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Ist dies das Ende der Lebensversicherung, betrieblichen Altersvorsorge und Riester-Rente?

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Seit 10. März 2016 notiert der Zinssatz der europäischen Zentralbank (EZB) bei 0,0 %. Nur nach der Finanzkrise 2008 gab es kurz eine kleine Aufwärtstendenz in der Zinsentwicklung. Immer wieder wurde seitens der EZB darauf hingewiesen, dass die europäische Inflation zu niedrig sei, um die Zinsen langsam wieder anzuheben.

Hohe Schulden lassen keine steigenden Zinsen zu

Doch es gibt ganz sicher noch einen zweiten Grund, warum die Zinsen sogar bis in den Negativbereich abgesenkt wurden: Der hohe Schuldenberg, der infolge der Finanzkrise entstanden ist und durch Probleme in einigen europäischen Ländern weiter steigt, ist anders nicht mehr zu bewältigen. In den USA und vielen anderen Ländern sieht es nicht viel besser aus.

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Traditionelle Sparprodukte werden unprofitabel

Selbst Warren Buffett fragt sich, wie diese Entwicklung enden könnte. Wir werden es erleben, doch aktuell ist die Situation nicht nur für viele Banken sehr schwierig, sondern auch für Lebensversicherungen wie die Allianz (WKN: 840400) und vor allem für die Bevölkerung, die auf Lebensversicherungen, betriebliche Altersvorsorgen und Riester-Renten zum Ausgleich der langsam sinkenden gesetzlichen Rente setzt.

Über die letzten Jahre verschlechterten sich zunehmend die Bedingungen für Lebensversicherungen. Zunächst konnten die versprochenen Zinsen nicht mehr gehalten werden, die ohnehin schon sehr gering ausfielen, und nun teilt beispielsweise die Allianz mit, dass zukünftig selbst für die eingezahlten Beträge keine Garantie mehr übernommen werden kann.

Dies hat folgenden Hintergrund: Investierten die Lebensversicherungen in früheren Jahren bei hohen Zentralbankzinsen in Staatsanleihen, konnte der Kapitalerhalt garantiert werden. Zudem waren die Zinsen sicher kalkulierbar.

Doch heute gibt es keine Zinsen mehr. Lebensversicherungen sind deshalb für die Anbieter zu einem Verlustgeschäft geworden. Sie müssen mit ihren Investments auf andere Anlagen wie Aktien oder Infrastrukturprojekte ausweichen. Hier schwanken die Erträge stärker, sodass beispielsweise die Allianz ab dem kommenden Jahr zum Ende der Ansparphase nur noch 60 bis 90 % der Einzahlungen garantiert.

Bei Riester-Renten und betrieblichen Altersvorsorgen kann die Allianz zwar nicht von der Beitragsgarantie abweichen, aber auch hier wird das Geschäft aufgrund der fehlenden Zinsen zu einem Verlustgeschäft, weshalb sie bereits dringend Änderungen fordert.

Hier ein Beispiel für Probleme bei der betrieblichen Altersvorsorge. Bei der Sparkassen Pensionskasse Köln drohte kürzlich der Ausfall von 350.000 Betriebsrenten. Sie hatte Angestellten von Unternehmen betriebliche Altersvorsorgen verkauft, konnte aber nun infolge der nicht vorhandenen Zinsen die versprochenen Garantiezinsen nicht einhalten. Die Sparkassen-Zinsgruppe musste deshalb 280 Mio. Euro aufbringen, um die Lücke zu schließen.

Zudem hat die BaFin mittlerweile ein Drittel der Pensionskassen unter „intensivierte Aufsicht“ gestellt, was bedeutet, dass hier erhebliche Probleme bestehen.

Probleme könnten sich weiter verschärfen

Hier steuern wir auf ein wirklich großes Problem zu, denn die rückläufige gesetzliche Rente sollte hauptsächlich durch eine private Vorsorge geschlossen werden, wobei den meisten Menschen die genannten Produkte empfohlen wurden. Aber auch sie liefern derzeit keine Erträge mehr.

Während bei der gesetzlichen Rente die bereits jetzt bestehende riesige Beitragslücke über Steuergelder (jährlich über 100 Mrd. Euro mit steigender Tendenz) geschlossen wird, übernimmt der Staat bei den privaten Vorsorgeprodukten keine Garantie. Wie schnell die Situation aber auch bei der gesetzlichen Rente kippen kann, zeigt die aktuelle Viruskrise, in der die Steuereinnahmen stark eingebrochen sind.

Zusammenfassend lässt sich also sagen: Bleiben die Zinsen weiterhin so niedrig, wird sich die Lage verschärfen. Derzeit ist jedoch über Jahre nicht mit steigenden Zinsen zu rechnen.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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