brite Roger Penrose ist ein großartiger Denker, der auf vielfältige Weise die Mathematik und Physik geprägt hat. Größere Bekanntheit erlangte er auch durch Erfindungen wie das irritierende Penrose-Dreieck oder die chaotische Penrose-Parkettierung. Seine Ideen haben sicherlich zur Entwicklung einiger Hightech-Unternehmen beigetragen, egal ob es um Quantencomputer, künstliche Intelligenz oder Satellitennavigation geht.

Ausgezeichnet wurde der Theoretiker unter anderem für seine Vorhersage, dass Schwarzen Löchern Energie abgeben. Die andere Hälfte des Preises teilten sich Reinhard Genzel und die Amerikanerin Andrea Ghez, die zwei konkurrierende experimentelle Forschungsgruppen zu Schwarzen Löchern anführten und letztlich zu gleichen Ergebnissen kamen.

Welche Unternehmen mit der Erforschung von Schwarzen Löchern zu tun haben

Das europäische Team nutzte vor allem die Südsternwarte ESO in Chile, um ihre Erkenntnisse zu gewinnen. Dazu brauchten es neben den Teleskopen auch außergewöhnlich empfindliche Sensoren, die das Nahinfrarot-Spektrum erfassen können. Solche Chips lieferte Rockwell Scientific, ein Unternehmen, das seit 2006 zu Teledyne Technologies (WKN: 926932) gehört.

Das amerikanische Unternehmen ist bei solchen bildgebenden Sensoren führend. Es ist mir bereits im Vorjahr als Lieferant für das ebenfalls nobelpreiswürdige James-Webb-Weltraumteleskop aufgefallen. Dabei ist Teledyne nicht nur technisch spitze, sondern überzeugt auch bei der langfristigen Gewinnentwicklung auf ganzer Linie. Der wohl wichtigste Vertriebspartner in Europa ist übrigens die deutsche Stemmer Imaging (WKN: A2G9MZ).

Buffetts Mega-Milliardenwetten zum Nachahmen

Bis zu 130 Mrd. US-Dollar investiert Investorenlegende Warren Buffett in nur ein einziges Unternehmen. Das zeugt von riesigem Vertrauen in das Zukunftspotential.

Buffett hat so einige Mega-Milliardeninvestments in seinem Portfolio. Wir haben sie näher analysiert, und angesehen, inwieweit sie sich zum Nachahmen eignen.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von CRISPR Therapeutics und Editas Medicine.

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