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ETF-Dachfonds als perfekte Geldanlage oder doch nicht?

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ETFs erfreuen sich einer immer größeren Beliebtheit. Allein im letzten Jahr (2019) ist das weltweit investierte Kapital um knapp 32 % auf 6.181 Mrd. US-Dollar gestiegen. 2005 lag es noch bei 417 Mrd. US-Dollar. Die hohe Beliebtheit resultiert vor allem aus den sehr geringen ETF-Gebühren, die oft nur einen Bruchteil der aktiv gemanagten Fonds ausmachen. Langfristig entsteht so für den Anleger ein großer Kostenvorteil. Zudem gelingt es den meisten aktiven Fonds langfristig nicht, die Performance der gängigen großen Indizes zu übertreffen, sodass ETFs oft auch die höhere Rendite bringen.

Dennoch müssen wir als Anleger unsere Fonds immer sehr sorgfältig auswählen, denn die Finanzindustrie möchte Geld verdienen und bietet deshalb stetig immer mehr ETFs an. So können wir heute in jede Branche, in jeden Sektor oder sogar gehebelt investieren. Alle diese Möglichkeiten führen am Ende aber eher zu Verlusten und viele ETFs sind nicht zum langfristigen Vermögensaufbau geeignet.

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Um eine komplette Vermögensverwaltung anzubieten, werden ebenfalls sogenannte ETF-Dachfonds angeboten. Aber was verbirgt sich dahinter und sind sie wirklich sinnvoll?

ETF-Dachfonds als Portfoliokonzept

Die angebotenen ETF-Dachfonds können ganz unterschiedlich ausgestaltet sein. So können sie nur in Aktien-, Aktien- und Anleihen- oder Aktien-, Anleihen- und Rohstofffonds investieren. Für den Anleger entfällt so also die Verantwortung, selber geeignete ETFs für sein Depot auszuwählen. Alles, was er tun muss, ist die für ihn angenehme Strategie in Form eines ETF-Dachfonds auszuwählen.

Demzufolge würden wir am Ende nur noch einen ETF-Dachfonds benötigen, den wir regelmäßig besparen. Ein weiterer Vorteil ist, dass wir dann nicht mehr selber die einzelnen ETF-Positionen in unserem Depot hin und wieder neu ausrichten müssten. Dies kann steuerliche Vorteile mit sich bringen, da wir selber nur den ETF-Dachfonds kaufen, aber alle Transaktionen innerhalb des Fonds stattfinden.

Doch es gibt auch Nachteile

Fallstricke der ETF-Dachfonds

Immer, wenn wir anderen die Arbeit überlassen, geben wir auch Verantwortung aus der Hand. So ist es auch bei ETF-Dachfonds. Sie werden aktiv gemanagt, das heißt ein Fondsmanager wählt die ETFs aus, die im Dachfonds enthalten sind. Wenn uns also der eine oder andere ETF nicht gefällt, weil er beispielsweise einen Index synthetisch (über Derivate) nachbildet und nicht physisch investiert, haben wir keinen Einfluss darauf. Oft werden wir es gar nicht bemerken.

Ebenso müssen wir die Gewichtung innerhalb des Dachfonds so akzeptieren, wie sie uns angeboten wird. Ein weiterer Nachteil sind die Kosten, denn beim Kauf zahlen wir einmal die jährlichen Managementgebühren des Dachfonds und zusätzlich die jährlichen Gebühren der einzelnen gehaltenen ETFs. Zwar können sie aufgrund der auf beiden Ebenen geringen Gebühren in Summe immer noch niedriger ausfallen als bei einem herkömmlichen Fonds, aber dennoch entstehen zusätzlich Kosten. So kommen teilweise jährlich bis zu 1,4 % an Gebühren zusammen. Zudem können viele Umschichtungen im Dachfonds, auf die wir keinen Einfluss haben, die Kosten weiter erhöhen.

Aufgrund der höheren Gebühren und der meist nicht sinnvollen Zusammenstellung innerhalb der Dachfonds schneiden sie am Ende meist deutlich schlechter ab als viele Indizes. Für den Anleger entsteht also eher ein Nachteil.

Fazit

Wer die volle Kontrolle über seine Investments behalten möchte, sollte eher bei selbst ausgesuchten ETFs bleiben. So können wir sicherstellen, dass sie alle unsere eigenen Kriterien erfüllen, und erzielen die Rendite der Indizes.

Selbst wenn wir Anleihen- oder Rohstoff-ETFs ergänzen möchten, gelingt dies mit einer eigenen Auswahl individueller, sodass wir immer genau wissen, welche ETFs und in welcher Zusammensetzung wir sie besitzen.

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